gabriel engert johannes hauser 348Ingolstadt | Das Rathaus öffnet sich den Künstlern der Stadt und zeigt in seinem Foyer den Fotografen Johannes Hauser mit seiner Ausstellung „nach oben“. Hauser arbeitet auch als Journalist und ist seit 2016 Mitglied des Berufsverbandes Bildender Künstler Ingolstadt und Oberbayen Nord.

Dem Fotografen geht es darum, einen neuen Blick auf vermeintlich Bekanntes anzubieten. Ein Anspruch, den Kunst oft formuliert. Faszinierend, wie dies Johannes Hauser gelingt!

Jede der großformatigen Fotografien wird zunächst als ästhetisch schön wahrgenommen, so wie ein Kristall oder der Blick durch ein Kaleidoskop schön ist. Langsam erkennt man ein Motiv, einen konkreten Ort – das Stadttheater mit dem ungewöhnlichen Kronleuchter, den Nordbahnhof, die Harderbastei, den Dallwigk, den Rathausplatz, eine Aussegnungshalle  … Mit jedem weiteren Hinsehen erschließen sich Details, versucht man als Betrachter den Standort der Kamera einzunehmen und nach oben nachzuvollziehen. Ingolstadt - überraschend selbst für die noch mit Schutterwasser getauften Alt-Ingolstädter, die eben doch nicht jede Perspektive ihrer Stadt kennen und diese durch das Auge des Fotografen noch einmal ganz neu entdecken. Verblüffung und Begeisterung bei der Ausstellungseröffnung. Dabei sind die Bilder nicht digital verändert. „Der Kreis-Effekt ergibt sich rein optisch durch den Einsatz eines Fischaugen-Objektivs“, beschreibt Hauser den technischen Teil des Gelingens. „Durch die extreme Perspektive mag der Betrachter seinen Zugang und damit seine Haltung zu einem Ort, den er bereits auf hunderten Fotografien gesehen oder persönlich erlebt hat, neu finden.“ Hausers Blick geht dabei zunächst nach oben, also weg von unserer Alltagsperspektive. Durch das Fischauge ergibt sich ein extremer 360 Grad Rundumblick und es fängt damit auch noch unendlich viele Details am Rande mit ein. Die Ausstellung bleibt trotz dieser immer gleichen Technik spannend und faszinierend, weil Johannes Hauser immer wieder neue Situationen fokussiert und ideenreich in Szene setzt: Innenräume, Plätze, eine Gruppe von Menschen, eine Narzissenwiese … Jedes Bild eine eigene Welt, in die man lang und durchaus meditativ hineinschauen kann und in der sich immer wieder Neues erschließt.

Auf der Homepage von Johannes Hauser www.johannes-hauser-fotografie.de kann man die vielen verschiedenen Motive sehen – aus Ingolstadt und aus vielen Orten weltweit, der der Fotograf bereist hat. Exklusiv sogar den Deutschen Bundestag, den er als Erster fotografisch erfassen durfte. Die Bilder sind auch zu kaufen – Kontakt am besten über seine Homepage.

Das Institut für digitales Lernen hat die Ausstellungen wieder medial erweitert. QR-Codes zu jedem Bild ermöglichen den virtuellen Zugang zu Informationen über das Bildmotiv, sehr lesenswerte Hintergründe und Fotos zur Entstehungsgeschichte.

Die Ausstellung ist zu sehen im Neuen Rathaus, unten in der Eingangshalle und im 2. Stock im Foyer vor dem Sitzungssaal des Stadtrates. Sie soll der Auftakt sein, dort auch künftig Ingolstädter Künstlerinnen und Künstler zu zeigen, so die Idee von Oberbürgermeister Christian Lösel, der die Ausstellung eröffnete.

www.johannes-hauser-fotografie.de

Ausstellung „nach oben“ vom März 2016 in der Harderbastei mit der Laudatio von Christian Silvester – hier nachlesen

 

paolo lumpi 348Ingolstadt | Christian Paulus aka Paolo Lumpi ist einer der neuen Künstler des Berufsverbands Bildender Künstler 2016. Seine Austellung HADERLUMPEN* Schanzer Ansichten und Aussichten ist aktuell zu sehen. Was in den Aussichten, also dem Blick in die Zukunft, schon anklingt ist seine Haltung als Künstler und Architekt: zeitkritisch, nachdenklich, politisch, heimatverbunden. Er blickt als Romantiker und Ästhet auf seine Stadt und begleitet diese Perspektive mit lakonischem Witz, ökologischem Wissen und einem breitem Themenfeld: vom Vorgarten bis zum Klimaschutz, von der historischen Stadtsilhouette bis zu den Chemtrails des energieverschwenderischen Flugverkehrs, die sich wie ein Netz über die Stadt legen, über Landschaften, Raffinerien, touristische Orte und vor Horizonten auftauchen. Bis zum 11. Dezember ist die Ausstellung in der Ladengalerie COLORIA zu sehen, auch das Buch HADERLUMPEN ist dort erhältlich.

Der Künstler setzt die Aquarelltechnik gekonnt für seine eigenwilligen Stadtansichten ein. Er hat längst eine kleine Fangemeinde, auch in den sozialen Netzwerken, in denen er nicht nur seine Aquarelle zeigt, sondern auch kleine Geschichten erzählt, nicht zuletzt zu Baukultur und Stadtentwicklung. Diese ist von Berufs wegen schon Thema des Architekten, der seit vielen Jahren in Ingolstadt arbeitet, auch im sozialen Wohnungsbau. Und auch daraus treiben ihn Themen um: Flächenschonendes Bauen in der Wachstumsstadt und wie es in der Bauwirtschaft zugeht, der ständig steigende Termin- und Kostendruck, immer neue Vorschriften zu Brandschutz oder Energieeffizienz, Fachkräftemangel. Ein Grund für Christian Paulus, dem künstlerischen Arbeiten mehr Raum in seinem Leben zu geben, nun mit einem Buch und der Ausstellung HADERLUMPEN. Seine CD Orang Mutan Klang ist übrigens auch dort erhältlich, Gesang: Paolo Lumpi.

mann 348Der Mann mit der roten Jacke

Immer wieder taucht der Mann mit der roten Jacke in den Bildern auf, welchem dann dieses oder jenes begegnet – ein Gedanke, ein Radfahrer, eine Fehlplanung, ein Missgeschick … Er könnte für den Künstler selbst stehen. Zumindest kokettiert jener ein wenig damit - groß, schlank, ein wenig gedankenverloren ist die Figur gezeichnet, beobachtend, forschen Schrittes oder flott mit dem Rad unterwegs, manchmal über den Bildrand hinaus. Der Mann mit der roten Jacke steht wohl für den menschlichen Maßstab, der dem Architekten Paulus ein Anliegen ist. Der Künstler Paulus findet für diese kritische Perspektive Bilder. Immer wieder werden unwirtliche Ecken und Unorte gezeigt, kleine Häuschen, bestückt mit enormen Mobilfunkanlagen, große Kreuzungen für Unmengen von Berufsverkehr gebaut, doch für Fußgänger eher trostlose Weiten, die es zu überwinden gilt. Menschen sieht man kaum, bis auf den einen Protagonisten in roter Jacke. Objekte, Gebäude, Straßen werden gezeigt und der Raum zwischen ihnen. Mit seinen Themen und Bildern erinnert Paulus an die ebenso ruhigen wie offenbarenden Fernsehbeiträge des Heimatfilmers Dieter Wieland.

Nicht nur, aber auch Lokalkolorit

Ingolstadt kann auch Idylle sein, eine Wellblechdatscha am Rand eines Gartens mit Apfelbaum, die rote Citroen-Ente vor dem ehemaligen Nachtcafe Rondell als Erinnerung an Jugendzeiten, der Baggersee mit Mann in roter Badehose, ein Großparkplatz von oben mit (fröhlich) bunten Autos, die Staustufe mit ihren Booten und Stegen, die Frau im roten Badeanzug entspannt auf der Wiese im Freibad, gleich beim Eisbären.

Christian Paulus ist seiner Stadt, daran besteht kein Zweifel, wirklich verbunden. Er bietet mit seinen Aquarellen Lokalcolorit im besten Wortsinn und überrascht immer wieder mit besonderen Ansichten. Doch er weiß eben auch das Unbedachte, Unbeholfene, Störende oder Fehlgelaufene eines Genius Loci darzustellen. Weil Paulus durch die transparenten Farben des Aquarells, feine Linienführung, guten Bildaufbau erst einmal Ästhetik schafft, wird oft nicht gleich klar, ob man einen guten Ort sieht. Drei blaue Mülltonnen in einem Eck sind zugleich dunkler Hinterhof und sehen eben auch irgendwie gut aus. Es sind gerade diese Gleichzeitigkeiten und Doppeldeutigkeiten, die seine Bilder so spannend machen. Und es ist die persönliche Haltung in seinen Arbeiten die uns überlegen lässt, dass und wie Ingolstadt eine dieser „Städte für Menschen“ sein könnte. Eine schöne Schanzer Aussicht. Petra Kleine

 haderlumpen buch

Christian Paulus | HADERLUMPEN
Schanzer Ansichten und Aussichten

Das Buch. Ein Bildband mit 52 Aquarellen.
Limitierte Auflage.

Ausstellung bis  Ende Dezember 2016
Buch und einzelne Bilder als signierte Drucke sowie Originale sind dort erhältlich
Coloria, Am Bachl 43, 85049 Ingolstadt
Di – Fr 10 -18 | Sa 10 - 13

* Haderlump ist ein gebräuchliches Schimpfwort für einen äußerlich eher etwas heruntergekommenen Menschen. Christian Paulus geht bei seinen Haderlumpen zunächst vom Büttenpapier aus, auf dem er malt. Es hat einen großen Anteil an Fasern, recycelt aus Stoffresten, eben den Lumpen. Ein Wort für diese Stofflumpen ist Hader. Ob der Künstler Paulus alias Paolo Lumpi auch ein Haderer ist, kann einfach ein weiteres Wortspiel sein, muss aber nicht.

Text/Bilder: Petra Kleine

bildermarkt 348Auch dieses Jahr lädt der BBK alle Kunstschaffenden der Region wieder zum traditionellen Ingolstädter Bildermarkt ein. Jeder, ob Profi, Nebenerwerbs- oder Hobbykünstler*in kann maximal zwei Arbeiten einreichen. Die Werke werden nicht juriert.

Zulässig sind alle Techniken. Aufhängevorrichtungen und bruchfeste Glasrahmen sind notwendig. Die Arbeiten müssen beschriftet sein, mit Kontaktdaten des Künstlers, Titel und Preis der Arbeit. Zusätzlich muss eine selbstklebende Bildbeschriftung in der Größe eines Adressaufklebers mit abgegeben werden, auf dem ebenfalls Künstler und Werk bezeichnet werden.  

Einreichung ist am Montag, 28.11.2016 von 09.00 Uhr - 17.00 Uhr

Eröffnung ist am Sonntag den 08.12.2016  mit einem Weißwurstfrühstück um 11.00 Uhr.  
 
Anlieferung der Bilder und Ausstellung:  
Harderbastei  
Oberer Graben 55  
85049 Ingolstadt  
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
0841-9312 754

Kurze Parkmöglichkeit zum Be-und Entladen im Hof der Bastei.  
Für Teilnehmer die keine Mitglieder des BBK Obb. Nord und Ingolstadt e.V. sind fällt eine Bearbeitungsgebühr von 20 € an.

Susanne Pohl 2016km2 348Ingolstadt | Susanne Pohl ist bildende Künstlerin, lebt und arbeitet in Neuburg. Sie ist eine der Neuaufnahmen 2016 beim Berufsverband Bildender Künstler BBK Ingolstadt-Oberbayern.

Susanne Pohl befasst sich bereits seit den 1990er Jahren mit Malerei, Grafik und Radiertechniken. Sie hat zahlreich ausgestellt und ist in verschiedenen Galerien, u.a. in Salzburg, vertreten. In der Region stellte sie Arbeiten zuletzt auf der Kunstmesse 2016 in Ingolstadt aus und zeigte dort vor allem Radierungen wie Sturmwiese, Knospen, Bachlauf im Moor, nahm Flora und Landschaften in den Blick. Sie greift mit ihren Arbeiten auch innere Bilder, Gedanken und Beziehungen auf und setzt sie in ausdrucksstarke Bilder um. Die studierte Psychologin arbeitet auch kunsttherapeutisch mit der „Kunst als Weg“.

Mehr über die Künstlerinwww.pohl-kunst.de oder auf der Künstlerinnen-Seite des BBK | Susanne Pohl

 

short stories

Gemeinsam mit dem Künstler Stephan Wanzl-Lawrence hat Susanne Pohl - aktuell und neu - short stories veröffentlicht.  Wanzl-Lawrence ist in Ingolstadt geboren, lebt in Neuburg, arbeitete als Künstler, Grafiker und Dozent an der THI.  Die beiden haben sich Ende 2015 künstlerisch kennengelernt. Ineinandergreifend gemeinsam gezeichnet, gemeinsam geschrieben im Dialog sind diese shortstories entstanden. Sie setzen sich gegenseitig in Gang mit spontanen Ideen und schreiben oder zeichnen die Geschichten fort. Und so sind Worte und Texte, Linien und Zeichnungen ein Impuls für das Gegenüber, um weiter zu zeichnen oder zu schreiben und gemeinsam eine Geschichte zu erzählen „zart und gewaltig, kindlich und erotisch, voller Harmonie, Konflikt, Absurdität und Geheimnis“, wie die beiden es selbst beschreiben.

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Einblick in die short stories und auch die Möglichkeit zu bestellen hier bei Susanne Pohl und Stefan Wanzl-Lawrence.

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Bildnachweis | oben Susanne Pohl (c) P. Kleine | Foto unten und Zeichnung (c)Pohl und Wanzl-Lawrence

Susanne Pohl befasst sich bereits seit den 1990er Jahren mit Malerei, Grafik und Radiertechniken. Sie hat zahlreich ausgestellt und ist in verschiedenen Galerien, u.a. in Salzburg, vertreten. In der Region stellte sie Arbeiten auf der Kunstmesse 2016 in Ingolstadt aus und zeigte dort vor allem Radierungen wie Sturmwiese, Knospen, Bachlauf im Moor, nahm Flora und Landschaften in den Blick. Sie greift mit ihren Arbeiten innere Bilder, Gedanken und Beziehungen auf und setzt sie in ausdrucksstarke Bilder um. Die studierte Psychologin arbeitet auch kunsttherapeutisch mit der „Kunst als Weg“

Ingolstadt | Welche Spuren hinterlässt Ingolstadt, welche Spuren hinterlassen wir, was bleibt? Dafür hatte das Altstadttheater seine Bühne geöffnet. Die bildende Künstlerin Eva Leopoldi und Multi-Media-Künstler Anton Tyroller, haben das akustisch beantwortet und Ingolstadt in Tönen vorgestellt. Vergängliche Geräusche, Lärm oder Melodien die zu Tonspuren werden. Eva Leopoldi und Anton Tyroller haben ihre akustische Arbeit nun für alle zur Verfügung gestellt , auch für die, die  an diesem einmaligen Abend im Altstadttheater nicht dabei sein konnten.

Den Bericht zu dem ganzen Abend im Altstadttheater, konzipiert von Leni Brem, hier lesen Viel Applaus für die "Ingolstadt Spuren.

mkklogo 348Ingolstadt | Das Logo. Die vielleicht kürzeste Verbindung zwischen Kunst und Konsum oder die Frage, wie die Aldi-Tüte ins Museum kommt. Als Markenzeichen ist das Logo allgegenwärtig im Alltag, ein Herzstück der Produktvermarktung. Als Zeichen hat es viel mit den Inhalten der konkreten Kunst zu tun. Form, Farbe, Wirkung. Ingolstadt hat sich mit dem Museum für konkrete Kunst speziell dieser Kunstrichtung gewidmet und zeigt aktuell die hervorragende, und wenige Tage nach Eröffnung schon vielbeachtete, Ausstellung. LOGO. DIE KUNST MIT DEM ZEICHEN.Künstler wie Anton Stankowski, Victor Vasarely, Günter Fruhtrunk haben wichtige Logos für bedeutende Marken geschaffen. Stankowskis Signet für die Deutsche Bank hatte es damals sogar in die Bild-Zeitung geschafft mit der Skandal-Botschaft: Maler verdient mit 5 Strichen 100.000 Mark! Gestalter Kurt Weidemann bekam sogar 200.000 Mark von der Deutschen Bahn, wohl auch für die Einsparung. Statt dem DB in Weiß auf Rot kehrte er die Farben um und setze das rote DB auf den Hintergrund, das sparte auch Farbe.

Die Ausstellung stellt Kunst neben Gestaltung neben Produkt. Sie zeigt die Verbindung von Logos und der signalhaften Malerei in der Konkreten Kunst und beleuchtet den spannungsreichen Raum zwischen künstlerischer Freiheit und den Zwängen der Dienstleistung Design, die den Anforderungen eines Auftragsgebers folgen soll. Hier räumt Stankowski auf: Ich kann nicht morgens Kunst und nachmittags Design machen. Kunst oder Design, es muss einfach gut sein. Kunst und Design kann sich ausschließen, muss aber nicht. Stankowski ist mit seinen künstlerischen Arbeiten und mit Logos in Ingolstadt übrigens sehr präsent. Stankowski hat sowohl das Signet für das MKK entworfen als auch das zur Landesgartenschau 1992. Und nicht zuletzt ziert seine künstlerische Arbeit „Die Balz“, die auch in der Ausstellung zu sehen ist, den großen Sitzungssaal des Ingolstädter Stadtrates.

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Die Ausstellung zeigt informativ, klug und mit Witz, welche Kräfte durch Form, Farbe, Linie wirken und welche Gestaltungsprinzipien aus der Kunst sich auch im Design wiederfinden. Sie weist damit auch in die eigene Zukunft, denn der Bereich Design soll mit dem Neubau des MKK zum Museumskonzept dazu kommen.

Farbe als Signal. Das Nivea-Blau ist uns ebenso geläufig wie das berühmte Blau des Künstlers Yves Klein. Blaues L auf Gelb ist Langenscheidt. Magenta erinnert sofort an Telekom wie die grellen neonpinken Farbtöne das Markenzeichen für Rupprecht Geiger sind. Farbe als Gestaltungsprinzip, das in Kunst und Marketing also bestens funktioniert.

Die Form. Apollinaris mit dem roten Dreieck, Lucky Strike mit dem Kreis, die 4 Ringe von Audi, Renault mit der Raute von Vasarely. Das Quadrat - wir erinnern uns an die erste Ikone der Konkreten Kunst, das schwarze Malewitsch-Quadrat oder an die konkreten Farb-Quadrate von Josef Albers. Diese Form wird gerne von Finanzdienstleistern und Banken verwendet, denn es steht gefühlt für Stabilität und Seriosität.

Kunst wird Logo – Logo wird Kunst

Die Ausstellung spielt mit unserer Wahrnehmung, zeigt, welche Emotionen und Firmen man mit bestimmten Farben und Formen verbindet. Sie lässt Künstler und Gestalter sprechen, dazu was „gut“ ist, erhellt Formales durch erklärende Beispiele, legt überraschende Erkenntnisse mit gut gewählten Geschichten frei und bringt nicht zuletzt die konkrete Kunst als Kunstrichtung ganz nah an unseren Alltag.mkklogo aldi fruhtrunk 700 Und so erzählt uns ausgerechnet die ALDI-Tüte viel von der konkreten Kunst und von künstlerischer Freiheit. Wir erfahren, dass der Gestalter dieser Discounter-Plastiktüte, der Künstler Günther Fruhtrunk, sich für diesen Auftrag zuletzt sogar entschuldigt hat. Künstler-Kollege Gerhard Münch (Logo der Master-Card) sah das entspannter und meinte, "dass man als Künstler eine Aldi-Tüte entwirft, sehe ich als total unproblematisch. Und auch dass es in Richtung Grafikdesign und Gestaltung geht, sehe ich als unproblematisch, weil dort ja eigentlich die gleichen Kräfte am Werk sind. Problematisch wird es, wenn Kunst in ihrer Freiheit beschränkt wird oder man Kompromisse machen muss."

Für Ausstellungskonzeption und Gestaltung konnte das MKK die Designerin Sigrid Lorenz (Designagentur schnellervorlauf) gewinnen. Hervorragend wurden die Inhalte erst reduziert und dann mit Texten, Bildern und Originalen so angereichert, dass eine Erzählung daraus wurde, der man durch die Ausstellung folgen kann. Die Werke von Konstantin Voit und Ben Hübsch (Dwabingo, 2016) begleiten dazu als künstlerische Kommentare. Mit Unterstützung der Audi Art Experience-Stiftung und Kuratorin Dr. Theres Rhode hat Museumsdirektorin Simone Schimpf eine Ausstellung hervorragend umgesetzt, die, so das MKK, erstmals übergreifend der Verbindung zwischen Kunst und Logo-Gestaltung seit den 1920er-Jahren nachgeht. Unbedingt ansehen!

Laufzeit: 23.10.2016 bis 19.03.2017
www.mkk-ingolstadt.de

Umwerfend gut!  SAN2 & HIS SOUL PATROL

Fantastisch an diesem Abend die Musik für die traditionelle Art and Beat Party, die einmal im Jahr mit Unterstützung der Audi ArtExperience eine Ausstellung stattfindet. Dafür unbedingt auch an dieser Stelle ein Danke an die AUDI AG und Melanie Goldmann, Leiterin Kommunikation Kultur & Trends, dass dieses Format der Kunstförderung auch in den aktuell harten Zeiten stattfinden kann!

SAN2 & HIS SOUL PATROL heizte den Ingolstädtern an diesem Abend ordentlich ein und war einfach mitreißend. Frontmann Daniel Gall aka San2 wickelte das Publikum mal smart um den Finger, um es dann mit einem Song von den Stühlen zu reißen. Er fetzte zu Rhythm & Blues über die Bühne, verblüffte gleich danach mit sanftem Soul (für meinen Vater) oder innigem Gospel. Die ganze Band war Rhythmus und Feeling, die Stimme in jeder Lage perfekt und pure Emotion und überhaupt: beste Bühnenperformance eines hard working soulman* und der Vollblutmusiker von SOUL PATROL. Großartig!

SAN2 - Best of Ingolstadt! Daniel Gall aka San2 arbeitet als freier Grafikdesigner (www.san2design.de), kommt aus Ingolstadt („aufgewachsen bei der Schleifmühle“, lebt in München und ist seit einigen Jahren auch als Musiker, Sänger und Songwriter international unterwegs. 2015 erhielt er mit dem Münchner Bluessänger Dr. Will den Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Sein aktuelles Album „Hold on“ produzierte er mit Geoff Gascoyne, dem Entdecker von Jamie Cullum. Als Vorband stand SAN2 & HIS SOUL PATROL gerade erst beim Tollwood-Konzert von Cullum als Vorgruppe auf der Bühne und begeisterte auch dort das Publikum. Mit in der Band und auch am Arrangement der Songs beteiligt Nick Flade, Ingolstädter Jazzförderpreisträger 2005.

San2 | Daniel Gall | vocals
Sebastian Schwarzenberger |guitar, backing vocals
Matthias Bublath aka Nick Flade| hammond organ
Dominik Palmer | bass, backing vocals
Peter Oscar Kraus | drums, backing vocals

*aus der neuen CD Hold on, 2016 | SOLID MAN

 

Ausstellungseröffnung LOGO. DIE KUNST MIT DEM ZEICHEN
(für größeres Bild - draufklicken)

AnjaSchoeller 8 348x395Wäre Ingolstadt ein Körper, wo wäre der Kopf, wo das Herz und wo tut es weh? Ist alles gut im Fluss in der Stadt, sind Energien blockiert und wie könnte man heilen? „Urbane Akupunkturen“ ist ein neues langfristiges Kunst-Projekt des Kunstvereins Ingolstadt und des Architekturforums, zu dem diese die Künstlerin Anja Schoeller eingeladen hatten.

"Wir brauchen dringend neue Modelle eines anderen Tuns zur Mitgestaltung unserer Umwelt und zur Formung der zukünftigen Gesellschaft." Anja Schoeller

Wie man mit Kunst viele Menschen aktivieren kann, Stadtteile beleben, Unorte bessern und Potenziale in einer Stadt heben kann, zeigte die Künstlerin in ihrem Impulsvortrag. Die Fürtherin arbeitet seit vielen Jahren zu sozialen und ökologischen Themen. Ihr Ansatz ist, neue Formen von Handeln und Denken zu entwickeln, im Feld zwischen Mensch – Ort – Kunst. Wasser ist ein Schwerpunkt ihres künstlerischen Werkes. Sie hat dazu im norddeutschen Völksen ebenso gearbeitet wie im äthiopischen Addis Abeba. Mit den Mitteln der Kunst geht sie vor Ort und gemeinsam mit den Menschen dort in die Betrachtung und Auseinandersetzung. Sie schöpft aus dem Bestehenden, um Neues zu schaffen - neue Erfahrungsräume, neues Bewusstsein für einen Ort, Gefühl für Verantwortung und Identifikation. Und so wurden städtische Treppen geflutet, Brunnen entdeckt und gebohrt, Theaterplattformen in Flüsse gebaut und vor allem: mit den Menschen zusammen gearbeitet. Mit Feuerwehren, Studenten und Inhaftierten, mit den Nachbarn der Kunstakademie, einem Altersstift, mit äthiopischen Kindern. Schoeller entdeckt zeitgenössische Kunst in leeren AEG-Hallen oder macht Flusswasser zu Trinkwasser. Und immer ist etwas von den Kunstaktionen geblieben, wurde das Projekt weitergeführt, wurden eigene Ideen daraus entwickelt. Das künstlerische Werk Anja Schoellers ist eine eindrucksvolle Antwort auf die Frage „Was kann Kunst?“. www.zwischenbericht.eu 

Die Idee der „urbanen Akupunktur“ setzte an diesem Abend auch neue Akzente in der allgegenwärtigen Diskussion um die Stadtentwicklung, in der auch die schlechten Nachrichten zu Audi (Schichtkürzungen und Einstellung der Planung für das neue IN-Campus-Gelände) eine Rolle spielten. Auf einem Stadtplan sollte schließlich markiert werden, wo man heilende Akupunkturnadeln setzen würde, wo gute Energien fließen oder gebraucht würden. Selbst so launige Fragen wo denn das für die medizinische Akupunktur wichtige Ohr sein könnte brachte Erkenntnis. Ist Audi der Kopf der Stadt, liegt dort gar das Atmungssystem, wie es eine Karte von Anja Schoeller vorschlägt. Soll man hier Nadelstiche setzen und wo würden diese positive Energien freisetzen? Sind Analogien zum Medizinischen überhaupt sinnvoll, gehört zur Besserung bzw. Heilung immer auch Schmerz? Können die schmerzhaften Entwicklungen in der Gewerbesteuer der Stadt vielleicht sogar ein positiver Impuls werden, wie macht man eine Chance aus einer Krise? In der Metapher einer urbanen Akupunktur stecken viele Chancen Ingolstadt mit anderen Wahrnehmungsmustern neu zu kartieren, mit anderen Sinnen in die Stadt zu gehen, neue Erfahrungsräume zu schaffen und auch um Stadtbewohner zur Teilhabe zu motivieren. Urbane Akupunktur könnte also  eine Sitzbank sein an einer neuen Blühwiese, der Rückbau einer Straße wie in der Wohnanlage an der Gerhart-Hauptmann-Straße, ein Kunstprojekt im Stadtteil oder eine künstlerische Intervention mit Wasser an der Schloßlände ...

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Urbane Akupunktur fordert zur Präzision auf und zu Gemeinschaft. Zum Denken und Handeln, dazu, Zusammenhänge herzustellen, den Raumkörper als viele interagierende Systeme von Nutzungen, Energien, Interessen, Ressourcen zu sehen und neu zu gestalten. Es gibt kein Ziel, es gibt den ersten Schritt und dann den Prozess, das Gehen, so Anja Schoeller.
Urbane Akupunkturen – mehr dazu! Der Kunstverein, so Vorsitzender Hubert Klotzeck (Bild unten), ist offen für Input, denn das Kunstprojekt soll langfristig geführt werden. Interesse oder Ideen dazu an den Kunstverein Ingolstadt Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!Petra Kleine

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stadlgold 348Ingolstadt | Alle Kulturorte sind geöffnet und Hunderte von Menschen sind unterwegs, wenn in Ingolstadt wieder Nacht der Museen ist. Auch der Kunstverein Ingolstadt macht am Samstag, den 10. September, seine Türen auf - für Stimmperformance, Kunst- und Videoinstallation, Elektrobeats, Tanz, Drinks, Essen.

Im Fokus steht die Improvisation mit der Stimme. Die renommierte Jazzsängerin und Stimm-Künstlerin Almut Kühne wird einzig für diese Nacht der Museen eine interaktive Ausstellung im Kunstverein installieren. Sie gewährt den Besuchern Einblick in ihren Arbeitsprozess vor und während des Improvisierens. Sie wird den Raum mit Klängen füllen und mit ihrer Stimme neue Räume öffnen .Die Stimmperformance von Almut Kühne findet jeweils um 20 und 21 Uhr im Galerieraum des Kunstvereins statt.

David Böhm von stadl.gold schafft aus Licht Luft Material eine Kunstinstallation im Innen- und Außenraum. stadl.gold ist ein Kollektiv aus Eichstätt, verbunden durch die Liebe zur elektronischen Musik. Ziel ist, nicht einfach nur Partys zu veranstalten. Eine Synthese von Musik, Kunst und subkulturellem Widerstand. Eine Utopie mit hedonistischen Zügen. Individualismus und Vielfalt. Die Besonderheit: keine kommerziellen Zwänge sondern Freund- und Leidenschaft. Was vor einigen Jahren als Schnapsidee in einer alternativen Wohngemeinschaft begann, ist heute fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Eichstätt und der Region. Clubveranstaltungen, Festivals, Vernissagen, WG-Feiern oder Musik und Installationen an versteckten Orten, Steinbrüchen, Wiesen und Lichtungen - das Kollektiv hat den Anspruch, sowohl musikalisch als auch künstlerisch, Grenzen immer wieder aufzubrechen und Alternativen zu gestalten. Zeitvergoldung.

Wer selbst aktiv werden will kann um 22 Uhr zu einem Mini-Workshop mit anschließendem Werkstattkonzert (23 Uhr) kommen. Elizabeth Reyna-Alvarez zeigt, wie die Wände des Theaters mit TAGTOOL zum Leben erweckt werden können. Auch hier kann man selbst mitmachen und mit Video und Licht arbeiten.

Kunstverein Ingolstadt
offenlassen | eat drink dance art screen
SAMSTAG 10.09.2016 | 18.00-24.00 Uhr
Galerie im Stadttheater, Schlosslände 1, 85949 Ingolstadt

www.kunstverein-ingolstadt.de

Fotos: David Böhm bei seiner Installation im Kunstverein, mit Gesa Vierck; (c)Petra Kleine

 

 

 

 

Gewebe Illustration rot348Vernetzung gehört zum digitalen Alltag, Netzwerke sind allgegenwärtig. Dem wollte man etwas Haptisches entgegensetzen und das ist gelungen, so Projektleiterin Dr. Christine Fuchs vom Städtenetzwerk STADTKULTUR Netzwerk Bayerischer Städte e.V. Unter dem Titel „Gewebe. Textile Projekte“ fand von März bis Ende Juni 2016 das byernweite Kulturfestival statt mit zahlreichen hochkarätigen Veranstaltungen in 20 bayerischen Städten. 183 KünstlerInnen, Kulturschaffende und WissenschaftlerInnen, darunter 142 Frauen, beteiligten sich an den 90 Veranstaltungen – Ausstellungen zur Textilen Kunst, Vorträge über die Geschichte der Textilproduktion vor Ort sowie über Nachhaltigkeit in der Mode und Workshops, in denen sich die BesucherInnen selbst künstlerisch und handwerklich betätigen konnten.

Vertreten waren international renommierte und bundesweit bekannte KünstlerInnen wie Angela Glajcar, Monika Ortmann, Haleh Redjaian, Gabi Schillig und Rike Scholle, darunter auch viele aus Bayern wie Gisela Hoffmann, Brigitte Schwacke, Rose Stach sowie Regina Pemsl und Anja Schoeller von der Kunst- und Forschungsgruppe LeoPART. Die junge Kunstszene war unter anderem durch das Musik- und Performanceduo beißbony und Nathalie Laureen Schenkel, der Preisträgerin des Münchner Modepreises, repräsentiert.

Damit greift das Festival den aktuellen Trend der Auseinandersetzung mit gewebtem Material in der internationalen zeitgenössischen Kunst auf. Auch die VeranstalterInnen ziehen eine positive Bilanz, denn das vielfältige Programm stieß auf großes Interesse beim Publikum.

In Ingolstadt, Eichstätt und Pfaffenhofen zeigte auch die Region großes Interesse am Thema. Eichstätt mit Modedesign, Kunstobjekten und Filzgebwebe, Pfaffenhofen mit einen Rückgriff auf die textile Stadtgeschichte. Das Museum für konkrete Kunst (Ingolstadt) öffnete das Haus für die Auftaktveranstaltung und der Ausstellung „Verknüpfungen“ von Haleh Redjaian. Die Künstlerin bot mit ihrer Knüpfkunst nicht nur die stoffliche Interpretation an, sondern verband ihre Inhalte mit KünstlerInnen aus der Sammlung des Museums, stellte gedankliche Verbindungen her – eine vielbeachtete Ausstellung.
Hier der k10-Bericht und Bilder dazu: Kunstfestival GEWEBE im MKK | Halegh Redjaian verknüpft


Infos zum Festival „GEWEBE. Textile Projekte“
www.gewebe-bayern.de

Laufzeit: 12.03.–30.06.2016

Beteiligte Städte: Aichach, Augsburg, Bobingen, Burghausen, Coburg, Eichstätt, Erlangen, Friedberg, Herzogenaurach, Ingolstadt, Landshut, Marktheidenfeld, München, Neumarkt i.d.OPf., Nürnberg, Pfaffenhofen a. d. Ilm, Roth, Scheyern, Traunstein, Würzburg
Beteiligte Museen: Domschatz- und Diözesanmuseum Eichstätt, Kunstpalais Erlangen, Kunstsammlungen der Veste Coburg, Münchner Stadtmuseum, Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt, Museum Lothar Fischer Neumarkt i.d.OPf., Museum Schloss Ratibor Roth, Skulpturenmuseum im Hofberg – Stiftung Fritz und Maria Koenig Landshut, tim – Staatliches Textil- u. Industriemuseum Augsburg, Stadtmuseum Erlangen, Haus der Fotografie Dr. Robert-Gerlich-Museum (Studienkirche St. Josef Burghausen)
Beteiligte Galerien und Kunstvereine: Akademie Galerie auf AEG Nürnberg, BBK-Galerie im Kulturspeicher Würzburg, Claudia Weil Galerie, Große Rathausgalerie Landshut, Kunstverein Bobingen e.V., Kunstverein Coburg e.V., Kunstverein Kohlenhof Nürnberg e.V., Kunstverein Ingolstadt e.V., Städtische Galerie Traunstein
Weitere Veranstalter: Coburger Designforum Oberfranken e.V., Kunst im Gut Scheyern

Förderer: Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst (Kulturfonds Bayern), Bezirk Oberbayern
Partner: Akademie der Bildenden Künste, Nürnberg; bayern.design GmbH; tim | Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg

Kontakt:
Dr. Christine Fuchs, Konzept und Leitung (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)
Lisa Hauke, Projektkoordination
Christina Madenach, Presse (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!), 0841/305 1868

STADTKULTUR Netzwerk Bayerischer Städte e.V. ist ein Zusammenschluss von derzeit 50 Kommunen, die in gemeinsamen Projekten kulturelle Entwicklungen befördern und neue Impulse setzen. Alle zwei Jahre koordiniert und organisiert das Städtenetzwerk ein Kulturfestival. Nach den Literaturlandschaften Bayerns, Kunsträume Bayern, Literatur Update, Stadt.Geschichte.Zukunft und LOKALKLANG stand mit dem textilen Projekt GEWEBE die Bildende und Angewandte Kunst im Mittelpunkt.

Bilder von der Eröffnung des Kunstfestivals

 

Fotos: (c)Petra Kleine

 

GWG 348 uebergabe handIngolstadt | Kunst und Architektur | Wertschätzung kann ein Fest sein. Sie zeigt sich aber ebenso als handwerklicher Besenstrich-Putz, im Muster eines haushohen Spaliergitters, als  Donauboot aus Korallenriffschuttkalk. Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Ingolstadt (GWG) hattte eingeladen zu einem Fertigstellungsfest, um all dies zu feiern.  Konkret ging es um die Übergabe des Kunstwerkes „Donauboot“ von Ludwig Hauser und die Fertigstellung der Wohnanlage Schwinge & Stadthäuser an den Donauauen.

Kunst am Bau ist … Wertschätzung

Es war GWG-Geschäftsführer Peter Karmann, der von der Wertschätzung sprach. Kunst am Bau umzusetzen sei nicht nur der eigene baukulturelle Anspruch, sie sei Ausdruck der Wertschätzung für die Bewohner, so Karmann. Die festliche Übergabe eines Kunstwerkes sei Ausdruck der Wertschätzung für die Arbeit des Künstlers, das Fertigstellungsfest eine Würdigung nicht zuletzt auch der Arbeit der Architektinnen und Architekten, der Förderung durch die Regierung, der guten Arbeit des ganzen Teams – im Großen und in den Details und vor allem gemeinsam.

Alle in einem Boot und an diesem Nachmittag dank Ludwig Hausers Donauboot auch wortwörtlich und in immer wieder neuer Zusammensetzung – Bauherr, Investoren, Baudirektoren, Architektinnen, Landschaftsplaner, Künstler, Stadtplaner - jeder wollte mal mit jedem im Donauboot sitzen.

Das Donauboot ist eine Geschichte

Und so wurde es eine fachlich dichte, kunstsinnige und gut gelaunte Übergabe des Kunstwerkes Donauboot. Wohnen an einem Platz sei immer etwas temporäres, vorübergehendes, so Hauser und verwies auf das Stein-Material des Bootes, das mehr als 25 Millionen Jahre alt sei. Es habe sich gewandelt vom Korallenriff der Urmeere zum Jurakalk in unserer Region, um schließlich als 4,5 Tonnen schweres Boot in der Wohnanlage an den Donauauen anzukommen. In all den Dimensionen von Millionen Jahren und Veränderung das eigene DA SEIN zu erkennen, ein Gefühl für Ort und Zeit zu haben, die man selbst gerade - vorübergehend - bewohnt.

Das Donauboot ist auch eine Erzählung. Von Überfahrt, vom Landen oder Stranden, vom Leben am Fluss. Etwas, zu dem jeder auch (s)eine eigene Geschichte erzählen kann, denken kann. So etwas verbindet - die Menschen mit dem Ort und als stille Erzählung auch untereinander.

„Herrliches Wohlfühlgefühl!“ | Bürgermeister Sepp Mißlbeck

Das Donauboot ist das dritte Kunstwerk Ludwig Hausers in diesem Stadtteil. Am Donaubadestrand, etwas flussaufwärts, schuf Hauser den Sitzstein für Marie-Luise Fleißer, aus fast weißem Carrara-Marmor.  An der Regensburgerstraße/Ecke Gerhart-Hauptmann-Straße markiert ein großer Lichtstein den Zugang ins Quartier, er entstand aus dem Kunstprojekt Lichtsteine 2006 zum 250. Ingolstädter Jubiläumsjahr.

Bürgermeister Sepp Mißlbeck brachte seine aufrichtige Freude über die neue Wohnanlage in seinem Grußwort zum Ausdruck: All das, was die GWG hier leiste, trage zu einem „herrlichen Wohlfühlgefühl“ bei. Er erinnerte daran, dass hier vor 80 Jahren die Gemeinnützige überhaupt die allerersten Sozialwohnungen gebaut habe. Inzwischen wohnten fast 10% der Bevölkerung in GWG-Wohnungen. "Die GWG ist überregional ein Gütezeichen für zeitgemäßes, urbanes Wohnen." so Mißlbeck. Ein Garant der hohen Qualität ist dabei sicher, dass die GWG als Bauträger regelmäßig Wettbewerbe ausschreibt und so die besten Ideen für die Stadt gewinnt.

Die GWG - Gütezeichen für zeitgemäßes, urbanes Wohnen

Die Gemeinnützige hat mit der Gestaltung der Wohnanlage und der Besonderheit eines Kunstwerkes mittendrin viel getan, um sich als Bewohner hier wohl zu fühlen. Ein Gang durch die Wohnanlage ließ überall erkennen, dass hier mit vielen Ideen und Know-How individuell gestaltet und Atmosphäre geschaffen wurde. Bei der Fassade sollte z.B. etwas Erfahrbares, Handwerkliches zum Ausdruck kommen und so entschied man sich für einen Besenstrich-Putz, eine traditionelle Technik um die Oberfläche zu strukturieren, die längst nicht mehr alle kennen. Die haushohen Spaliergitter sollten die Begrünung ermöglichen, die außenliegenden Zugänge zu den Wohnungen sichern und dabei nicht wie Gefängnisgitter wirken, kindersicher sein, nicht zum Klettern einladen. Ein ausgeklügeltes Muster hat all das geschafft und trägt im Sommer, bewachsen mit blühenden Pflanzen, zum fast südländischen Flair bei.

Stadthäuser als Erstlingswerk

Die beiden Architekten der Stadthäuser - Michael Ullrich und Therese Strohe - kommen aus Berlin. Sie haben den Wettbewerb gewonnen, den die GWG ausgeschrieben hatte. Für das junge Büro ist es die erste eigene Realisierung, sie haben sich mit dieser Wohnanlage als eigenes Architekturbüro begründet. Man blieb im Kostenrahmen und hat dennoch mit vielen einzelnen Ideen zum Gelingen dieser Wohnoase beigetragen. Zusammen mit Landschaftsarchitektin Judith Brücker (Berlin), die die Außenanlagen gestaltet hat, waren sie zum Fertigstellungsfest gekommen.

Die Schwinge

Architekt der Schwinge ist das Ingolstädter  Ali Schlamp. Der sanft, bogenförmig geschwungene Wohnblock läuft entlang der vielbefahrenen Regensburger Straße und bildet einen Schutz für den Innenhof und die drei Stadthäuser. Der Besuch in einer der Wohnungen beeindruckt: Der große Balkon öffnet sich mit herrlichem Ausblick in den Hof mit den drei Stadthäusern. Trotz Festgetümmel und geschätzten 60 Kindern ist es nicht lärmig, angenehm belebt, fast ruhig. Der Blick kann schweifen, bis hinter die hohen Baumwipfel. Raum zum Atmen. Auch hier waren es viele Detaillösungen, die das Wohnen, das Orientieren, den Aufenthalt erfreulich machen. Farben, Stauräume, kleine und große Annehmlichkeiten und alles barrierefrei, 8 der 35 Wohnungen sind rollstuhlgerecht.

Kindheit an der Donau | "So wie früher."

Eine Besonderheit der Wohnanlage ist der hohe Anteil an großen Wohnungen. Statt der üblichen zehn sind hier 40% der 72 Wohneinheiten für große Familien mit vielen Kindern gedacht. Gleich neben der Wohnanlage ein großer, locker möblierter Spielplatz und vor allem die Donauauen, die sich bis weit hinter den Badestrand ziehen, der etwas flussaufwärts angelegt ist. Die ehemalige Erschließungsstraße war zurückgebaut worden und so droht keine Gefahr durch Verkehr vor der Haustür. Für die Kinder geradezu paradiesisch. So wie er früher aufgewachsen war, meinte Bürgermeister Mißlbeck, der als Kind immer mit den anderen in der „Schidl“ unterwegs war, den waldigen Schütten in den Donauauen. Hier, an der Gerhart-Hauptmann-Straße sei auch so ein Paradies für Kinder entstanden. So wie früher. Ingolstadt ist hier wieder eine Kindheit an der Donau. Petra Kleine

 

Der Bildhauer und Konzeptkünstler Ludwig Hauser übergibt das "Donauboot" an den Geschäftsführer der GWG, Peter Karmann.  Die Gemeinnützige hat sich, neben dem sozialen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekt auch der Baukultur besonders verschrieben. 28 Kunstprojekte hat sie in ihren Wohnanlagen umgesetzt. Sie gewinnt damit nicht nur Atmosphäre für ihre Bewohner, sondern stützt gezielt die Kunstschaffenden und die Kulturwirtschaft, die wiederum prägende Orte schaffen und Identität stiften. Mehr zu  Kunst am Bau bei der GWG - hier lesen.

 

Alle Bilder: K10 (c)Petra Kleine

kunstmesse EAJUng 348Ingolstadt | Die Kunstmesse Ingolstadt 2016 ist bereit - erwartet werden wieder etwa 2000 Kunstinteressierte, die schauen, kaufen und genießen. Dem Veranstalter BBK (Berufsverband Bildender Künstler Ingolstadt und Oberbayern Nord) ist hier wieder ein gute, interessante Kunstschau gelungen. Das sahen wohl auch Kulturreferent Gabrie Engert und Oberbürgermeister Lösel so, die zusagten, die Exerzierhalle auch künftig als Ausstellungshalle zu erhalten. Sie dankten ausdrücklich den Organisatoren (Messeleitung Viktor Scheck und Angelika Gützlaff) für ihr Engagement. Dabei war es in diesem Jahr nicht ganz einfach gewesen. Einer der großen Ausstellungsräume - die Reithalle im Klenzepark - stand nicht zur Verfügung, was besonders für die großen Bildhauerarbeiten problematisch hätte sein können Weniger Platz und mehr Anmeldungen von Künstlern aus ganz Bayern, diese Herausforderung gab es für die Jury zu meistern. Und es ist ihr gelungen: die Kunstmesse Ingolstadt 2016 überzeugt durch eine dichte künstlerische Qualität und durch eine gute Mischung aus bekannten Künstlern, deren Entwicklung man gerne verfolgt und neuen Kunstmesse-Teilnehmern wie Stefan Wanzl-Lawrence und Susanne Pohl, die mit ihren Radierungen enorm großes Interesse finden dürften.

Eine gute Kunstschau

55 Künstlerinnen und Künstler hier ihre Werke - durchwegs beeindruckende, spannende, manchmal augenzwinkernde Werke. Isländische Mythologie nur aus Farben, kritische Werke zur Legehennenhaltung und Bilder vom Huhn, die vor Persönlichkeit fast bersten und ausruckvolle Portraits, Gebilde aus Papier, die offen lassen ob sie nicht doch natürlich sind, feinste Silberarbeiten, Skulpturen aus ewiger Mooreiche oder Objekte aus Jurakallk, strenge Grafik oder das Spiel mit Farben, Formen und Techniken - durchweg beeindruckend. Man will mehr sehen und auch die nächste Ausstellungs-Koje überrascht mit neuem Material, völlig anderer Ästethik, Zwischentönen. Bereits beim Eröffnungsempfang wurden erste Bilder verkauft.

Kunstmarkt öffentlich gefördert

Als die Kunstmesse 2010 startete, damals noch gefördert aus dem Bayerischen Kulturfonds, war nicht sicher, ob sie eine feste Einrichtung werden kann, wie die überregionale Wahrnehmung sein wird. Inzwischen ist die Stadt Ingolstadt mit 25.000 € in die Förderung eingestiegen und macht sich damit mindestens bayernweit einen guten Namen auf dem Kunstmarkt mit der Produzentenmesse und Kunstschau.

Die Künstlerinnen und Künstler bewerben sich inzwischen aus dem gesamten bayerischen Raum, eine Jury wählt aus und sichert so Professionalität und eine hohe Qualität. Nicht nur die Künstler, auch die Besucher kommen von weiter weg in die Donaustadt, auch die Besucher kommen aus dem bayerischen Großraum. Das erste Bild des Abends wurde denn auch an eine Münchnerin verkauft.

Die Messe präsentiert sich noch bis Sonntag abend, mitten im Klenzepark im Exerzierhaus, nur fünf Gehminuten von der historischen Altstadt entfernt.

KunstCafé feat. Diagonal | Täglich ab 10 Uhr ist auch das KunstCafé im Exerzierhaus geöffnet – das  Team des Diagonal bewirtet mit seiner bewährten Qualität und Gastfreundlichkeit - Kaffee, Kuchen, kleine warme Gerichte.

Öffnungszeiten
Fr       01. Juli 2016      10 - 20 h
Sa      02. Juli 2016      10 - 20 h
So      03. Juli 2016      10 - 18 h


www.kunstmesse-ingolstadt.de | Alle Aussteller, Programm, Eintrittspreise, Anfahrt

K10 über die Kunstmesse 2014 | hier lesen : Großartige Kunstproduzenten-Messe Ingolstadt

Bilder vom Eröffnungsabend

 



Bilder: (c)Petra Kleine | Foto oben: E.A. Jung

kunstmesse2014 FREUDE 348Ingolstadt | Drei Tage lang zeigen 60 Künstlerinnen und Künstler aus Bayern ihre Arbeiten auf der kunstmesse ingolstadt 2016, die am 1. Juli beginnt. Nicht nur sehen, genießen und fragen, auch das Kaufen ist ausdrücklich erwünscht. Hier gilt „Kunst kommt auch von Kunde.“ wie es Messeleiter Viktor Scheck  ausdrückt, denn hier zeigen und verkaufen die Produzenten und direkt an die Kunstinteressierten, ohne Galerien als Vermittler.  Der direkte Kontakt mit den Künstlerinnen und Künstlern  ist dann auch  das besonders Spannende an einer solchen Produzentenmesse.

Ab Freitag, den 1. Juli bis Sonntag, 3. Juli werden wieder gut zweitausend Besucher erwartet. Die Kunstmessen des BBK Ingolstadt finden in zweijährigem Turnus statt und  waren bisher schon Besuchererfolge, haben überregional ein großes Medienecho gefunden. Von der feinen Silberarbeit über Malerei,  Fotografie bis zur Skulptur sind alle Kunstgattungen vertreten - und auch jede Preiskategorie.

Die Messe präsentiert sich mitten im Klenzepark im Exerzierhaus, nur fünf Gehminuten von der historischen Altstadt entfernt. Die kunstmesse ingolstadt 2016 wird, wie auch in den vergangenen Jahren, von der Stadt Ingolstadt unterstützt. Die Organisation liegt beim Berufsverband der Bildenden Künstler Obb. Nord und Ingolstadt e.V..

KunstCafé feat. Diagonal | Täglich ab 10 Uhr ist auch das KunstCafé im Exerzierhaus geöffnet – das  Team des Diagonal bewirtet mit seiner bewährten Qualität und Gastfreundlichkeit.

Öffnungszeiten
Fr       01. Juli 2016      10 - 20 h
Sa      02. Juli 2016      10 - 20 h
So      03. Juli 2016      10 - 18 h


www.kunstmesse-ingolstadt.de | Alle Aussteller, Programm, Eintrittspreise, Anfahrt

K10 über die Kunstmesse 2014 | hier lesen : Großartige Kunstproduzenten-Messe Ingolstadt

Bild oben: Kunstmesse 2014 | Künstler Frederik Lindqvist (re.) freut sich über den Verkauf eines Wandteppichs, Gerd Hummel (li.) ist Sammler von Teppichen und Textilarbeiten schätzt den zeitgenössischen Künstler.  

Eindrücke der Kunstmesse 2014 …

Alle Bilder: © Petra Kleine | K10

Batterie Jordan Weinfurtner Parthum 3482Ingolstadt | Batterie 94 - reloaded. Die Künstler Markus Jordan, Tom Parthum und vor allem Ines Weinfurtner (Swept-Away-Gastronomin), haben den alten Festungsbau am Künettegraben geöffnet und erfüllt - mit Licht, Leben und Kreativität, mit Ateliers, Bar, Bühne, Bienenvölkern und offenen Möglichkeitsräumen für Ingolstadts freie Kulturszene. Die Drei (Foto) haben es als Privatleute angepackt und viel in die Idee einer Kreativgemeinschaft investiert. Monatelange viel eigene Arbeit und viel Geld. Es waren umfassende Umbauarbeiten notwendig um Raum, Licht, Luft zu gewinnen. Wände wurden eingerissen, um die Fenster frei zu machen, Böden verlegt, selbst die Elektronik wurde erneuert. Der hiesige Polizeisportverein, er ist Hauptmieter und der direkte Nachbar der Batterie, hatte das Gebäude seit den 70er Jahren an verschiedene Gastronomen untervermietet, zuletzt war es eine Discothek gewesen, die nach Razzia geschlossen worden war.

Kreativzentrum mit Dachgarten, altem Baumbestand, zentral gelegen

Dann erfuhr Ines Weinfurtner vom Leerstand und erfüllte sich mit Jordan und Parthum den Traum eines gemeinsamen Künstlerhofes, einer Kreativgemeinschaft. Weinfurtner ist gelernte Elektrikerin und die Wirtin des Swept-Away. Sie arbeitet künstlerisch mit Holz, Skulptur und Farbe. Lichtkünstler Markus Jordan stieg mit ein und schuf sich und der Glow Connection einen Kreativarbeitsplatz. Für ihn ist nicht nur die Gemeinschaft ein Traum, sondern vor allem der große Dachgarten. Ein Wald mitten in der Stadt. Tom Parthum hat sein Atelier per plex aus der Donaustraße 1 hierher verlegt. Die zentrale Lage – 4 Min. vom Rathausplatz, vom Swept Away oder Stadttheater entfernt – ist für alle immer noch kaum zu glauben. Ein Traum.

Eines der Ateliers hat die bildendende Künstlerin ChaBé gemietet. „Das erste Mal seit mehr als 20 Jahren eines mit funktionierender Heizung.“ freut sie sich. Aus ihrem früheren Atelier im Körnermagazin hatte sie noch ein paar der bunten Türen gerettet und mitgebracht – man weiß ja nie. Und auch von Biennale-Künstler René Chacon, kürzlich überraschend verstorben, steht hier wieder (s)ein Schreibtisch.

Rote Tür aus der Schubsa

Recycling und Upcycling sind überhaupt ein großes Thema in der Batterie 94. Für Sebastian Lehners Fahrradwerkstatt, er ist zudem Imker und mit seinen Bienenvölkern der fünfte im Bunde, wurde eines der roten Tore der abgerissenen Schubsa-Gießerei eingebaut. Ein Ingolstadt-Liebhaber hatte sie als wichtiges Stück Industriegeschichte lange aufbewahrt. Sie passt jetzt genau hierher. Das Schild „Vorsicht Fußgänger“ ist auch noch echt. So etwas nennt man wohl Wertschätzung - ein Spirit, ohne den das ganze Projekt nicht denkbar gewesen wäre.

Upcycling-Design

Die prächtigen, gläsernen Kronleuchter und lichtstreuenden Wandobjekte sind Upcycling-Design von Markus Jordan. Sie können, ebenso wie die aufgearbeiteten Stühle im Veranstaltungsraum oder die Malerei, auch gekauft werden. Weitere Re-Finanzierung kommt aus dem Barbetrieb, aus Veranstaltungen, Workshops, Vermietung der Räume. Auch finanziell das Projekt durchdacht.

Stadtgeschichte korrigiert

Die Batterie 94 am Künettegraben ist natürlich auch ein Stück Stadtgeschichte. Nicht ganz unumstritten, wie Festungshistoriker Dr. Ernst Aichner in einem ebenso kurzen wie fröhlichen, historischen Exkurs erläuterte. Der ehemalige Direktor des Bayerischen Armeemuseums stellte zunächst klar, dass er überhaupt zum allerersten Mal an der Eröffnung einer solchen „ich nenn es mal ... Einrichtung“ teilnehme. Und rückte dann die Geschichte zurecht, weil es sich bei diesem Festungsbau eben nicht um eine Batterie handle, sondern um eine Kaponniere. Verkürzt wiedergegeben ist die Batterie eine Plattform, die Kaponniere dagegen ein Hohlraum für Geschützkanonen.

„Frau Weinfurtner, ich flehe sie an …“
Dr. Aichner, Festungshistoriker und Armeemuseumsdirektor a.D.

Die enormen Deckenhaken, die heute Jordans Kronleuchter tragen, zeugen noch davon, dass hier einst die Kanonen eingehängt waren, im Inneren des Bauwerks. Seiner Hoffnung auf Richtigstellung verlieh Aichner mit einem eindringlichen Flehen an die Chefin des Hauses Ausdruck: „Frau Weinfurtner, ich flehe sie an, ändern sie den Namen in Kaponniere, sie haben die seltene Gelegenheit, die bayerische Geschichte korrigieren zu können!“

Überhaupt zeigte sich Ingolstadt an diesem Abend von seiner schönsten Seite – offen, feierfreudig und vielfältig. Künstlerinnen, Polizeisportler, Autoren, Militärhistoriker, Schauspielerinnen, Theaterszene ...  feierten mit Kulturinteressierten aus Stadt, Politik und Verwaltung die gelungene Eröffnung.

Und weil sowohl Kulturreferent Engert anwesend war als auch Stadtbaurätin Presslein-Lehle und einige Stadträtinnen richtete Ines Weinfurtner auch gleich eine Bitte ans geneigte Publikum: auf dem Dach der Batterie, pardon Kaponniere, sei ja großer Dachgarten. Diesen könne man nur öffentlich nutzen, wenn es einen Zaun gäbe, der vor einem Absturz in den Künettegraben bewahre. Ob hier nicht die Stadt eine Idee hätte … Die Stadt wird es sich wohl überlegen. Immerhin ist die Batterie letztlich eine städtische Liegenschaft. Diese private Initiative zur lebendigen Nutzung eines Festungsbaus als kreatives Zentrum ist ein ungeheurer Gewinn für das kulturelle Leben und das urbane Ingolstadt. Bis es mit dem Zaun soweit ist, leben dort oben eben Sebastian Lehners Bienenvölker und produzieren Honig aus dem Auwald, denn auch der ist ja gleich nebenan.

Es ist, als hätten alle darauf gewartet

Die Batterie 94 – ein Traum vieler, den Weinfurtner, Jordan und Parthum mit ihrem Pioniergeist wahr gemacht haben und an dem nun alle teilhaben können: es wird Lesungen geben, Konzerte, Partys, Diskussionen, Märkte, Ausstellungen, Performances, offene Atelierräume. Paula Gendrisch, Schauspielerin am Stadttheater, hat sich für ihr Projekt Figurentheater schon angemeldet, Bettina Krugsperger spielt mit Band am 25. Juni das erste öffentliche Konzert. Es ist, als hätten alle genau darauf gewartet.  Petra Kleine

Batterie 94 - voll geladen!

 

Bilder von der Eröffnung der Batterie 94
(zum Vergrößern draufklicken)

 

Alle Bilder: ©Petra Kleine | K10

Bottesch 348Ingolstadt | Siebenbürgen | Der bildenden Künstlerin Sieglinde Bottesch wurde jetzt der Siebenbürgisch-Sächsische Kulturpreis 2016 verliehen. Mit dieser höchsten von Siebenbürger Sachsen vergebenen Ehrung werden besondere Leistungen für Wissenschaft und Kunst gewürdigt, 2015 war Peter Maffay damit geehrt worden.

Sieglinde Bottesch wurde für wurden ihre künstlerischen Leistungen gewürdigt, die sie in Rumänien und in Deutschland erbracht hat.

Bottesch, 1938 in Hermannstadt geboren, stellt nach dem 1965 beendeten Studium an der Fakultät für Bildende Künste in Bukarest seit 1967 in Rumänien aus. Nach der Ausreise 1987 setzt sie ihre Ausstellungstätigkeit fort, vor allem in Mittel- und Osteuropa. Bottesch war zunächst als Malerin, danach auch als Graphikerin, Zeichnerin, Illustratorin erfolgreich und, bis 1999, als Kunsterzieherin tätig. Inzwischen befasst sie sich auch mit Skulpturen und dem öffentlichen Raum. Sie ist als engagierte Kunstschaffende bekannt, die sich neben eigenen Ausstellungen auch an Kunst-Projekten und Aktionen beteiligt, sie ist Mitglied im BBK – Berufsverband bildender Künstler Ingolstadt und Obb. Nord.

Herzlichen Glückwunsch zu dieser Auszeichnung!

 

www.sieglinde-bottesch.de

BrunnquellVilla pig nick Sieglinde Bottesch

Foto:
oben - Sieglinde Bottesch bei der Kunst-Aktion "Achtung Kultur";
unten: Kunstaktion "Seniorenteller" des Stadttheaters in der "Brunnquell-Villa", 2014 (c)Petra Kleine

 

Werner Kapfer Sportbad 1170x388Ingolstadt | Ein Wettbewerb, drei Herausforderungen. 
Die Philosophie des Architekten,
die Akzeptanz durch einzubeziehende Jugendliche,
ein Kunstwerk in der Balance von Durchsetzungskraft und Zurückhaltung. 

Meine erste Idee: Eine Arbeit die den Schwimmsport und die Entstehung der Gestaltung direkt verbindet. Eine sehr aktive, sportliche Schülerbeteiligung: Jugendliche Mitglieder des SC Delphin, die möglichst optimale Startsprünge zeigen, vor der Kamera. Startsprung „Freistil“ und Startsprung „Rücken“. Auswahl der besten Fotos. Gruppierung und räumliche Anordnung. Nach der Umsetzung für digitale Druckverfahren dann gemeinsame Farbdefinitionen. Nach dem Colloquium jedoch stand fest: Die digitale Technik war in der vorgesehen Fliesengröße nicht möglich. Also zurück auf Los.

Der Blick in eine sonnendurchflutete Baumkrone führte mich dann zu einem neuen Ansatz. Rückbesinnung auf den Kern meiner Arbeit: Das Farbfeld. Horizontale Gliederung, vibrierende Farben. Die Jugendlichen der Kunst und Kulturbastei sollten mir ein wichtiges Feedback auf dem Weg zur endgültigen Festlegung der Farben für die Wettbewerbsphase geben.

Präsentiert durch einen Beamer, also Licht, wirkten die Farbtöne der Entwürfe mit ihren Gelb- und Grünnuancen lebendig und freundlich. Die Stimmung zeichnete spontan ein Lächeln auf die Gesichter der Betrachter. Die Abstraktion der Arbeit, mit ihren sehr reduzierten, aus der Natur entlehnten Strukturen, stellte kein Hindernis dar, im Gegenteil. Die Jugendlichen interessierten sich mehr für die Kriterien der Farbwahl: Aus dem Farbkonzept der Architekten, wählte ich nur zwei Farben aus, jedoch mit je drei Abstufungen versehen. Die heitere Wirkung dieser Kombination, von mir besonders erwünscht für trübe Tage, war in der kühlen dunklen Harderbastei gut zu testen. Das Ergebnis: Daumen hoch.

Für die Herstellung der Wettbewerbsentwürfe wurde ein erfahrener Drucker einbezogen. Nach mehreren Probedrucken an unterschiedlichen Maschinen konnten die 2,40 Meter langen Entwürfe gedruckt und, um den Glanzgrad von Fliesen zu simulieren, anschließend lackiert.

Mosaikabnahme 03Für die Herstellung des Mosaiks definierte ich Farbcodes, nach denen der Fliesenhersteller Labormuster fertigte. Schon die zweite Charge führte dann zur Freigabe für die Produktion. Bei den ersten Mustern fehlte noch die Farbtiefe wegen zu matter Glasuren. In einem nächsten Schritt musste die Lage jeder einzelnen Fliese mit Farbnummer festgelegt werden. Im Werk wurden die
ca. 4000 Fliesen nach diesem System ausgelegt und auf Netze geklebt. Die Freigabe des Mosaikes erfolgte zusammen mit dem Auftraggeber, den Stadtwerken und dem Architekten im Werk von Villeroy & Boch.

Nach der Montage des Mosaikes, noch vor dem Verfugen konnte nicht nur die korrekte Anordnung kontrolliert werden. Erstmals war es jetzt möglich die Durchsetzungsfähigkeit der Komposition bei Fernwirkung zu erleben. Mit der Auskleidung des Nischenumfeldes und der Montage der Beleuchtung rückte die Fertigstellung näher. Aber erst nach dem Füllen der Becken vervollständigte sich die Wirkung durch die Spiegelung im Wasser. Von einer Sitzbank gegenüber dem Kunstwerk kann der Betrachter mit einem Blick über die Wasserfläche in die Farbchromatik „Sommertag“ eintauchen.   Werner Kapfer

www.werner-kapfer.de

Mehr dazu lesen ... Kunst im neuen Sportbad | Werner Kapfer "Farbchromatik Sommertag"

Fotonachweis:
Foto oben: Fotograf Johannes Hauser (c)Werner Kapfer
Foto unten: (c)Werner Kapfer

 

WernerKapferMontage 348Ingolstadt | Sechs Künstlerinnen und Künstler des BBK Ingolstadt und Oberbayern Nord lud die Stadt Ingolstadt zu einem Wettbewerb für die künstlerische Wandgestaltung im neuen Sportbad ein – Dorina Csiszar, Reinhard Dorn, Werner Kapfer, Fredrik Lindqvist, Karin Roth und Viktor Scheck.

An der Westseite der Schwimmhalle stand für die Umsetzung eine zweiteilige, etwa 27 m breite Fläche für ein Fliesenmosaik bereit. Die städtische Jury aus dem Kulturreferenten Gabriel Engert, Thomas Hehl, Geschäftsführer der Stadtwerke Freizeitanlagen GmbH und Bauherr des Sportbades, dem Architekturbüro Krieger, Michael Schölß, BBK, und dem Kulturausschuss entschied sich für den Entwurf „Farbchromatik Sommertag“ von Werner Kapfer. Kapfer befasst sich als bildendender Künstler intensiv mit Farbe und ihrer energetischen Wirkung - aufeinander und in unterschiedlichen Raumsituationen. Eine Thematik übrigens, die auch in der konkreten Kunst eine Rolle spielt - ein schöner Bogen, der nun unversehens zwischen dem neuen Bad und unserem Museum für konkrete Kunst entstanden ist.

Mit seinem Werk "Sommertag" stellt Kapfer eine Verbindung zwischen der Architektur und dem nahen Glacis her, das sich im Westen an die Schwimmhalle anschließt. Das Mosaik spielt mit den Farben sonnendurchfluteten, grünen Laubes und den Spiegelungen im Wasser. Gelbe und grüne Farbtöne setzen einen warmen, sonnigen, energiereichen  Akzent in der Schwimmhalle, die sonst eher kühl - weiß, grau, blau, Edelstahl, Glas - gehalten ist. Der Sommertag hat die Kraft, in der gesamten, großen Schwimmhalle nicht nur sichtbar zu sein, sondern auch Wirkung zu entfalten. 

Farbe ist nicht nur ein "Lebensmittel",
sie ist eines der wenigen Genussmittel
das auch noch Aussagekraft besitzt,
ihr bewusster Einsatz kann den Alltag bereichern.
Werner Kapfer

Kapfers Entwurf wurde im Mettlacher Werk vom Fliesenhersteller Villeroy & Boch umgesetzt. Die Fotos zeigen die Abnahme der Wandmosaiken am Firmensitz von Villeroy & Boch in Mettlach. Teilnehmer waren, neben dem Künstler, die Stadt Ingolstadt, die Stadtwerke Freizeitanlagen, das Büro Krieger Architekten, die Firma Nerlich & Lesser, Mosaikatelier und weitere Firmenvertreter von Villeroy & Boch.

Eine Anforderung des Kunst-Wettbewerbes war auch, Jugendliche mit einzubeziehen. So traf sich StreetArtig, die Jugendgruppe der Kunst- und Kulturbastei, jeweils einen Nachmittag mit jedem der sechs Künstlerinnen und Künstler. Diese stellten ihren Entwurf zur Diskussion und gingen mit den Jugendlichen in konstruktive Kunstkritik, nahmen Vorschläge mit auf. Unter der Leitung von Beate Diao schulten die jungen Kunstinteressierten so nicht nur ihr Urteilsvermögen, sondern brachten ihre 3 Favoriten als Empfehlung in die Jury ein. Und, soviel darf gesagt werden, der Sommertag war dabei.

Erwähnenswert ist noch, dass die Idee zur Kunst am Bau erst spät aufkam, als das Bad schon halb gebaut war. Farben und Materialien wurden den Künstlern in engem Rahmen vorgegeben: 10x10 cm-Fliesen aus einer sorgsam zusammengestellten Farb-Material-Palette für das Sportbad, die sogar im Gestaltungsbeirat (positiv) beraten worden war. Dass sich tatsächlich so spät noch eine Fläche ergab, um künstlerische Gestaltung nicht nur gut, sondern sogar prominent zu platzieren, dafür ist den Stadtwerken und den Architekten Krieger ausdrücklich zu danken. 

Seit 26. April ist nun die Farbchromatik Sommertag als Mosaik im neu eröffneten Bad an der Jahnstraße zu sehen.

Zur gelungenen Architektur, die sich, individuell und ortsbezogen gestaltet, in den schmalen Raum zwischen Stadteinfahrt, Festungsbau und Grünring einfügt, und zu den technischen Finessen (einmalige Hubtechnik) des Sportbades schreibt begeistert die Bayerische Staatszeitung  "Auf die Plätze – fertig – schwimm."

Die Entstehung der Farbchromatik beschreibt der Künstler selbst in: Making of ... Sommertag | Von Werner Kapfer

Fotonachweis: ©Werner Kapfer;
Foto Panoramaansicht auf die Mosaikwand: Fotograf Johannes Hauser (c) Werner Kapfer

simone schimpf lars breuerGemeinsam mit dem Künstler Lars Breuer eröffnete Audi ArtExperience jetzt den 8. Audi Kunstraum. Erstmals exklusiv gestaltete der Künstler großflächige Wandarbeiten für das Audi Forum Ingolstadt und das Audi museum mobile. Im Rahmen der Ausstellung „Bildräume und Schrifträume – Lars Breuer und Otto Nemitz“ präsentiert der Audi Kunstraum bis Ende Oktober die Werke, die hierfür in fünf Tagen entstanden sind.

Erlebnis, Erinnerung, Ästhetik

Der Künstler Lars Breuer (*1974) entwarf für das Gebäude „Markt und Kunde“ und das Audi museum mobile großflächige Wandarbeiten, die sich durch starke Schwarz-Weiß-Kontraste und geometrische Kompositionen auszeichnen. Zeitgleich werden in der Kundenlounge der externen Fahrzeugauslieferung Arbeiten des Stiftungskünstlers Otto Nemitz (1935-2012) gezeigt. Auch Nemitz reduzierte bereits früh seine Palette auf Schwarz, Weiß und Grautöne und untersuchte in seinen Zeichnungen und Malereien verschiedene Möglichkeiten, Struktur und räumliche Tiefe in der Zweidimensionalität zu transportieren.

Kunstraum bis 30. Oktober geöffnet

Lars Breuer präsentiert im Audi Kunstraum sein Werk „Trittico della Velocità, 2016“. „Praxis, Innovation und Technik werden als Leitlinien bei Audi angewandt“, erläutert Breuer. „Diese Begriffe bilden auch den Ausgangspunkt für meine Kunst.“ Mit seiner selbstentworfenen Typografie baut Lars Breuer Brücken zu Literatur und Kunstgeschichte. Die dreiteilige Installation „Trittico della Velocità, 2016“ stützt sich auf die 1925 bis 1926 entstandenen Werke des futuristischen Malers Gerardo Dottori und verbindet nach seinem Vorbild Fortschrittsgedanken, Optimismus und die Verherrlichung der Geschwindigkeit. Den Höhepunkt bildet das Werk INNOVATION/RESTRIKTION mit einer Länge von mehr als 33 Metern. Wichtig ist Breuer stets der Bezug zum Raum, der oftmals durch seine großflächigen Wandgemälde neu definiert wird. Neben seinen einzigartigen typografischen Lösungen gestaltet der Künstler auch figurative Gemälde und abstrakte Kunstwerke. www.larsbreuer.de

  • Mit der Präsentation von Kunst im Raum zeigt AUDI ArtExperience, dass funktionale Räume durch künstlerische Gestaltung mehr sein können als (schöne, sichere, saubere) Durchgangs- und Verkehrsflächen. Sie werden zu ästhetischen Anreizen, zu Erinnerungen, zu Kommentierung des Ortes, an dem sie zu sehen sind. Innovation und Restriktion als Begriffe im AUDI Forum, da fließen die Gedanken geradezu ... Sie bekommen in Verbindung mit der Faszination, die die Kunst der 20er Jahre für Geschwindigkeiten hatte, etwas Grundsätzliches, das aus dem Heute kommentiert werden kann. Kunst im Raum, die auch unsere Gedanken inspiriert, gestaltet. Lars Breuer ist in Ingolstadt nicht unbekannt. Im Rahmen der Ausstellung Schwarz-Weiß im Museum Konkrete Kunst war er letztes Jahr präsent, hatte auch Workshops angeboten. AUDI hat in die Stadt hinein einen guten Impuls gegeben, wie öffentlicher, funktionaler Raum mit künstlerischer Idee verbunden werden kann. Kunst im Raum, die in der Premium-Automobil-Stadt und dem Ingolstadt, das die Konkrete Kunst und Design als einen musealen Schwerpunkt gewählt hat, ein besonderes Profil bilden kann und vor allem eines kann: Identität schaffen.  Petra Kleine


lars breuer audi forum 2

lars breuer audi forum

simone schimpf lars breuer 700

lars breuer audi forum innova

Seit  2011 fördert die AUDI AG über Audi ArtExperience die Zugänglichkeit der wertvollen Nachlässe der Künstler der Stiftung für Konkrete Kunst und Design Ingolstadt. In wechselnden Ausstellungen präsentiert der Audi Kunstraum Werke der 16 Künstler, die bislang der Stiftung angehören. Der Besucher entdeckt hier wesentliche Aspekte der Konkreten Kunst, begegnet auf spielerische Weise der eigenen Wahrnehmung und kann nicht zuletzt auch immer wieder Verbindungen zur eigenen Lebenswelt finden.

Bildnachweise: AUDI AG; Auf dem Bild oben: Lars Breuer und Dr. Simone Schimpf, Direktorin des Museums für Konkrete Kunst.

 

Hubert Klotzeck 348Hubert P. Klotzeck, 49, ist der neue Vorsitzende des Kunstvereins Ingolstadt. Der gebürtige Ingolstädter ist Fotograf und Galerist der Galerie Bildfläche in Eichstätt. Christine Fuchs, die den Kunstverein seit fünf Jahren vorstand, wird sich beruflich verändern und hat das Amt nun übergeben.

Klotzeck war in den letzten Jahren bereits Mitglied des Kunstvereins-Vorstands gewesen. Vor zwei Jahren hatte er seinen Hautberuf aufgegeben und sich mit der Galerie Bildfläche in Eichstätt und als Fotograf selbstständig gemacht. Mit seinem Ausstellungsprogramm hat er die letzten Jahre bereits gezeigt, wie er denkt und arbeitet. Regional gut vernetzt und sucht er aktiv die Kooperation und den Austausch -mit KünstlerInnen nicht nur zur Fotografie, sondern aus allen Bereichen der bildenden Kunst, in freien Kunstprojekten, mit dem professionellen Berufsverband bildender Künstler oder Bands der regionalen Musikszene. Schwierige Themen wie Krieg (aktuell die Ausstellung ZWISCHENSTILLE von Rainer Süflow) oder Klerikales (Wounds von Marc Köschinger) finden beim ihm ebenso Aufmerksamkeit wie Fragen der Ästhetik.  2013 wurde dies mit dem Eichstätter Kulturpreis gewürdigt. In seinem neuen Amt, so Klotzeck, möchte er den Kunstverein Ingolstadt für Junge interessant machen und den Traditionsverein auch in die politischen Diskussioen der Stadt einbringen, etwa in das aktuelle Bündnis “Achtung Kultur” oder zum öffentlichen Raum.

Zunächst gilt es, das vom Kunstverein bereits geplante Programm 2016 umzusetzen, das die scheidende Vorsitzende Christine Fuchs in der Mitgliederversammlung präsentierte. Sie hat sich bei den Mitgliedern als Vorsitzende verabschiedet, weil sie sich nicht nur beruflich verändern, sondern auch weil sie sich selbst wieder mehr der Malerei zuwenden wird. Die promovierte Juristin und studierte Künstlerin zeigt im Winter 2016 wieder Bilder unter dem Titel "noch nicht" - in der Galerie Bildfläche. Vorgestellt wurde den Kunstvereinsmitgliedern auch Gesa Vierck, als neue Kuratorin des Kunstvereins.

christine fuchs

Programmplanung 2016

Merve | Ort und Erinnerung | 18. Juni Im Rahmen des bayernweiten Kunstprojekte GEWEBE. Textile Projekte ist für den 18. Juni 2016 ein Atelierbesuch bei der Künstlerin Merve Giehl geplant.

Clet Abraham | Streetart | Kuratiert von Raimund Reibenspieß, Eröffnung am 23. Juni 2016

Wolfgang Stehle | Skulpturen | Eine Kooperation mit Villa Concordia Bamberg, kuratiert von Axel Häusler

Yasam Sasmazer | Holzbildhauerin | ab 7. Januar 2017, kuratiert von Sigrid Diewald.

Dazu kommen die Veranstaltungen des Architekturforums, vorgesehen ist im Rahmen der aktuellen Ausstellung der Film von Jan Gehl “Human Scale” mit Diskussion zum menschlichen Maßstab bei Stadtplanung und Architektur.

www.kunstverein-ingolstadt.de

JohannesHauser ChristianSilvester 348Johannes Hauser hat mit seiner Ausstellung „nach oben“ viel  positive Resonanz bekommen. Das Konzept des Fotografen, durch die Perspektive eines extremen Weitwinkelobjektives senkrecht nach oben zu blicken, hat die Besucher in der Harderbastei begeistert. Die Schönheit, das Ornamentale und teils Erhabene hat fasziniert.

Doch es war nicht nur die Ästhetik. Es war vor allem, dass ein zweiter und dritter Blick auf die Bilder auch noch viel Spannendes bereithielt: Entstehungsgeschichten aus dem Bundestag, Sehnsuchtsorte wie hohe Wälder oder Fußballstadien, lokale Kirchen und Moscheen, Zeitgeschichte aus Dresden ... Die Vielschichtigkeit, die der Künstler selbst mitbringt - er arbeitet als Journalist und ist studierter Soziologe - zeigte sich auch in seinen Bildern. Und er machte sie zugänglich über die Zusammenarbeit mit dem Institut für digitales Lernen Eichstätt. Informationen zum "Making of" gab es über QR-Codes, die zu einer Website führten: einfach zu handhaben, gut gemacht und auch von der Optik so gut umgesetzt, dass das hohe Niveau der Fotografien gehalten wurde. Man konnte einfach nur die Bilder genießen, oder eben mehr erfahren - großartig!

Auch die zahlreich erschienen Ingolstädter Fotografen zeigten sich bei der Eröffnung beeindruckt von der Idee und Umsetzung. Bemerkenswert, so der Tenor,  dass es tatsächlich noch gelingt, neue Perspektiven auf die Welt zu eröffnen. In unserer Nachlese einige Bilder vom Abend und zwei besonders schöne Beiträge zur Ausstellung:

 

logo kulturkanalDas Künstlergespräch von Isabella Kreim mit Johannes Hauser im Kulturkanal Ingolstadt.

 

Und: Die Laudatio des Journalisten Christian Silvester zur Eröffnung – der Blick "eines Lutherischen" auf die Heilsgeschichte in den Fotografien, gespickt mit Anekdoten zur Entstehung und den Interpretationen eines kritischen (Zeit-)Geistes. Ganz herzlichen Dank an Christian Silvester dafür, dass wir seine an diesem Abend vielbeachtete Rede hier zum Nachlesen einstellen können.

 

ChristianSilvester2

Sehr geehrte Gäste,
lieber Johannes,

Mir obliegt die schöne Aufgabe, ein paar einstimmende Gedanken zu Deinen eindrucksvollen Fotos in diese Festung zu streuen. Es freut mich auch, dass so viele Gäste gekommen sind. Und nicht zuletzt freut es mich, so viele Kollegen vom DONAUKURIER zu sehen. Wir Lokalredakteure erhalten hier die seltene Gelegenheit, die wie immer überwältigenden Eindrücke des gerade zu Ende berichteten Tages im Kreise hochkultureller Impressionen verarbeiten zu können. Ein bisschen Feuilleton am Feierabend ist ja nie verkehrt.

Johannes' Ausstellung „nach oben“ lässt den Begriff der Hochkultur in ganz neuem, verstörend-betörendem Licht erscheinen. Denn der Blick seines Fischaugenobjektivs, wie man im Fachjargon sagt, geht weit hinauf. Acht Millimeter Brennweite – der extremste im Handel erhältliche Winkel – öffnet eine bis dato unbekannte ästhetische Reflexionsebene. Die Welt wird – völlig unwirklich – zur Kugel. Ein eigenes 360-Grad-Universum, in dem sich Strukturen auflösen und irrlichternd neu zusammenfließen. Egal, ob ein surreal dahinströmender Sardinenschwarm in einem kalifornischen Aquarium, der Eiffelturm in Paris, die Münchner Allianz-Arena, die Dresdner Semperoper, egal ob der Dom zu Aachen, die Kathedrale zu Reims oder die futuristisch-antik-postmoderne Kuppel der Ingolstädter Piuskirche – sie alle schauen in dieser Ausstellung fremdartig-vertraut auf uns herab. Die 8-Millimeter-Radikalvertikale von ganz unten streng himmelwärts erweitert den Blick auf scheinbar fad-Bekanntes um ungeahnte Dimensionen, der Johannes lädt millionenfach abfotografierte Objekte mit neuer Faszination auf. Nach dem Hauserschen Fischaugenverfahren würde sogar jeder Hobbykeller, ja jede Doppelgarage in avantgardistischer Formensprache grüßen. Und selbst ein freudlos-spröder evangelischer Gemeindesaal entfaltet auf diesem Wege nachgerade barocke Pracht.

Apropos barocke Pracht. Johannes Ausstellung war Anfang Februar in etwas anderem Rahmen ja schon in Eichstätt zu sehen. Auch damals durfte ich bei der Vernissage ein paar einführende Worte sprechen. Ich wusste wohl, dass ich in dieser glaubensstarken Garnison der Geistlichkeit mit klerikalen Einlassungen extrem vorsichtig sein musste – zumal als Lutherischer. Dennoch kam ich nicht umhin, zu bekennen, dass mir Johannes Ausstellung ... ein Ideechen zu katholisch ist.

Gut, nach einer Schrecksekunde lachte da das Eichstätter Publikum sogar ein wenig. Ganz anders verhielt es leider bei meinen – wie ich in aller Bescheidenheit sagen darf – absoluten Knallerpointen rund um das politische Reizwort der Obergrenze, welche der Ausstellungstitel „nach oben“ natürlich nahelegt. Da blieb es staatstragend still im Raum. Ich spare mir diese Witze heute – aber nur, weil niemand von der CSU da ist.

Ich möchte kurz darlegen, wie sich die Dominanz der Kirche Roms in dieser Ausstellung erklären lässt. Ohne Johannes Fotografien theologisch zu überfrachten, wird doch schnell klar, dass der Schlüssel zum Verständnis zweifellos in der Heilsgeschichte liegt. Denn der Lutherische hat es, im Gegensatz zum Katholiken, ja nicht so mit der Transzendenz. Deshalb kommt bei Anhängern Luthers „nach oben“ in der Regel nicht mehr allzu viel, weder liturgisch, noch bautechnisch. Der Protestant ringt lieber im ganz und gar Irdischen um Gottes Gnade, deshalb neigt er auch nicht so zur Schöpfung prachtvoller Kuppeln und Gewölbe, also ganz anders als der Katholik, dem die Orientierung Richtung Jenseits ja schon in die Wiege gelegt ist. Und so streben eben hauptsächlich gut katholische Kirchen mit kühnen Bögen dem Himmel entgegen – wie erschaffen für Hausers Fischauge.

Es mag reiner Zufall gewesen sein, dass der Johannes nach meiner kritischen These bei der Eichstätter Vernissage sofort mit entsichertem Fotoapparat in die Dresdner Frauenkirche gerast ist, um dieses seltene Beispiel protestantischer Eleganz in seine Ausstellung aufzunehmen. Anschließend wandelte er – pardon: verwandelte er noch die Spanische Synagoge in Prag und die Ingolstädter Kocatepe-Mosche in einen kreisrunden 8-Millimeter-Kosmos. Heute darf man schließlich sagen: Selten prunkte eine Werkschau mit solch stringenter religiös-weltanschaulicher Ausgewogenheit.

Es gibt übrigens einen Punkt in dieser Ausstellung, an dem sich Religion und Weltanschauung idealtypisch vereinen. Zumindest für Anhänger des FC Bayern. Es ist der Anstoßpunkt der Allianz-Arena. Auch an diesem Sehnsuchtsort fußballerischen Wirkens war der Johannes unlängst zugange. Er schuf dort ein wie von Michelangelo gemaltes mystisch schimmerndes Gemälde, das anmutet wie das Tor zu einer anderen Welt. Sollten Franz Beckenbauer und Uli Hoeneß je feierlich in den Himmel auffahren – wovon ich fest ausgehe – dann von diesem Anstoßkreis aus, im Glanze glorienreicher Hauserscher Ästhetik.

Das Fischauge vermag übrigens auch eher mittelglänzende Mitbürger wie mich in Lichtgestalten zu verwandeln. Oder die Ingolstädter DK-Lokalredaktion. Sie schaute noch nie so dermaßen lässig aus, wie an jenem Nachmittag, da der Johannes einen Kollegenkreis formte, seine Kamera in Position brachte und den Selbstauslöser aktivierte. Herauskam ein richtig cooles Bandfoto im passendem Schallplattenformat.

Wir führen das nachher gern nochmal vor.

Auch die Werkgeschichte zu Johannes' Fotos birgt hohen Unterhaltungswert. Zum Beispiel wissen wir jetzt, dass im Deutschen Bundestag Fotografen außerhalb der Pressetribüne nicht zugelassen sind. Der Weg unter Sir Norman Fosters gläserne Kuppel, zweifellos die schönste Obergrenze der deutschen Demokratie, war dem Johannes amtlich versperrt. Nach einer Korrespondenz mit der Verwaltung des Hohen Hauses ereilte ihn eine traurige Erkenntnis: Vermutlich ist es sogar einfacher, mit den Aldi-Erben und Lidl-Gründer Dieter Schwarz, von dem nur ein einziges Foto kursiert, eine nette Homestory zu machen, als im Plenarsaal des Bundestages Lichtbildkunst zu schaffen. Aber dann trat ein anerkannter Brückenbauer auf die Bühne der Hochkultur: Reinhard Brandl, unser Ingolstädter CSU-Abgeordneter, legte dem Bundestagspräsidenten mit lobenswertem feuilletonistischem Beharrungsvermögen besonders gelun-gene Fischaugenensembles auf den Tisch und ans Herz, bis Norbert Lammert beeindruckt eine Ausnahmegenehmigung erteilte.

Ende November – ich arbeitete in dem Moment an einem Werk über die jüngste Sitzung des Bezirksausschusses Nordwest - erreichte mich schließlich eine SMS vom Johannes. „Ich sitze gerade unter dem Tisch von Claudia Roth!“ – Na Respekt, dachte ich, da ist er ja im tiefsten Herzen der Demokratie angekommen. Claudia Roth! Mehr parlamentarische Innerlichkeit geht nicht.

Er selbst kann zu jeder Aufnahme eine nette Anekdote erzählen und wird es auch gleich mit Freude tun. Neue heitere Geschichten werden sicher folgen, denn mit solch erstklassigen Referenzen wie dem Bundestag oder St. Pius in der Mappe dürfte es dem Johannes fürderhin ein Leichtes sein, mit seinem Fischauge in weitere weltberühmte Bauwerke und markant gerundete Räume zu gelangen, ich denke da etwa an die Privatkapelle des Papstes, das Mao-Mausoleum und das Oval Office des amerikanischen Präsidenten. Vielleicht, wer weiß, überrascht uns der Johannes in einem Jahr bei der Eröffnung seiner Ausstellung „nach oben Teil 2 - höher geht’s nicht“ mit Erzählungen wie: „Das Shooting im Weißen Haus war echt okay, nur Donald Trump hat ein bisschen genervt.“

Ich wünsche viel Freude beim Entdecken der Ausstellung und danke für die Aufmerksamkeit.

Christian Silvester ist Journalist, lebt in Ingolstadt und arbeitet beim DONAUKURIER

verknuepft und gewebe„Gut vernetzt“ zu sein ist ein Grundmuster unserer Gesellschaft geworden. Doch auch wenn es sich um gewebte Stoffe, geknüpfte Teppiche oder andere textile Strukturen handelt, ist es nicht nur Gewebe sondern immer auch soziales Gewebe. Kulturtechnik, Herkunft, Nachhaltigkeit, Entstehungsgeschichte(n) sind immer ein sozialer Zusammenhang, von dem sich dem das Material nicht lösen kann.

Die Menschen seien ständig dabei, sich selbst, miteinander oder stoffliche Fäden und Fasern zu verknüpfen, so der Gedanke von Museumskuratorin Dr. Theres Rohde. So entstünden Stoffe und Netzwerke, textile und soziale Gewebe. Eröffnet wurde das Kunstfestival GEWEBE. Textile Projekte im Museum für Konkrete Kunst (MKK), zusammen mit der Ausstellung „verknüpft“ der deutsch-iranischen Künstlerin Haleh Redjaian.

Das bayerische Städtenetzwerk STADTKULTUR e.V., das zum Auftakt seines Kunstfestivals GEWEBE. Textile Projekte ins MKK eingeladen hatte, weiß, worum es bei Netzwerken geht, wie man es zusammenhält und dass ein Gewebe auch reißen kann. Seit den 1970er Jahren arbeiten hier 50 bayerische Städte zusammen und schaffen gemeinsame Kunst- und Kulturprojekte, setzen Impulse. Eine Kulturarbeit, die an diesem Abend besonders gewürdigt wurde. Es seien über die Jahre nicht nur funktionierende Netzwerke, sondern echte Freundschaften entstanden, bedankte sich Norbert Tessmer, Oberbürgermeister der Stadt Coburg und Vorsitzender des Städtenetzwerkes, sehr persönlich bei STADTKULTUR-Geschäftsführerin Dr. Christine Fuchs. Und er weiß auch um die Relevanz guter Zusammenarbeit, denn, so zitierte es Konfuzius, „Wer am falschen Faden arbeitet, zerstört das ganze Gewebe.“

Dr. Christine Fuchs koordiniert und realisiert seit vielen Jahren bayernweite Kunstfestivals. Dieses Jahr ist der Schwerpunkt die Bildende und die angewandte Kunst, der Stoff als zweite Haut, das Gewebe als Metapher, als Struktur. Und auch das Festival selbst, mit seinen 90 Veranstaltungen in 20 Städten ist, so Christine Fuchs in ihrer Begrüßungsrede, ein Gewebe, ein kulturelles Gebilde, das viele Fäden in den Städten aufgegriffen hat (viele auch angeregt) und zu einem gemeinsamen Programm zusammengefügt hat. Es sei, so Fuchs, ein wirklich schönes Programm geworden, das eine pflegende, kundige Hand mit großer Wertschätzung und Freundlichkeit gewebt habe - diese Anerkennnung ging an Lisa Hauke, die das Projekt kuratiert hat.

Alles ist verknüpft

„Verknüpft - Haleh Redjaian und die Sammlung“ weist schon auf das Konzept hin, das die Künstlerin verfolgt. Sie bringt in Zusammenhang – die östliche Tradition und westliche Moderne, eigene Werke mit der Sammlung aus dem Depot des MKK. So entstanden zwei übergroße Wandinstallationen aus tausenden Metern Garn, Hunderten von Nägeln und weißen oder goldenen Flächen. Sie werden mit ausgesuchten Werken aus der Sammlung des MKK präsentiert, die es den Betrachtenden nahelegen, sich zu überlegen, warum gerade dieses Werk ausgewählt wurde. Redjaian bringt östliche Kulturtechniken wie das Teppichknüpfen in Zusammenhang mit zeitgenössischer westlicher Kunst. Ihre textilen Gewebe orientieren sich an der Teppichkunst des Bauhauses. Ihr Kunstbegriff ist erweitert um die soziale, auch interkulturelle, Dimension und um die individuell menschliche. So sieht sie die Ausstellung als die Verknüpfung ihrer Werke mit der Sammlung und mit all denen, die daran (beim Aufbau und in der Konzeption) mitgewirkt haben und (als Museumspublikum) noch mitwirken.

Gewebe als soziale Skulptur

Die Auftaktveranstaltung und Vernissage im Museum für Konkrete Kunst war übervoll, das Interesse an der alten und neuen Kulturtechnik des Verknüpfens war enorm groß. Die Musik von Beißpony – eine feines musikalisches Klanglabor von Steffi Müller und Laura Theiß, mit E-Piano und Nähmaschine – tat das ihre, um eine heitere und kreative Atmosphäre zu schaffen zum Anbandeln, Netzwerken und Verknüpfen zu einer sozialen Plastik in neuem Gewand ... ein Museum voller GEWEBE. Großartig!

Zum bayernweiten Kunstfestival GEWEBE. Textile Projekte ist ein Katalog erschienen. Bayernweit finden 30 Veranstaltungen statt, das online Programm findet man hier www.gewebe-bayern.de

 

Blog | GEWEBE. Textile Projekte

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Blog | Künstlerin Haleh Radjaian | verknüpft.

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Bilder Verknüpfungen Gewebe

 

Bildnachweis | oben links: Haleh Redjaian, o.T., 2015; Privatsammlung Berlin, Foto: Carsten Eisfeld

 

 

Steffi Müller und Laura Theiß mit E-Piano, Schlagzeug und singender Nähmaschine

Gewebe Illustration blau348Verknüpfen, verbinden, vernetzen. Begriffe die unseren virtuellen, digitalen Alltag bestimmen, werden mit dem bayernweiten Kunstfestival „GEWEBE. Textile Projekt“ wieder anfassbar - als textile Struktur, als Stoff, als gewebtes Material. Die Kunstprojekte knüpfen in vielfältiger Weise an alte Kulturtechniken an, die heute noch, nicht nur in Bayern, gepflegt oder neu entdeckt werden. Es sind die textilen Branchen der Kreativwirtschaft, die stark vertreten sind, in der Mode wie im Kunsthandwerk, und Städte wie Pfaffenhofen, die über das Kunstfestival ihre textile Vergangenheit neu erkunden.

Der Auftakt des Kunstfestivals ist am 11. März in Ingolstadt, im Museum Konkrete Kunst. Das Städtenetzwerk STADTKULTUR Netzwerk Bayerischer Städte e.V veranstaltet zur Textilkunst Ausstellungen, Modenschauen, Workshops, kulturgeschichtliche Vorträge in 20 bayerischen Städten, bis zum 30. Juni.
Zugleich geht es aber auch um die Frage nach der Bedeutung gewebten Materials in Design und Gesellschaft. Das Themenspektrum reicht vom volkstümlichen Stoff über textile Skulpturen bis zum gewebten Raum. Dabei soll ganz bewusst – und auch als Kontrast zu den virtuellen, digitalen Netzen - das Haptische im Mittelpunkt stehen.

Am Eröffnungsabend dreht sich im MKK alles um Textilkunst, aber auch um Verknüpfungen von künstlerischer und musikalischer Art.

Der Abend startet um 19 Uhr mit von Dr. Christine Fuchs, Leiterin STADTKULTUR Netzwerk Bayerischer Städte e.V., und Dr. Simone Schimpf, Direktorin Museum für Konkrete Kunst. Die Ausstellung zeigt die deutsch-iranische Künstlerin Haleh Redjaian (*1971). Sie arbeitet seit vielen Jahren mit Fäden, die sie zu Rauminstallationen verspannt. Eine besondere textile Werkgruppe wird in ihrer Ingolstädter Ausstellung zu sehen: Wandteppiche, die sie in traditionellen Webereien im Iran mit minimalistischen Motiven fertigen lässt. Damit schließt sie an die Tradition des Bauhauses der 1920er Jahren an und weist viele Bezüge zur konkret-konstruktiven Kunst auf. Zu den textilen Werken von Redjaian werden daher auch Werke aus der Sammlung des Museums für Konkrete Kunst und der Stiftung für Konkrete Kunst und Design gezeigt.

Ab 20 Uhr erwartet die Besucher ein spannender Abend mit Künstlergespräch, Live Speakern und einer Musik-Performance von „beißpony“ mit ihrer singenden Nähmaschine. Außerdem gibt es textile Überraschungsobjekte zum Mitnehmen.

Bis Ende Juni finden auch in der Region zahlreiche Veranstaltungen statt. So entdeckt sich Pfaffenhofen als Stadt “Am seidenen Faden“ mit textiler Geschichte, Eichstätt geht dem Leinen nach... hier mehr zum Programm lesen.


www.gewebe-bayern.de
www.stadtkultur-bayern.de

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JohannesHauser detail Neue Sichtweisen auf Altbekanntes eröffnen, das gelingt dem Fotografen Johannes Hauser selbst mit dem Pariser Eiffelturm. Er eröffnet neue Perspektiven und schafft Bilder, die sehr ästhetisch sind und ungeheuer faszinieren. Künstlerisch professionell inszeniert und doch auch spielerisch.

Ein Jahr lang reiste Hauser und lichtete bekannte Bauten, Denkmäler, Landschaften, Architektur, Natur ab. Mit einer Sondergenehmigung des Kunstbeirates des Bundestages, konnte er selbst den Berliner Reichstag in dieser besonderen Weise fotografieren. Erst bei näherem Hinsehen wird klar, dass bei seinen Bildern nicht die Lichtbrechung die schöne, kristalline Ästhetik erzeugt, sondern eine gute Idee und die wohl überlegte Auswahl der Objekte, die er in Szene setzt. Die Blickrichtung der Kamera geht aus einem Zentrum nach oben, sucht die Symmetrie und ein starkes Weitwinkelobjektiv (Fischauge) erfasst ein sehr großes Feld rund um das Hauptmotiv. Wenn der Blick des Betrachters sich dann näher an die Fotografien heranzoomt, zeigt sich eine herrliche Miniaturwelt. Wir sehen kleine Häuser, Bäume, Menschen, Treppen, Fenster, Miniwelten, die fast künstlich wirken, weil sich rundherum und kopfüber angeordent sind. So werden selbst die Details des Alltags zu einer spannenden Entdeckungsreise.

Die Ausstellung wird ergänzt durch ein multimediales Angebot, das zusammen mit dem Institut für digitales Lernen in Eichstätt entstanden ist. Über QR-Codes, die in der Ausstellung neben jedem Bild zu finden sein werden, lassen sich zusätzliche Informationen zum jeweiligen Motiv, Bilder vom Entstehungsprozess des Fotos und weitere Ansichten abrufen.
Der folgende Link führt zur Beschreibung zweier Beispielbilder: http://wordpress.p290184.webspaceconfig.de

Johannes Hauser (41) ist Fotograf und Journalist und seit kurzem auch Mitglied des BBK Ingolstadt und Obb. Nord (Berufsverband Bildender Künstler Ingolstadt und und Obb. Nord).
https://www.flickr.com/gp/johannes-hauser/3SbKKe

Die Ausstellung nach oben ist geöffnet
vom 11. bis zum 13. März 2016 täglich von 10 – 18 Uhr.

Vernissage ist am 10. März 2016 um 19.30 Uhr.

Städtische Galerie in der Harderbastei
Oberer Graben 55, Ingolstadt

 

JohannesHauser 1170

 

 

Zwischenstille Verdun 348 Galerie Bildfläche | Einen Besuch auf den Schlachtfeldern vergangener Kriege mit Bildern aus Friedenszeiten zeigt der Fotograf Rainer Sülflow. "Was wir sehen: Wunderschöne, elegische Landschaften, noch immer beschädigte Häuser, auf den ersten Blick rätselhafte Details – aber doch Frieden. Was wir lesen: Texte auf farbigen Gründen, Briefe, Aufzeichnungen, Erinnerungen von Zeitzeugen. Darüber, wie furchtbar Krieg ist. Wie furchtbar das Denken in den Strukturen des Krieges ist.*" Ein Schachtfeldbesuch also, der kein Schlachtengemälde ist, sondern auf andere Weise den Krieg beschreibt oder den Frieden, oder vielleicht nur eine Zwischenstille.

Galerist Hubert Klotzeck bringt den Fotografen Rainer Sülflow nach Eichstätt, in die Galerie Bildfläche. Texte und Bilder sprechen auf intensive Weise das menschliche Mitgefühl an, heißt es in der Ausstellungsankündigung, denn das tragische Ausmass der Kriege ist bis heute noch kaum zu verstehen oder vorstellbar. Zwischenstille zeigt, wie es heute auf den ehemaligen Schlachtfeldern in der Mitte Europas aussieht, wo in den Kriegen zwischen 1914 und 1945 mehr als 80 Millionen Menschen zu Tode kamen.

Vernissage ist am 18. März um 19 Uhr.
Die Einführung wird Dr. Andreas Hochholzer halten.

Ausstellung „Zwischenstille“ | Ein Schlachtfeldbesuch von Rainer Sülflow
Kunstform Fotografie
Ausstellungsdauer 18. März bis 7. Mai 2016

Öffnungszeiten
Mittwoch 14.00 bis 18.00 Uhr
Freitag 14.00 bis 18.00 Uhr
Samstag 10.00 bis 13.00 Uhr
und nach Vereinbarung
Sonn- und Feiertag geschlossen

www.galeriebildflaeche.de

Bahnhofplatz 20 | 85072 Eichstätt
fon 0151.25350296
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.galeriebildflaeche.de

bildfläche Logo mit Zusatz Kopie

 

*Inka Schube, Kuratorin Fotografie
Foto oben: Fotograf Rainer Sülflow

susanne wein schmuckkunstEichstätt | Vom 27. Mai bis zum 30. Juli 2016 nutzt die Schmuckkünstlerin Susanne Wein den Laden in der Pfahlstraße 37 (ehemals Chocolatique) im Rahmen des Projekts „Leergut“ des Projektbüros Stadtentwicklung als zusätzlichen Ausstellungsraum zu ihrem Atelier im selben Gebäude. In dieser Zeit wird sie neben ihren eigenen Arbeiten, Schmuck und Malerei, auch Exponate von befreundeten, immer wieder wechselnden Künstlern zeigen – so wird die Ausstellung immer wieder neu bestückt und sich alle paar Wochen komplett verändern.

„Nachdem klar war, dass ich den Raum nutzen kann, habe ich mir über verschiedene Konzepte für diese begrenzte Zeit Gedanken gemacht. Da ich in meiner Augsburger Zeit öfters Ausstellungen mit Künstlern aus anderen Bereichen in kurzzeitig angemieteten Räumen organisiert habe, will ich meine Erfahrungen nutzen und in Eichstätt ebenfalls einen kreativen Zwischenraum für verschiedene Künstler anbieten“, erklärt Susanne Wein.
 
Weins eigene Arbeiten werden vom 27. Mai bis zum 30. Juli durchgängig in der Pfahlstraße zu sehen sein. Susanne Wein ist Goldschmiedemeisterin und anerkannte freischaffende Künstlerin durch die Kunstakademie München. Ihr Schmuck entsteht in der Auseinandersetzung mit sich selbst und ihrer Umwelt – sie sammelt Eindrücke und Erfahrungen genauso wie Materialien. „Bei der Materialwahl interessiert mich weniger der Feingehalt – also die allgemeine Wertigkeit – sondern mehr die Ausstrahlung. Da wird geschaut, befühlt, durchdacht und schließlich in Form gebracht“, beschreibt die Künstlerin den Schaffensprozess zu ihren Werken. So verwendet sie neben klassischen Goldschmiedematerialien gerne auch Fundstücke oder „banale“ Alltagsgegenstände, die durch die Umgestaltung zu Schmuck eine neue Sinnhaftigkeit und auch Sinnlichkeit erfahren.

Vom 27. Mai bis zum 16. Juni 2016 sind Skulpturen von Reinhard Osiander zu Gast im „Zwischenraum“. Reinhard Osiander absolvierte eine Ausbildung zum Holzbildhauer in Berchtesgaden und studierte an der Hochschule für Künste Bremen. Das Besondere an seinen Skulpturen: Osiander formt keine illusionistische Realität, sondern lässt die Bearbeitung des Holzes sichtbar – die Schnitzereien, Eingriffe und Schnitte machen dem Betrachter stets bewusst, dass es sich um eine Bildhauerarbeit handelt.

Im Anschluss an Osianders Skulpturen ergänzen Zeichnungen von Mike Meier vom 17. Juni bis zum 6. Juli die Werke von Susanne Wein. Mike Meier ist gelernter Schauwerbegestalter  
und als Künstler ein Autodidakt. Vielleicht deswegen ist seine Herangehensweise an Kunst ganz unbefangen – Zeitgeschehen, Politik, Sex oder der „biedere“ Nachbar von nebenan gehören zu seinen Themen. Auch technisch geht Meier oft unkonventionelle Wege, nimmt bereits vorhandene Zeichnungen, dreht das Blatt um und zeichnet weiter: Das zarte Durchschimmern der Zeichnung der Rückseite wird zum Gestaltungselement der Vorderseite.

Als dritter Gastkünstler wird Georg Kleber vom 7. bis 30. Juli 2016 dem „Zwischenraum“ eine Auswahl seiner Arbeiten zur Verfügung stellen. Georg Kleber studierte an der Universität Augsburg Kunstpädagogik und arbeitet seither als freischaffender Künstler. Seit 1990 hat er mehrere Lehraufträge für Zeichnen. „Ich sammle Formen, Dinge und Worte – und setze sie in neue Zusammenhänge“, beschreibt der Künstler selbst seine Zeichnungen und Gemälde. Das ist nicht nur metaphorisch gemeint: Die gesammelten Worte sind Teil der Bilder, sollen diese aber nicht erklären, sondern sie bilden eigene Elemente – und stehen zu den abgebildeten Formen in Spannungsfeldern, kommunizieren mit ihnen.

So unterschiedlich die Arbeiten von Susanne Wein und ihren Gastkünstlern auch sind, eines haben sie doch gemeinsam: Intensität, Tiefe, Feinsinnigkeit und Gespür – für aktuelle, aber auch sehr intime Themen genauso wie für Farben und Formen. „Es ist Kunst, auf die man sich einlassen muss, die man vielleicht auch mehrere Male betrachten und auf sich wirken lassen sollte“, so Wein. „Kunst fordert, ist nicht oberflächlich und auch nicht leicht zu konsumieren – aber sie berührt!“

27. Mai - 16. Juni 2016 | Reinhard Osiander, Skulpturen
17. Juni - 6. Juli 2016 | Mike Meier, Zeichnung
7. Juli - 30. Juli 2016 | Georg Kleber, Malerei und Zeichnung

Der kreative Zwischenraum ist geöffnet:
27. Mai - 30. Juli 2016
Donnerstag und Freitag  13 - 18 Uhr | Samstag  10 - 13 Uhr
und jederzeit nach Vereinbarung


www.susanne-wein.blogspot.com

 

 

Bildnachweis | von oben nach unten
Georg Kleber | viel zu selten | Ausschnitt
Mike Meier | Telefon-Sex | Detail
Reinhard Osiander | Volkstanz | Detail
Susanne Wein | Schmuckkunst
(c) alle Rechte bei den Künstlern

 

kunstmesse2016 logo348kunstmesse ingolstadt | Produzentenmesse | Bewerbungsfrist 18. März | Die vierte kunstmesse ingolstadt findet vom 01.-03. Juli 2016 im Exerzierhaus im Klenzepark statt. Veranstalter sind wieder der BBK Obb. Nord und Ingolstadt e.V. und die Stadt Ingolstadt. Noch bis Mitte März 2016 können sich professionelle Künstlerinnen und Künstler mit Wohn- oder Ateliersitz in Bayern für die kunstmesse ingolstadt `16 bewerben.

Bewerben können sich alle professionellen Künstlerinnen und Künstler mit Wohn- oder Ateliersitz in Bayern. Die Aussteller werden von einer mehrköpfigen Jury ausgewählt.  Die Messe findet im zweijährigen Turnus statt und verzeichnet regelmäßig ca. 2500 Besucher.

Zum ersten Mal besteht 2016 auch die Möglichkeit eine Koje für zwei Aussteller zu buchen.

Die Bewerbungsunterlagen und Ausstellungsbedingungen können unter www.kunstmesse-ingolstadt.de  heruntergeladen werden. 

dagmar hummel atelier348Mit Beginn des Jahres hat die Malerin Dagmar Hummel ihre künstlerische Wirkungsstätte nach Ingolstadt verlegt. In der Kopernikusstrasse 3 wird sie in hellen, inspirierenden Räumen ihr kreatives Schaffen weiterführen.

 

www.dagmarhummel.de

kunstverein logoDer Kunstverein Ingolstadt möchte sein Team jetzt um eine Kuratorin/einen Kurator verstärken. Der Kunstverein Ingolstadt e.V. bemüht sich um die Vermittlung zeitgenössischer Kunst und relevanter städtischen Themen mittels Ausstellungen, Diskussionsforen und Lesungen.

Ausschreibung - Bewerbungsfrist 31.12.2015

Tor ist eroeffnet 348gDer Auftrag für ein neues Hoftor für die Donaustraße 1 ging an den an den Künstler Gerhard Frömel. Heute wurde eröffnet. So prosaisch kann man es ausdrücken. Die Idee war allerdings nicht ganz so naheliegend und durchaus ein Wagnis für die Unternehmer Fritz und Veronika Peters. Ob Kunst und Handwerk zusammengehen und so ein gutes Tor daraus wird, für den ehem. Firmen- und Familiensitz der Gebr. Peters Gmbh, war eine der Unsicherheiten. Die Zusammenarbeit von Herrn Glooss, dem Leiter der betriebseigenen Schlosserei, und dem Künstler Gerhard Frömel erwies sich jedoch als Glücksfall. Man sei sich in der Arbeitsweise und im Denken sehr ähnlich gewesen, beschrieb es Frömel zufrieden und voller Wertschätzung für den Schlosser, der mit Präzision und Verständnis für Idee, Form und Material gearbeitet habe. Im Tor werden je zwei geometrische Formen, Dreiecke, auf verschiedenen Ebenen gezeigt. Sie werden als Raute wahrgenommen oder als zwei einzelne Dreiecksflächen, die nebeneinander liegen oder auch übereinander - je nach Blickwinkel sieht man es anders. Im künstlerisch konkreten, aber auch im übertragenen Sinne, spielt Frömel mit der unterschiedlichen Wahrnehmung die man, je nach eigenem Standpunkt, von allem - auch von einer Stadt - haben kann ...

Aktuell sind Arbeiten von Gerhard Frömel auch in der Galerie Mariette Haas in der Ausstellung BLICKWINKEL zu sehen, die noch bis 26. November läuft. Hier fordern zwei Künstler - Ludwig Wilding und Gerhard Frömel - die Betrachter ihrer Werke auf ganz verschiedene Weise optisch heraus. Man muss dabei immer selbst in Aktion treten, sich dem Kunstwerk gegenüber immer wieder anders positionieren, immer wieder den Blickwinkel verändern. Verblüffend und spannend.

 

european tribal wars zusammenstellungUm beeindruckende, zeitgenössische Kunst zu sehen sehen, sollte man jetzt ins Museum gehen - ins bayerische Armeemuseum! Direktor Ansgar Reiß und Kurator Tom Biber ist eine künstlerisch starke und thematisch hochaktuelle Sonderausstellung „European Tribal Wars“ gelungen. Die Bilder, Skulpturen und Stimmungen wirken nach, wenn man schon längst im Alltag wieder angekommen ist - weil sie künstlerisch packen und thematisch ebenso brisant sind wie immerwährend.

Museumsdiektor Ansgar Reiß konnte für sein Armeemuseum wieder Tom Biber als Kurator gewinnen, Kunstsammler und Kenner vor allem der Berliner Kunst- und Subkulturszene. Ein gebürtiger Ingolstädter übrigens. Biber zeigt den schottischen, in Berlin lebenden Künstler Andrew Gilbert, der anschließend an einer Gruppenausstellung in der Tate Britain in London teilnimmt, den Berliner Stefan Kaminski und den in Brüssel lebenden Australier Dominic Wood, Künstlername "Church of Dominic Wood".

Die Farb- und Formensprache und Ästhetik der drei Künstler berühren bzw. treffen auf höchst unterschiedlich Weise. Sie appellieren an Archaisches oder uns allen Alltagsbekanntes wie spirituelle Räume, afrikanisches Kunsthandwerk, altes Baumaterial oder kritische Karikaturen. Wood, Gilbert und Kaminski zeigen sich bildgewaltig, hintersinnig oder verstörend direkt, leidenschaftlich, politisch, sacral, trashig oder ethno-kitschig... Doch sie sind vor allem engagiert. Ihre Themen sind so brisant und gewaltvoll wie die aktuellen Tagesnachrichten, sie sind so alt wie die Menschheit, ob sie sich wandeln, z.B. durch Aufklärung ist eine der großen Fragen. Es geht um Krieg und (die Möglichkeit von) Frieden, Zivilisation, Aufklärung und Rituale, Ethnozentrismus, Fetische und Religionen, seelische oder körperliche Gefangenschaften und Narben, aber auch um Witz, Licht und Spiritualität. Die Werke sprechen von Identität und Fremdheit, von Europa in Afrika, von Afrika in Europa. Gehören Tribal Wars ausgerechnet und immer noch zu unserem sich überlegen wähnenden zivilisierten Europa, waren nicht die hochtechnisierten Weltkriege auch einfach nur primitive Stammesfehden? Hat die Aufklärung nichts Wesentliches bewirkt? Mit diesen Gedanken spielt die Ausstellung und dies natürlich ganz bewusst auch über den Ausstellungsort im bayerischen Armeemuseum, einem militärischen Festungsbau. Nur eines, dass all dies mit den Flüchtlingsbewegungen thematisch so tagesaktuell brisant sein würde, das haben Tom Biber und Ansgar Reiß nicht geahnt, als sie anfingen die Ausstellung zu planen.

Wenn man nun meint, man müsse sich die Ausstellung so mühsam erarbeiten wie die Thematik komplex sind – weit gefehlt. Offen sein und hinsehen, alles geschieht dann von selbst, auch die Verstörung. Wer dann mehr wissen möchte, findet einen sehr lohnenden, aufklärenden Text der Kunsthistorikerin Diana Stöppel, der informiert und weitere Interpretation anbietet. Im Katalog.

Die Ausstellung läuft noch bis 22. November – also unbedingt ansehen!

Stimmen zur Ausstellung:

Isabella Kreim bringt im Kulturkanal viele O-Töne der Künstler sowie von Tom Biber und Ansgar Reiß | European Tribal Wars - Zivilisaton und Gewalt 
Im Donaukurier spricht Andrea Hammerl von einer hochemotionalen, aufwühlenden Ausstellung | Wenn Afrika Europa gefressen hat 
Zu Tom Biber, dem Kurator | Junge Künstler an der Spree | schon aus 2009, doch immer noch interessant, auch sein Gedanken zum Kunstmarkt.
Tom Biber und die Sonderausstellung im Armeemuseum 2013  Apokalyptik als Widerstand | Augsburger Allgemeine Nov. 2013 |

Bilder der Eröffnung


European Tribal Wars
Ort | Reduit Tilly (südliches Donauufer)
Dauer | Noch bis 22. November 2015
Di-Fr     9.00 bis 17.30 Uhr
Sa-So 10.00 bis 17.30 Uhr
Eintrittspreise | 3,50 €; erm. 3,00 €;  Sonntags 1,00 €

 

A Fleischmann oT 348x444jpgWenn die Ausstellung „Adolf Fleischmann - Grenzgänger zwischen Kunst und Medizin –“ am Samstag eröffnet wird, haben sich zwei zusammengetan, die uns einen besonderen Eröffnungsabend versprechen: Dr. Simone Schimpf (Museum konkrete Kunst) und Prof. Dr. Marion Huisinger (Deutsches Medizinhistorisches Museum). Beide Direktorinnen haben „ihre“ Museen in Ingolstadt in den letzten Jahren weit nach vorn gebracht haben, sowohl im Hinblick auf die Feedbacks aus der jeweiligen Fach- und Museumswelt, als auch auf die spürbare Beliebtheit beider Museen in unserer Stadt. Beide haben sich auch selbst als Grenzgängerinnen gezeigt, die den eigenen Bereich – Kunst, Design, Medizingeschichte – immer wieder verlassen, um interdisziplinär zu wirken und um mit neuen Kooperationen zu überraschen. Diesmal kooperieren sie miteinander, folgerichtig und fast möchte man sagen endlich! Doch dies nur am Rande und um die Vorfreude auf den Eröffnungsabend noch etwas anzuwärmen …

Die erste gemeinsame Ausstellung des Deutschen Medizinhistorischen Museums (DMM) und des Museums für Konkrete Kunst (MKK) widmet sich Adolf Fleischmann, der sich nicht nur in der Kunst, sondern auch in der Medizin einen Namen gemacht hat. Auch das Begleitprogramm wird von beiden Häusern bestritten – allerdings nur im MKK, denn das DMM ist baubedingt ab 1.11. geschlossen (hier entsteht ein vielversprechender Erweiterungsbau).

Den Anfang beim Begleitprogramm macht am 27.10. Prof. Dr. Marion Ruisinger mit „Starkstromverletzung“ aus der Reihe „Mittagsvisite“. Auch sonst wird einiges geboten: Am ersten Sonntag der Ausstellung, 25.10., kommt aus der Reihe „Sonntags!Kunst?“ neben Familienführungen ein ‚farbfröhlicher‘ Workshop mit Trinkhalmen, und am Donnerstag, den 29.10., spricht Hans Hipp aus einer langen Familientradition als Kerzenzieher und Wachsgießer über den Werkstoff Wachs, den Ausgangsstoff für Fleischmanns medizinische Werke.

Bildnachweis: Adolf Fleischmann, Ohne Titel, 1955, Gouache auf schwarzem Papier, 65 × 50 cm, Privatsammlung, © Nachlass Adolf Fleischmann, Foto: Bernhard Strauss

 

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Samstag, 24.10., 19:00 Uhr
Eröffnung der Ausstellung „Surfaces“ im MKK
Tränktorstraße 6-8

Sonntag, 25.10., 14:30 bis 19:00 Uhr
Sonntags?Kunst!
14:30 Uhr Familienkurzführung zu "Surfaces"
15:00–17:00 Uhr Künstler-Workshop mit Hans Schlecht „Caipirinha sei Dank“
17:30 Uhr Familienkurzführung zu "Surfaces"
18:00 Uhr Konzert mit Julian Schunter und Sebastian Kutscher: "Im Dialog"
Eintritt frei
Dank der freundlichen Unterstützung von Audi ArtExperience sind bei Sonntags?Kunst! alle Programmpunkte (inkl. Eintritt) kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Dienstag, 27.10., 12:30 Uhr
Mittagsvisite: Fleischmann-Moulage „Starkstromverletzung“ mit Prof. Dr. Marion Ruisinger
Dauer 30 min., Eintritt frei

Donnerstag, 29.10., 19:00 Uhr
MKK-Lecture. »Von Kerzen, Kröten und Federbetten«
Ein Vortrag mit Hans Hipp, Pfaffenhofen a. d. Ilm
Einlass ab 18:30 Uhr, Dauer ca. 60 Min., Eintritt 5 €, ermäßigt 3,50 €

Samstag, 31.10., 10:00 bis 12:00 Uhr
Kinderatelier
für Kinder von 7 bis 10 Jahre, Anmeldung erforderlich, Kosten 3,50 €

Weitere Informationen zu den Veranstaltungen finden auf der Museums-Webseite unter www.mkk-ingolstadt.de

Informationen im Überblick
Eintrittspreise
Erwachsene 3,00 €, Ermäßigt 1,50 €
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren frei
Veranstaltungs- und Führungsgebühren
Gruppenführungen bis 12 Personen 30,00 € je Std.
Schulklassen- und Kitaführungen 2,00 € / Person (inkl. praktischer Teil), 1,50 € (nur Führung)
Anmeldung und Führungsbuchung
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, 0841/305 1875 oder persönlich an der Museumskasse

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Bilder: A. Fleischmann; oben Detail, unten vollständig;

 

schwarzaufweiss348Museum konkret | Das MUSEUM FÜR KONKRETE KUNST MKK zeigt sich jetzt mit neuer Homepage - konkret knackig und brandneu - mit grafischer Gestaltung von schnellervorlauf. Die Rapper Yasha MC und DJ Holzkrawatte sind bei den nächsten MKK-Lectures »Schwarz/Weis(s)-heiten im Rap« dabei (17. Sept.); zum Tag des offenen Denkmals (13.09.) geht’s in die Gießereihalle, um einen Blick auf die Bauarbeiten zum neuen Museum MKKD werfen zu können. Alle Infos dazu und mehr beim Museum für konkrete Kunst www.mkk-ingolstadt.de.

Übrigens: neu gestaltet ist auch der Webauftritt der STIFTUNG FÜR KONKRETE KUNST UND DESIGN INGOLSTADT www.skkd-ingolstadt.de

 

Bild: screenshot MKK-Homepage

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UPDATE April 2015 |

Das KunstKaufHaus des BBK Ingolstadt ist weiter gezogen in eine neue Zwischennutzung. Bis Ende 2015 ist die Verkaufs-Galerie des BBK jetzt  in der Ludwigstraße 39 (ehemals Rosina-Schuh).

 

Geöffnet ist Montag bis Samstag, 11 -18 Uhr.

 

Update Nov. 2014 | KUNSTKaufHAUS - Es geht weiter! Neueröffnung in neuer Location - Carraraplatz

Am Samstag den 15. November 2014 um 11.00 Uhr eröffnet das KUNSTKaufHAUS des BBK (Berufsverband bildender Künstler Obberbayern Nord und Ingolstadt) wieder seine Pforten. Diesmal im Laden am Carraraplatz, wieder ganz zentral in der Ingolstädter Innenstadt.

Vertreten sind Künstlerinnen und Künstler des BBK Obb. Nord und Ingolstadt und andere Künstlerinnen und Künstler aus der Region.

Hier nochmal der Artikel zum ersten Standort -Sommer 2014. Da das Haus in der Ludwigstraße neu vermietet wurde, hier zieht demnächst Gerry Weber ein,  war die Zwischnnutzung durch das erste KunstKaufHaus des BBK im September beendet.

Ingolstadt hat sein erstes KUNSTKaufHAUS – mitten in der Ludwigstraße, in bester City-Lage! Kleine Multiples zu einem kleinen Preis oder großformatige Malerei, Skulpturen aus Holz oder Bronze, erotische Fotografie, Natur- oder Landschaftsaufnahmen, Grafik. Die Palette ist breit gefächert, künstlerisch anspruchsvoll und - ja auch das ist Kunst – schön! Geöffnet ist ab heute, Dienstags bis Samstag 11 - 17 Uhr, der offizielle Start wird nächste Woche sein. Doch schon ab der ersten Minute gab es Besucher und Interesse und das hat sicher mit der lockeren Atmosphäre zu tun - eine Mischung aus Atelier und Depot, Bilder sind locker aufgestellt, Mappen laden ein zum Blättern, es wird sofort geschaut, gefragt und geplaudert.

 

KunstKaufHaus gerade-die-tuer-geoeffnet

 

15 Künstlerinnen und Künstler, vor allem aus dem regionalen Berufsverband bildender Künstler - BBK Ingolstadt, haben sich selbst organisiert und sind auch die Ansprechpartner und Verkäufer in ihrem KUNSTkaufHAUS. Auch das macht dieses Kaufhaus zu etwas Besonderem: es gibt eben keine Galeristen, es ist eine echte Produzentengalerie, in der man die Künstlerinnen und Künstler selbst antrifft. Im oberen Stockwerk wird es Künstler im Atelier geben, denen man bei der Arbeit über die Schulter schauen kann. Den Anfang machen nächste Woche Matthias Schlüter, Malerei, und Helmut Wolf, Bildhauer.

Eine Immobilie in zentraler Lage für das KUNSTKaufHAUS nutzen zu können, dafür braucht es natürlich auch Unterstützung. Kulturreferent Gabriel Engert und IN-City-Vorsitzender Thomas Deiser, seit kurzem auch Stadtrat (CSU), haben die Räume für den BBK für zunächst 2 Monate vom Eigentümer (Heilig-Geist-Spital, das Haus, ehemals Büromarkt Nüchter, gehört zur van Schoor-Stiftung) zur kurzfristigen Zwischenmietung bekommen. Einen Mietzuschuss hat das Kulturamt für kurze Zeit übernommen. Unterhalt, Aufsicht und alles andere organisieren die 15 Künstlerinnen und Künstler selbst und haben dafür auch eine finanzielle Einlage getätigt.  Wie es ab September mit der Zwischennutzung KUNSTKaufHAUS weitergeht, muss man sehen. Schön wäre es natürlich für die Innenstadt und die Kunden, die dann vermehrt in der Fußgängerzone unterwegs sind, wenn das KUNSTKaufHAUS noch bis in die Weihnachtszeit hinein geöffnet bliebe. Kunst belebt nicht nur als Zwischennutzung, sie kann auch ein Geschenk sein.

Einige wenige Künstlerinnen oder Künstler können noch in das KUNSTkaufHAUS aufgenommen werden. Kontakt ist Werner Kapfer, der Vorsitzende des BBK: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Öffnungszeiten | Dienstag bis Samstag von 11 bis 17 Uhr

Diese Künstlerinnen und Künstler sind im KUNSTKaufHAUS zu finden

Hanni Goldhardt | Anna Schölß | Werner Kapfer | E. A. Jung | Viktor Scheck | Matthias Schlüter | Helmut Wolf | Christine Olma | Gerhard Gruber | Tina Burzin | Helene Charitou | Michael Graßl | Amelie Meyer | Annemarie Hierl | Richard Gruber | Angelika Schweiger | Reinhard Dorn

 

 

 

Mehr zu Kunst in der Innenstadt: hier

 

napoleon projekt 348Es ist eine Unterwanderung, eine Demontage, ein Unterlaufen der großen Napoleon-Landesausstellung - das NAPOLEONprojekt des BBK Ingolstadt, unten, im kühlen, feuchten Keller des Zeughauses. Ein künstlerisch erschlossener Subtext dessen was aktuell in der Landesausstellung oben im Neuen Schloss gezeigt wird. Hier unten findet, so Ansgar Reiß, Gastgeber beider Ausstellungen und Direktor des bayerischen Armeemuseums, eine echte Reflektion der großen Napoléon-Ausstellung des Hauses der Bayerischen Geschichte statt, die mit starken Bildern und enormer öffentlicher Wahrnehmung ein Napoléon-Bild präsentiert, das nun künstlerisch gebrochen wird. Zum Irritieren. Zum Innehalten. Das Zeughaus als Ausstellungsort wurde bewusst gewählt, um nicht nur eine räumliche Nähe zu haben, sondern auch, um subversiv die Ausstellung im Neuen Schloss zu ergänzen.

stadtwerke graffiti 348Robin Gower alias Noiz two ist seit vielen Jahren als Streetartist und Graffitikünstler unterwegs. Er arbeitet frei oder gestaltet im Auftrag, etwa für die Fachholschule Kufstein. Jetzt ist der 26-jährige gelernte Innenarchitekt der Eröffnungs-Künstler für das Projekt „Stromkastomize“ in Ingolstadt. Eine gelungene Verbindung von Kunst im öffentlichen Raum und dem praktischen Gedanken sauberer Trafokästen. Eine gelungene Verbindung von Graffitikünstlern, Stadtjugendring und Stadtwerken Ingolstadt.

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DOMINO die neue Ausstellung von Heike Habl - Dem harmonischem Maß und Gesetz auf der Spur, jedes Bild ist ein Farbgedanke, jede Linie, jede Oberfläche, steht für sich selbst und ist doch Teil des Ganzen. Die Malerei ist ein Mittel sich auf optische Weise Gedanken zu machen.

Die Pfaffenhofener Künstlerin Heike Habl bewegt sich mit ihren neuen Werken immer mehr auf den Wegen der konkreten Künstler des 19. Jahrhunderts. Angefangen hat  sie ihr künstlerisches Spiel mit Form und Farbe mit dem wohl ältesten mathematischen Symbol das die Menschheit hervorgebracht hat, dem Labyrinth. Je tiefer sie in die Geschichte der Gesetzmäßigkeiten, der rätselhaften Schönheit und Vielfalt der Motive eintauchte, umso komplexer wurden ihre Arbeiten. Die Eindrücke und Fundstücke auf ihrer Reise durch die Harmonien und Ordnungen von Farbe und Form hat Heike Habl auf Leinwand verewigt. Domino, so nennt sich ihre neue Ausstellung, die im Rahmen der „Langen Nacht der Kunst und Musik“ eröffnet wird. Und wo? Im Restaurant „Domino“, Ingolstädter Str. 7 85276 Pfaffenhofen.

VIDEO 

Die Ausstellung ist vom 23. Juni bis 3.August 2015 geöffnet (Montag Ruhetag)

 

 

Kunst am Bau war für das neue Sportbad an der Jahnstraße eigentlich nicht eingeplant. Durch einen Stadtratsbeschluss soll sie nun in dem 25 Mio. Bauprojekt doch einen Platz finden.

Bauherr ist die StadtwerketochterFreizeitanlagen GmbH in Kooperation mit der Stadt Ingolstadt. Die Gesellschaft und ihr Geschäftsführer Thomas Hehl waren noch zu diesem späten Zeitpunkt - man feierte gerade das Richtfest - bereit, dies positiv zu beantworten und umzusetzen. Zusammen mit dem Büro Krieger Architekten und dem BBK - Berufsverband Bildender Künstler Ingolstadt /Obb. Nord hat der städtische Kulturreferent sich beraten und nun einen Kunst-Wettbewerb ausgelobt.

Eingeladen wurden für den Wettbewerb zum Sportbad die Künstlerinnen Dorina Csiszar und Karin Roth sowie die Künstler Reinhard Dorn, Werner Kapfer, Fredrik Lindqvist, und Viktor Scheck.

Donnerstag, 21 Mai 2015 10:48

Kunst direkt | Dagmar Hummel

von

Am Samstag 25. Juli 11.00 bis 18.00 Uhr und Sonntag, 26. Juli 11.00 - 16.00 Uhr kann ich zum letzten Mal alle Kunstfreunde und Interessierten in mein Atelier im Hepberger Schloss, Friedhofstr. 2 ganz herzlich einladen. Dieser inspirierende Arbeitsplatz muss leider modernen Wohnungen weichen.

Für erfrischende Getränke ist gesorgt und ich freue mich auf zahlreichen Besuch und schöne Gespräche.

Dagmar Hummel

www.dagmarhummel.de

 

ChristineOlma390 348Christine Olma ist professionelle Fotografin und arbeitet international als Bildjournalistin. Seit seit 2004 unterrichtet sie als Dozentin für digitale Fotografie an der Fh Amberg/Weiden. Im April und Mai bietet Christine Olma jeweils ein Tagesseminare an, bei dem es um Wahrnehmung und Fotografie gehen wird, jeweils konzentriert an einem Tag (9.30 Uhr bis 17.00 Uhr).

Im Seminar wird eine technische Einführung geben sowie praktische, den "Sinn sensibilisierende" Übungen. Geeignet sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Hobbyfotografen.

Genauere Informationen zur Veranstaltung bei www.olma-fotodesign.de oder direkt per Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; Tel. 0171/4216867.

Mindestteilnehmerzahl sind 6 Personen, max. 14.

Das Seminar am 30. Mai 2015, in Ingolstadt im Kapuzinerkloster, kostet 130,00 Euro mit Kaffee/Kuchen - ohne Mittagsverpflegung. http://www.kapuziner-ingolstadt.de/ 

Das Seminar am 11. April 2015 im Kloster Plankstetten 145,00 Euro incl. feiner Tagesverpflegung in der Klosterschänke ( Wert 29 Euro ).  www.kloster-plankstetten.de

www.olma-fotodesign.de

 

 

amely deiss 348Amely Deiss eröffnete am Samstag mit "Die Kunst der Faltung – Einknicken oder Kante zeigen" ihre letzte Ausstellung in Ingolstadt. Die Kuratorin und stellvertretende Leiterin des Museums für konkrete Kunst Ingolstadt wird nach Erlangen gehen und dort das Kunstpalais leiten.

Die erste Ausstellung, die sie 2013 unter der neuen Leitung von Simone Schimpf kuratierte, war "S(ch)ichtwechsel. Neue Blicke auf die Sammlung“. Sie präsentierte Werke aus der hauseigenen Sammlung Konkreter Kunst als fulminante Petersburger Hängung an der großen Museumswand und machte damit Furore. „Weiblich, jung, konkret“ titelte der Donaukurier hoch begeistert. Deiss hat, so Kulturredakteurin Karin Derstroff, die Alten Meister gründlich entstaubt, durch neue Zusammenhänge.

faltung 348„Auch ich habe heute schon etwas gefaltet.“ brachte Oberbürgermeister Dr. Christian Lösel die Dinge gleich mal auf den Punkt und hielt sein Redemanuskript hoch, das passend für die Sakkotasche gefaltet worden war. Inhaltlich lag er damit genau richtig und man kann von einem gelungenen Debut sprechen, denn vor übervollem Haus eröffnete er erstmals als Oberbürgermeister im MKK und hieß 44 internationale Künstlerinnen und Künstler und um die 1000 Gäste willkommen. Dichtes Gedränge also im Museum für Konkrete Kunst. Und ja, es sei wichtig dieses große Interesse mit einem größeren Haus für das Museum zu beantworten, versicherte der Oberbürgermeister dann auch gleich und bestätigte noch einmal dass der Neubau auf dem Gießereigelände kommen werde.

charcon 348Im Kunstquartier KQ1 steigt drei Tage lang ein Kunstmarkt der besonderen Art | Kunst kaufen für gute Zwecke kann man wieder im KQ1 in der Donaustraße. Von Donnerstag, 23. Oktober, bis Samstag, 25. Oktober öffnet das „Kunstquartier KQ N°1“ in der Donaustraße 13 für Kunstmarkt und die Versteigerung von Kunstwerken zu „erschwinglichen Preisen“, wie es in der Ankündigung des Events heißt.

tattoo 348Marc Köschinger, bildender Künstler der in Ingolstadt lebt und arbeitet, ist einer der Gewinner des internationalen Design-Wettbewerbs MAN TATTOO Trucks. Mit dieser Weltpremiere ist MAN in die Internationale Automobilausstellung Nutzfahrzeuge (IAA) 2014 gestartet, die jetzt bis zum 2. Oktober läuft.  Vor dem Hauptbahnhof Hannover wurden am 22. September die sechs „MAN Tattoo Trucks“ enthüllt. Die spektakulär gestalteten Sattelzugmaschinen sind das Ergebnis eines internationalen Design-Wettbewerbs unter dem Motto „Kann man aus Songs rollende Kunstwerke machen? MAN kann.“

Eine großartiger Abend kündigt sich an - aus einer Kunstausstellung hinübergleiten in die spektakuläre Inszenierung eines Stadtspaziergangs, in den in den Aufbruch in eine aufregende Stadt der Zukunft.  Der Kunstverein Ingolstadt e.V. zeigt, erstmals in einer Kooperation mit dem Stadttheater Ingolstadt, die Bildende Künstlerin Simona Koch mit der Ausstellung ORGANISMS und verbindet sich, geradezu organisch, mit der inszenierten Begrünung des Theaters und seines Vorplatzes, entstanden nach der Vorlage einer Fotomontage aus Simona Kochs Werkserie „STADT“, in der sie das leblose Grau unserer Städte durch wuchernde Natur und blühende Gärten ersetzt. Erste Eindrücke hier im Interview des Kulturkanals mit Intendant Knut Weber hier.

In der Galerie im Theater werden vom 20. September bis zum 9. November 2014 weitere Aspekte von Simona Kochs Arbeit gezeigt, die sich auf ihre Publikation ORGANISMS beziehen, die 2012 im Verlag für moderne Kunst erschienen ist. Zu sehen sind Arbeiten, bei denen – unter Einsatz verschiedener Medien – ihre  Faszination für die Spielarten des Lebendigen sichtbar wird. Woher kommt das Leben und wohin wird es sich entwickeln, wie stehen die Lebewesen miteinander in Verbindung und welche Rolle spielt der Mensch in diesem Gefüge? Mit ihren Arbeiten macht Simona Koch das Unsichtbare sichtbar;  gezeichnete Hautlandschaften – Fundstücke des größten Organismus der Erde – filigrane, farbige Zeichnungen, die zeigen, welche Ästhetik das Innere von Lebewesen birgt, sowie der Blick auf den Menschen selbst als Organismus, wie er unablässig Grenzen durch die Welt zieht. Die Besucher sind eingeladen, sich auf eine künstlerische Entdeckungsreise durch die Welt des Lebendigen zu begeben.

Ingolstadt hat sein erstes KUNSTKaufHAUS – mitten in der Ludwigstraße, in bester City-Lage! Kleine Multiples zu einem kleinen Preis oder großformatige Malerei, Skulpturen aus Holz oder Bronze, erotische Fotografie, Natur- oder Landschaftsaufnahmen, Grafik. Die Palette ist breit gefächert, künstlerisch anspruchsvoll und - ja auch das ist Kunst – schön! Geöffnet ist ab heute, Dienstags bis Samstag 11 - 17 Uhr, der offizielle Start wird nächste Woche sein. Doch schon ab der ersten Minute gab es Besucher und Interesse und das hat sicher mit der lockeren Atmosphäre zu tun - eine Mischung aus Atelier und Depot, Bilder sind locker aufgestellt, Mappen laden ein zum Blättern, es wird sofort geschaut, gefragt und geplaudert.

brandl 348Der Bundestagsabgeordnete Dr. Reinhard Brandl (CSU) ist ein Mann, der nah an der regionalen Wirtschaft ist. Er kommt aus einer Unternehmer-Familie aus Eitensheim und ist mit Fragen zur Stärkung des Standortes und der regionalen Wertschöpfung natürlich vertraut. Auch dies mag ein Grund für ihn gewesen sein, sich für die Ausstattung seines Berliner Abgeordnetenbüros auf der Kunstmesse in Ingolstadt umzusehen. Bereits an der Theke des Kunstcafés Diagonal zeigte er sich offen für die Diskussion mit den Künstlern, hier mit Michael Schölß und Reinhard Dorn, und ließ sich gerne auch von Werner Kapfer, dem Vorsitzenden des BBK Ingolstadt, beraten.

kunstmesse 348Der BBK Ingolstadt und Oberbayern Nord hat ein echtes Highlight gesetzt und kann mit der dritten kunstmesse ingolstadt 2014 bestimmt einen großen Erfolg verbuchen. Der Andrang war schon am Eröffnungsabend enorm groß und man war bei bester Stimmung. Die Vielfalt ist groß, man möchte geradezu von kreativer Fülle sprechen, die im Exerzierhaus  Klenzepark ausgeschüttet wurde. Dabei war es lange durchaus unsicher, ob es, nach den Erfolgen von 2010 und 2012, überhaupt eine dritte kunstmesse ingolstadt geben würde. Das Konzept wurde gezielt erweitert und  es gibt starke Sponsoren, doch die organisatorischen und baulichen Kosten sind eben hoch. Die ersten beiden Veranstaltungen waren vom Kulturfonds Bayern gefördert worden, der jedoch grundsätzlich nur zweimal dasselbe Projekt unterstützt und so war bei der kunstmesse’12 bereits trefflich diskutiert worden, ob nicht Stadt und Region sich hier engagieren könnten. Ingolstadt hat sich dafür entschieden. Das Kulturreferat unterstützt finanziell diese bayernweit erfolgreiche Messe für Kunstproduzenten mit mehr als 30.000 €. Dafür wurde ein Kunstmarkt, ein Forum zum Austauschen und Präsentieren geschaffen  - und nicht zuletzt hat sich Ingolstadt so auch selbst ein Markenzeichen mit überregionaler Ausstrahlung geschaffen.

invg 348Es gibt wieder einen Kunstbus! 

Viele Jahre waren sie Eyecatcher auf Ingolstadts Straßen, die Kunstbusse der INVG. Es war eine Idee des damaligen Museumsleiters Peter Volkwein gewesen, Künstler des MKK Museums für Konkrete Kunst wie Morandini, Linschinger, und Glattfelder die Stadtbusse der Ingolstädter Verkehrsgesellschaft INVG gestalten zu lassen. Etwa 2007 verschwand der letzte dann altersbedingt aus dem Verkehr bzw. entsprach den Anforderungen nicht mehr und wurde verkauft. Die neue Museumsdirektorin Dr. Simone Schimpf war im März 2013 noch nicht ganz im Amt, schon gab es ein erstes Treffen mit ihr, INVG-Geschäftsführer Hans-Jürgen-Binner und Stadträtin Petra Kleine (Freundeskreis Konkrete Kunst) die die Idee wieder aufgegriffen hatte.

Kunstquartier N°1 | KQ1 „Visit of Arts” Ein Konzept von René Chacón

Mit „Visit of Arts“ präsentiert René Chacón in Zusammenarbeit mit den Innenstadtfreunden e.V dem Ingolstädter Publikum seine Projektidee zur Belebung der Innenstadt: Leerstehende Gebäude, Läden und Räume in der Altstadt werden vorübergehend als Kunstquartier genutzt, als kulturelle Plattform, als Forum für eine Vielfalt an Künsten. Dieses Projekt stellt sozusagen einen „Besuch der Künste“ dar, der in jeder Örtlichkeit jeweils so lange dauert, wie die Eigentümer gewillt sind, ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellen, bzw. bis diese anderweitig Verwendung finden. Tritt dieser Fall ein, bricht das Kunstquartier seine Zelte ab und zieht weiter. In der darauffolgenden „Visit of Arts“ werden die nächsten freien Räumlichkeiten bezogen und mit Ausstellungen, Lesungen, Performances und Konzerten belebt.

haas 348Eine DEKADE ist vergangen seit der Eröffnung der GALERIE mariette HAAS in Ingolstadt. 10 Jahre. Über 30 Künstler. Über 60 Ausstellungen. Mariette Haas ist damit als Galeristin eine echte Pionierin in Ingolstadt, die bundesweit Künstlerinnen und Künstler vertritt und international in Kontakt mit Kunstsammlern ist.

Der Berufsverband der Bildenden Künstlerinnen und Künstler BBK Obberbayern Nord und Ingolstadt lädt zu Kunstausstellung "aktuell 14" ein. Gezeigt werden aktuelle Arbeiten.

Eröffnung am Samstag 17.05.2014 um 19.00 Uhr in der Galerie der Harderbastei in Ingolstadt.

Ab 20.00 Uhr beginnt das Künstlerfest mit Musik von Rudi Trögl und Denise Liepold.

Begrüßung: Gabriel Engert, Kulturreferent der Stadt Ingolstadt
Musikalische Einführung: Werner Kapfer und Richard Gruber

Ausstellung: 18.Mai bis 15. Juni 2014
Öffnungszeiten: Do-So von 11.00-18.00 Uhr

www.bbk-ingolstadt.de

 

Kunst inklusive!

Die Galerie Bezirk Oberbayern mit Sitz in der Prinzregentenstraße in München zeigt seit ihrer Gründung im Jahr 1998 ein breites Spektrum zeitgenössischer Kunst aller Sparten und ist hierfür eine anerkannte Adresse.

Ausschreibung für den Ausstellungszeitraum 2015/2016

Mit „Kunst inklusive!“ führt sie Künstlerinnen und Künstler mit und ohne Behinderung zusammen und organisiert für alle Ausstellungen ein inklusives Begleitprogramm wie gebärdenunterstützte Künstlergespräche, Tastführungen und Führungen in Leichter Sprache. Alle Vernissagen und Künstlergespräche sind gebärdenunterstützt. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Zu jeder Ausstellung erscheint ein Katalog. Bildende Künstlerinnen und Künstler aller Sparten mit und ohne Behinderung mit Wohnsitz in Oberbayern. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft, mit (einem oder mehreren) anderen Künstlern eine Ausstellung zu planen und zu realisieren und sich auch mit dem Thema Inklusion künstlerisch auseinanderzusetzen.

Noch bis 20.03.2014 können sich Künstlerinnen und Künstler für die kunstmesse ingolstadt `14 bewerben.

Zum dritten Mal veranstalten der BBK Oberbayern Nord und Ingolstadt e.V. und die Stadt Ingolstadt die bayernweit erfolgreichste Künstlerproduzentenmesse, die kunstmesse ingolstadt ´14. Sie bietet Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit, sich und ihre Arbeit drei Tage lang der Öffentlichkeit und potentiellen Kunden vorzustellen. Die kunstmesse ingolstadt ´14 ist Marktplatz und Diskussionsforum zugleich und verhilft den Kunstschaffenden zu mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung.

Um eine/r von 80 Teilnehmer/innen der bayernweit erfolgreichsten Künstlerproduzentenmesse und präsentieren Sie sich von 04. bis 06. Juli 2014 auf der kunstmesse ingolstadt ´14! Eingeladen sich zu bewerben sind Künstlerinnen und Künstler aus allen Bereichen der bildenden Kunst: Malerei, Plastik, Bildhauerei, Fotografie / Video, Grafik, usw., sowie Keramik, Gold, Silber, Textil und Glas. Voraussetzung für Ihre Bewerbung ist Ihr Wohnsitz / Ateliersitz in Bayern.

Bewerbungsunterlagen finden Sie unter www.kunstmesse-ingolstadt.de

Mehr lesen zur Kunstmesses 2012 des BBK auf K10

Eröffnung der Kunstmesse 2012

Kunst kommt!

 

 

your brainMit der Eröffnung der Ausstellung Bedeutungslabor startet der Kunstverein Ingolstadt ein Kunstprojekt, bei dem jede und jeder sich beteiligen kann. Der Künstler Adib Fricke interessiert sich für Sprache und Kommunikation. Er arbeitet an der Bedeutungsgrenze von Worten und Sätzen, schafft und handelt mit diesen Protonymen, diesen Wortschöpfungen ohne Bedeutung. In drei Teilen wird sein Werk nun in Ingolstadt wirksam. Die zentrale Frage dabei ist „Wie entsteht Kreativität? Wie denken wir Neues?“.

Ein neuer Sitzplatz ist neben Ingolstadts kleinsten Museum im Alten Messpegelhaus entstanden. Zwei Bänke mit Steinsockeln und schweren Eichenbrettern laden jetzt zum Sitzen direkt am Donauufer ein. Mit Unterstützung aus dem Bürgerhaushalt des Bezirksausschuss Ingolstadt Mitte konnte dieses besondere Ensemble realisiert werden. Der Bildhauer Ludwig Hauser gestaltete einen Steintisch aus Jurakalk, der bei Einbruch der Dunkelheit blaues Licht ausstrahlt.

Zum ersten gemeinsamen Platz-Nehmen mit Feuer und Licht lädt der Förderverein Europäisches Donaumuseum Ingolstadt am Dienstag, den 25. Februar um 17:30 Uhr ein.

Begrüßung | Angelika Wegener- Hüssen, Förderverein Europäisches Donaumuseum Ingolstadt.
Einführende Worte zur Gestaltung | Ludwig Hauser, Bilderhauer in Ingolstadt.

Im Tongewölbe T25 wird am Samstag, 22. Februar eine Ausstellung mit der schwedischen Künstlerin Sophie Erlund eröffnet.

SOPHIE ERLUND
THIS HOUSE IS MY BODY

Soundinstallation

Die Arbeit „This House Is My Body“ gibt anhand eines akustischen Werks in drei Teilen das Ableben eines Gebäudes wieder. Die Aufnahmen in Abbruchhäusern wurden in Anlehnung an klassische Werke zu einer 17-minütigen Symphonie arrangiert und werden mittels Richtlautsprechern im abgedunkelten Raum wiedergegeben – so kann man sich unerwarteter Gefühle hingeben und mit dem Haus mitfühlen.

Wie entsteht Kreativität? Wie denken wir Neues? Adib Fricke beschäftigt sich mit dem menschlichen Gehirn und den Erklärungsmodellen, die Denkprozesse, Verhalten und Ideenfindung zu beschreiben versuchen.

Die ersten Plakate seines Kunstprojektes „Your Brain is Your Brain“ hängen schon in den Bussen des Ingolstädter Nahverkehrs. Weitere Plakate mit Schlagzeilen zum menschlichen Gehirn können in der Galerie des Theaters abgeholt werden, um sie z.B. in der Stadt zu platzieren, Fotos davon zu machen und durch die Veröffentlichung dieser Fotos auf http://bedeutungslabor.com aktiv am Projekt teilzunehmen.

„Wohin du fährst, da wirst Du sein“. Aldona Kut

In der Galerie des Kunstvereins Ingolstadt ist aktuell die Ausstellung „Nomada – Anthropologie des Ortes“ von Aldona Kut zu sehen. 

muthofer interviewAm Freitag, den 15. November, lädt Galeristin Mariette Haas zur Vernissage, bei der die Künstler Ben Muthofer und Peter Weber gemeinsam „Faltungen“ ausstellen. Ben Muthofer, 75, zählt zu den konstruktiv-konkreten Künstlern und kann auf internationales Renommee verweisen. Er lebt und arbeitet seit 1995 in Ingolstadt, auf dem Atelierhof an der Peisserstrasse. Wir stellen Ben Muthofer in einem Künstlergespräch vor, das Simone Schimpf, Direktorin des Museums für Konkrete Kunst, bei Jubiläumsfest „25 Jahre Freundeskreises Konkrete Kunst“ mit ihm führte.

Montag, 30 September 2013 11:33

STADTGESTALT | GESCHICHTE | VISION

von

Zehn Künstler aus Ingolstadt beteiligen sich an einer Ausstellung zu dieser Thematik und liefern Ideen, Vorschläge und Denkanstöße für eine Entwicklung der Stadtgestalt. Der Berufsverband Bildender konzipiert sie in Zusammenarbeit mit der Stadt Ingolstadt und dem Stadttheater. Präsentiert werden Skizzen, Texte, Collagen und Fotodokumentationen. Sie zeigen wie das Stadtbild künstlerisch aufgewertet, das Geschichtsbewusstsein vertieft und die Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt erhöht werden kann.

Ludwig Hauser wurde der Kunstpreis der Stadt Ingolstadt 2012 verliehen. Zahlreiche Gäste aus Kultur, Kunst, Politik nahmen daran teil und blieben auch nach dem offiziellen Teil des Abends noch lange, um gemeinsam zu feiern. Darunter die Kunstpreisträger Pius Eichlinger, Matthias Schlüter, Michael Graßl, Tom Neumaier, Chris und Matthias Neuburger von SLUT und (Kunstförderpreis 2004) sowie Kulturpreisträger Dr. Siegfried Hofmann. Auch Künstlerinnen und Künstler des BBK – Gerda Biernath, Dagmar Hummel, Viktor Scheck, Klaus von Gaffron, Konrad Risch  – gaben dem Preisträger an diesem Abend die Ehre. Oberbürgermeister Dr. Alfred Lehmann überreichte gut gelaunt die Urkunde.

Die Laudatio zum künstlerischen Schaffen nahm Kulturreferent Gabriel Engert vor, mit einer Würdigung die in dem vielschichtigen Werk den Künstler, seine Haltung und Wirkungen aufspürte und sowohl die Gäste als auch den Künstler sichtlich bewegte.

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