Samstag, 21 Januar 2017 13:19

1kultrempfang348Ingolstadt | Eine Premiere war der Kultur-Neujahrsempfang des Kunstverein Ingolstadt und der Freunde des Museums für konkrete Kunst und Design (MKKD). Viele Kunstschaffende und –begeisterte, ein Oberbürgermeister und vier schöne Neujahrs-Grußworte über Freundschaft und Freude, Streiten und Verbinden, und ein Wenig auch über Geld, das klitzekleine und die Millionen.

Eingeladen hatten Kunstverein und Freundeskreis in das Museum für konkrete Kunst (MKK) und hatten zuvor ind die Galerie des Kunstvereins im Theater eingeladen. Hubert Klotzeck begrüßte zahlreiche Gäste in der Ausstellung „Tagundnachtgleiche“ von Wolfgang Stehle. Mit einer „Speed-Führung“ von Architekt und Kurator Alexander Häusler ging es erst einmal mal ins etwas Düstere und Ursprüngliche: Mensch und Natur, Zivilisation und Überleben, Bezwingung und Beschwörung, Lagerfeuer und Jagd. Präzise Videokunst, Objekte aus glatten Materialien udn Furnieren, die eine erste, klare Botschaft haben und sich mit dem zweiten und dritten Blick weiter erschließen (mehr dazu beim Kulturkanal Ingolstadt - hier hören). Durch Stehle und Häusler künstlerisch feingestimmt ging es dann zum Nachbarn, ins Museum für konkrete Kunst und seinem Freundeskreis. Dort wartete schon ein feines Buffet von Frisch & Veg auf die Gäste. Doch zuvor – natürlich – die Neujahrsreden. Museumsdirektorin Simone Schimpf begrüßte kurz und herzlich in ihrem Haus und bot eine Führung durch die aktuelle, vielbeachtete Ausstellung „LOGO – die Kunst mit dem Zeichen“ an. Oberbürgermeister Christian Lösel war für sein Grußwort sogar aus einer Klausurtagung seiner Stadtratsfraktion zurück nach Ingolstadt gefahren. Er betonte den Wert von Kunst und Kultur und wies auf den neuen Imagefilm „Kultur in Ingolstadt“ hin, der eigens beauftragt worden war und beim städtischen Neujahrsempfang des OB seine Premiere hatte. Am neuen Museum für konkrete Kunst und Design wird gebaut, die 25 Millionen und die Zukunft des neuen MKKD sei gesichert – auch diese Botschaft war unmissverständlich. Nicht zuletzt wusste der OB vom 2018 bevorstehenden Jubiläum "30 Jahre Freundeskreis“  und sicherte seine (finanzielle) Unterstützung zu, das könne man 2018 dann auch „gebührend“ feiern. Sichtbare Wertschätzung also, die Gäste hat es gefreut!

Kunst und Kultur lehren uns auch Streit

"Kunst bringt uns Freude, schafft Freunde und kann Spaß machen", betonte Hubert Klotzeck. Doch nicht nur das Verbindende und Identitätsstiftende der Kunst war ihm wichtig, auch der Umgang mit den täglichen Herausforderungen und was wir dafür aus der Kunst lernen können. "Kunst und Kultur lehren uns Streit. Streit ist keine bösartige Geschwulst der Gesellschaft, sondern oft Ausdruck der Veränderung und deren Gewissheit. Veränderung ist immer. Umso wichtiger also, dass wir uns mit diesem Teil des Alltags auseinandersetzen und lernen, dass es Streit als Kultur zu pflegen gilt."

Kunst bringt Freude und braucht (mehr) Freunde

Auch Werner Klein, Vorsitzender des Freundeskreises des MKKD sprach von Freundschaft und Spaß, die allen zuwachse, die sich ehrenamtlich für das Museum und die Kunst engagieren. Es sei enorm, was man aus ehrenamtlich alles bewegen könne. Und natürlich braucht die Kunst noch viel mehr Freunde – und der Freundeskreis freue sich über neue Mitglieder … Das wichtigste Ziel des Freundeskreises sei das neue Museum für Konkrete Kunst und Design, auf das sich alle freuten. Sein Dank galt besonders Simone Schimpf, für die gute Zusammenarbeit, die wunderbaren Reisebegleitungen und vor allem: Bewunderung dafür, was diese im Museum mit ihrem „klitzekleinen Budget“ alles auf die Beine stelle.

Kultur-Neujahrsempfang 2017 - eine gelungene Premiere und, das scheint mal sicher, der Beginn einer neue Tradition in Ingolstadt.

 

Fotos: Petra Kleine ©k10 und unten auch von Ahmad Toro Sammani, Blickwinkel Redaktion

 

 

Donnerstag, 05 Januar 2017 12:20

AT Programm Februar März April 2017 348pxIngolstadt | Das Altstadttheater hat seinen neuen Spielplan von Februar bis April 2017 veröffentlicht. Nach dem erfolgreichen Neustart mit Leni Brem und Falco Blome als künstlerischer Leitung und einem wahren Bühnenfeuerwerk seit Oktober, geht es mit einem vielfältigen Programm von Eigenproduktionen, Gastspielen und Lokalmatadoren sowie neuen Formaten und Betrachtungen zur Stadt und zum Leben spannend weiter. Fortgesetzt werden die bisher laufenden Eigenproduktionen WARTEN AUF KARL und DER BOANLKRAMER SUCHT SEIN PARADIES aus der bayerischen Sparte, mit EINE SOMMERNACHT und PARADISO im komödiantischen Bereich. Eine Premiere gibt es am 11. März: LOLA MONTEZ mit Katrin Wunderlich, geschrieben und inszeniert von Falco Blome, der auch den Publikumsliebling „Der Boanlkramer sucht seine Paradies“ selbst verfasst hat.  
 
Außerdem wird es wieder etliche Gastspiele geben: Im Februar sind die bayerische Singer-Songwriterin KARIN RABHANSL, sowie der Klaviervirtuose und Stimmenimitator ANDRÉ HARTMANN zu Gast im Altstadttheater.  Im März gibt es spannende  Abende mit der bekannten Schauspielerin KATERINA JACOB, die aus ihrem Tourneetheater-Leben erzählt, Maria Reiter und Christian Gruber, die mit Akkordeon und Gitarre SONATEN, TANGOS UND GSTANZL zum Besten geben und eine Matinee mit der in Ingolstadt sehr geschätzten Sabine Wackernagel mit ihrer Autobiographie: LINKS AM PARADIES VORBEI – MEIN LEBEN ALS SCHAUSPIELERIN IN DER PROVINZ. Im April stehen HUNDLING mit bayerischem Blues und OIS CHICAGO, THOMAS SCHRIMM und JOGI MITTL mit ihrem Tom Waits-Liederabend IM AUFTRAG DES HERRN UNTERWEGS, THOMAS DARCHINGER mit der satirischen Lesung GOTT BEWAHRE und die bitterböse Komödie DER WELTVERBESSERER von THOMAS BERNHARD sowie der amüsante Abend TRINKEN & LIEBEN von Ines Honsel und Frank Sattler auf dem Programm.
 
In der Reihe LOKALMATADOREN steht im Februar BETTINA KRUGSPERGER mit TAPETENWECHSEL auf der Bühne, im März MAXI GRABMAIER mit BREZ’N-BERTA und im April JOSEPHA SOPHIA SEM mit PLÖTZLICH RUND im Altstadttheater zu sehen.  
 
Zudem hat das Altstadttheater-Team auch wieder zwei eigene Einzelabende im  Angebot: am Valentinstag dreht sich bei LIEBE? ACH NE DOCH NICHT alles um die heiteren Seiten der Herzensangelegenheiten und für den Abend MACHMA KUNST hat sich ein große Gruppe regionaler Künstler zusammengefunden, um das kreative Potential der Stadt zu zeigen.

Eine erfreuliche Neuerung gibt es bei der Bewirtung: ab sofort werden Petra Backhausen und Patricia Jacobsen vom Café „hortus medicus” den Barbetrieb übernehmen und damit zieht auch die Slow Food-Kultur dieses beliebten Cafés ins Altstadttheater ein!
 
www.altstadttheater.de
www.facebook.com/altstadttheater

 

Spielplan Altstadttheater Januar – April 2017

Januar 2017
Fr 06.01.17 20:30 Lida Winiewicz: Paradiso
So 08.01.17 20:30 Poem: Jahresabschlusskonzert
Do 12.01.17 20:30 Falco Blome: Der Boanlkramer sucht sein Paradies
Fr 13.01.17 20:30 Julian Wittmann: Raubullad
Sa 14.01.17 20:30 The Sensational Skydrunk Heartbeat Orchestra: King & Queen
So 15.01.17 20:30 David Greig & Gordon McIntyre: Eine Sommernacht
Do 19.01.17 20:30 Lida Winiewicz: Paradiso
Sa 21.01.17 20:30 Karl Valentin: Warten Auf Karl
So 22.01.17 20:30 David Greig & Gordon McIntyre: Eine Sommernacht
Sa 28.01.17 20:30 David Greig & Gordon McIntyre: Eine Sommernacht
So 29.01.17 20:30 Karl Valentin: Warten Auf Karl

Februar 2017
Do 02.02. 20:30 Karin Rabhansl: Anna
Fr 03.02. 20:30 David Greig & Gordon McIntyre: Eine Sommernacht
Sa 04.02. 20:30 David Greig & Gordon McIntyre: Eine Sommernacht
Do 09.02. 20:30 Lida Winiewicz: Paradiso
Fr 10.02. 20:30 André Hartmann: Der etwas andré Chopin
Sa 11.02. 20:30 Falco Blome: Der Boanlkramer sucht sein Paradies
Di 14.02. 20:30 Altstadttheater: Liebe? Ach ne doch nicht
Do 16.02. 20:30 Karl Valentin: Warten auf Karl
Sa 18.02. 20:30 Bettina Krugsperger: Tapetenwechsel
Do 23.02. 20:30 Lida Winiewicz: Paradiso
Fr 24.02. 20:30 Lida Winiewicz: Paradiso
Sa 25.02. 20:30 Karl Valentin: Warten auf Karl

März 2017
Do 02.03. 20:30 Katerina Jacob: Alles nur Theater
Fr 03.03. 20:30 Falco Blome: Der Boanlkramer sucht sein Paradies
Sa 04.03. 20:30 Falco Blome: Der Boanlkramer sucht sein Paradies
Do 09.03. 20:30 Karl Valentin: Warten auf Karl
Fr 10.03. 20:30 Maria Reiter & Christian Gruber: Sonaten, Tangos & Gstanzl
Sa 11.03. 20:30 Premiere Falco Blome: Lola Montez
Do 16.03. 20:30 Falco Blome: Lola Montez
Fr 17.03. 20:30 Falco Blome: Lola Montez
Do 23.03. 20:30 Falco Blome: Lola Montez
Fr 24.03. 20:30 Maxi Grabmaier: Brez’n-Berta
Sa 25.03. 20:30 Karl Valentin: Warten auf Karl
So 26.03. 11:00 Sabine Wackernagel: Links am Paradies vorbei
Do 30.03. 20:30 Lida Winiewicz: Paradiso
Fr 31.03. 20:30 Lida Winiewicz: Paradiso

April 2017
Sa 01.04. 20:30 Falco Blome: Lola Montez
Do 06.04. 20:30 Falco Blome: Der Boanlkramer sucht sein Paradies
Fr 07.04. 20:30 Hundling: Ois Chicago

 

Mehr lesen ... Eröffnung im Altstadttheater | Viel Applaus für die "Ingolstadt Spuren"

Samstag, 10 Dezember 2016 14:34

Julia Weber34831Ingolstadt | Fliegende Kirchtürme, fragile Objekte aus Schmetterlingsflügeln, Turmalin und Bergkristall in Schmuckkreationen, filigrane Skulpturen aus Insektenbeinen, zwölfflächige Holzklötzchen für den persönlichen Turmbau. Verspielt, geometrisch, ästhetisch und so vieles mehr sind die Objekte der Designerin und Künstlerin Julia Weber alias VON JOTT. Eine, die sich - immer schon -  aufmachte, um die Welt zu sehen und zu verstehen. Ohne Scheu, mit Offenheit, Talent und der Freude am Gestalten und Berühren - und am berührt werden. Und mit der (Hin)Gabe, dies in Objekten und Bildern auch zu vermitteln. Die Ausstellung VON JOTT im Studio Famos - großartig und wunderbar!

Für drei Wochen sind im Studio Famos der Designagentur schnellervorlauf Arbeiten der Künstlerin und Designerin VON JOTT zu sehen und zu kaufen. VON JOTT ist nach Markus Ofner (produkat - Upcycling-Design aus Graz) und SUID THINGS (faires Design aus Südafrika) die dritte Präsentation mit einzigartigem Design, wieder kuratiert von Julia Well.

„Ich liebe Geometrie, Mathematik und ich liebe Insekten.“ VON JOTT

Julia Weber war „immer schon“ fasziniert von Insekten, Natur und Bionik. Sie liebt Technik und Naturwissenschaften, interessiert sich für Psychologie, Astrophysik, Mystisches und hat „immer schon“ gerne gestaltet und gezeichnet. Am besten kann man mit all diesen Interessen und Talenten in der Kunst arbeiten, meinte Julia Weber, und entschied sich für eine Ausbildung an der Fachschule für Produktdesign in Selb und ein Studium für Integriertes Design an der Hochschule Anhalt in Dessau. Nach einem Besuch an der Kunsthochschule in Oslo begann sie als Grafikdesignerin zu arbeiten. VON JOTT im Studio Famos ist ihre erste Ausstellung überhaupt. Danach wird Julia Weber nach Berlin gehen, um sich dort für ihr weiteres Schaffen inspirieren zu lassen. Ob sie nicht Angst habe, in Berlin mit den vielen Künstlern und Kreativen unterzugehen, wird sie im Interview mit Isabella Kreim (Kulturkanal)gefragt. Nein, sagt Julia Weber, sie liebe es unter vielen Leuten zu sein, zu beobachten und sich inspirieren zu lassen. Einfach mal schauen …

Neben VON JOTT wird auch das Schmuckdesign von Rosa Hirn gezeigt. Diese ist gelernte Goldschmiedin und hat Schmuckdesign studiert. Bis August war sie in ihrem Atelier in der Werkstatt Eden im Zehenthof zu sehen. Sie zeigt im Studio Famos tragbare Schmuckcolliers und Ohrringe aus Glassteinen sowie ungewöhnliche Schmuckkreationen, die wie exotische Kopfbedeckungen wirken, durchsichtige Tiefsee-Kunst-Objekte aus Plastik, die man als Schmuck tragen kann, die aber auch geheimnisvolle Installationen sind, nur dazu gemacht um mit Licht und Schatten zu zeichnen.


Bis 17. Dezember 2017 hat das Studio Famos geöffnet
Montag bis Samstag von 10 – 19 Uhr
Harderstraße 22

Mehr lesen ... Ankündigung: Pop-up-Store Studio Famos mit VON JOTT und Rosa Hirn 

kulturkanal ingolstadt logoIsabella Kreim hat im Kulturkanal ein Interview mit der Designerin und Künstlerin VON JOTT geführt, das man hier nachhören kann | Fliegende Türme, Objekte aus Insektenbeinen

 

 

 

 

Text & Fotos © Petra Kleine 

Fliegende Architektur, geometrische Objekte aus Schmetterlingsflügeln, Schmuck aus Bergkristall, Perlen und Turmalin, Dodekaeder aus Insektenbeinen, zwölfflächige Bauklötzchen  – verspielt, geometrisch, filigran und schön sind die Produkte und ästhetischen Objekte der Designerin Julia Weber, die das Studio Famos jetzt für 3 Wochen zeigt. Der Pop-up-Store der Designagentur schnellervorlauf wird mit VON JOTT, so der Künstlername der jungen Designerin, auch zur temporären Galerie.

Donnerstag, 08 Dezember 2016 23:26

IFG K10 Gaeste 348Ingolstadt | Under Construction! Unter diesem Motto hatte die städtische Wirtschaftsförderung IFG die Kultur- und Kreatiwirtschaft in das freie Kulturzentrum KAP 94 eingeladen. Zum Vernetzungstreffen kamen etwa 50 Vertreter*innen der kreativen Branchen.

Nach einem erfolgreichen Auftakt im September (hier lesen) standen diesmal Netzwerke und Selbstorganisation im Mittelpunkt. Warum Selbstorganisation wichtig ist und wie dieser schwierige, langwierige und mit Sicherheit arbeitsintensive Prozess erfolgreich angegangen und umgesetzt werden kann, haben die Gastreferenten Jens Kobler (Kreative Klasse e.V. Ruhrgebiet) und Frank Zumbruch (www.kreativregion.de und Kreativwirtschaftszentrum Mannheim) dargestellt.

Selbstorganisation

In Ingolstadt soll im nächsten Schritt nun die Selbstorganisation der Kreativen vorangebracht werden. Dabei gibt es bei einigen Branchen bereits Berufsvertretungen und freie Foren. So sind die den Architekten berufsständisch und frei organisiert (BdA, Architekturforum des Kunstvereins) ebenso wie die Kunstschaffenden (BBK Ingolstadt/Obb. Nord). Netzwerke wie K10, das Coworking-Bureau Eineinhalb, Achtung Kultur sind schon bestehende, branchenübergreifende Vernetzungsstrukturen. Andere Branchen und ihre Akteure in den Märkten müssten sich noch finden. Daher sollen zunächst für die einzelnen Teilmärkte* Kontaktpersonen bzw. Teilmarktreferenten gefunden werden.

Aufgaben dieser Teilmarktvertreter sollen sein, die einzelnen Branchen sichtbar machen, ihre Akteure und Strukturbedarfe vorzustellen und letztlich Handlungsdruck auf Verwaltung und Politik erzeugen zu können. Nicht zuletzt soll die Aufmerksamkeit der klassischen Wirtschaft auf die Kompetenzen der kreativen Dienstleister gelenkt werden, sodass neue Kontakte und natürlich auch Geschäftsbeziehungen entstehen können. Dazu gehört, die Leistungen zeigen, die die Kultur- und Kreativwirtschaftler der Stadt erbringen. DIE IFG wird den Prozess weiterhin aktiv unterstützen. Sie weiß um die Bedeutung der Kreativ-Branchen für den Standort und hat selbst großes Interesse an guten Informationsstrukturen und klaren Zielen, die die Kreativwirtschaft insgesamt bzw. für die einzelnen Teilmärkte entwickelt.

Das Findungsteam - jetzt anmelden

Zur Findung der Teilmarktreferent*innen soll es nun ein kleines Team geben, das sich bereits Mitte Januar wieder trifft. Interessierte dafür melden sich bei bis zum 14.12.2016 bei Alexandra Kröner, per Email an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Kultur- und Kreativwirtschaft Ingolstadt | Bilder vom zweiten Vernetzungstreffen im KAP 94 © Petra Kleine

 

Aufmacherfoto: © IFG | Reihe hinten vrnl: Jens Kobler, Alexandra Körner, Lisa Stemmer, Ines Weinfurtner, Günter Merkl; vorne: Frank Zumbruch, Petra Kleine


Dienstag, 06 Dezember 2016 21:50

localgoods348 2Ingolstadt | LOCAL GOODS geht mit Produkten aus Ingolstadt in die zweite Runde. Monika und Daniel Lichtwald ermöglichen wieder fünf Tage lang zehn Kreativschaffenden aus Ingolstadt den neuen Pop-up-Store* in Ingolstadt. Nach dem Motto „Wer was bewegen will, muss was bewegen“ gibt es dieses Jahr wieder einen neuen Laden - in der Harderstrasse Nr. 10.

Der Shop LOCAL GOODS eröffnet am Donnerstag 08.12. Uhr und ist bis Dienstag 13.12., täglich von 11-20 Uhr geöffnet.

* In Pop-up Stores und temporären Shops in Ingolstadt verkaufen DesingnerInnen, Kunstschaffende oder kleine Labels ihre Produkte und Artikel für eine kurze Zeit. Für wenige Tage oder wenige Wochen poppen diese Läden auf ... Aktuell gibt es das Studio Famos (Harderstraße 22, 8. - 17. Dezember), die LOCAL GOODs (Harderstraße 10), und ähnlich vom Forum für angewandte Kunst (FAKten e.V.) den Konzeptstore „Das gibt’s nur einmal“ in der Moritzstr. 4. Wichtig: Immer nur kurze Zeit!

 

Dienstag, 06 Dezember 2016 21:03

von Jott Portrait 348Ingolstadt | Die dritte Auflage des Studio Famos Pop-up-Stores lädt zwei junge Designerinnen ein, die sich an nichts halten. Weder an der Definition von Produktdesign, Kunst und Grafik, noch bei der Produktauswahl. Einig sind sich von Jott alias Julia Weber und Rosa Hirn aber bei der Herstellung. Die übernehmen die zwei Designerinnen am liebsten selbst. Und präsentieren die in grenzenlose Fantasie gehüllten Ergebnisse diesmal zusammen. Diese handeln von atomaren Verbindungen und gehen bis unter die Haut, winden sich als Illustrationen auf Papier, reflektieren über die bekannten Bauwerke der Stadt, die zu schweben scheinen und zeigen u.a. Formen und Materialien, die sich zu aufwändigem Schmuck zusammenfügen. Die Idee wird selbstverständlicher Mitspieler der Funktion, indem sie mit unseren Erwartungen bricht, unseren Blickwinkel mit Witz, Ironie erweitert und diesen mit einer eindeutigen, wiedererkennbaren Designsprache in Frage stellt.

Die gebürtige Ingolstädterin Julia Weber (Foto) arbeitet nach der Berufsfachschule für Produktdesign, dem Studium des Integrierten Designs an der Hochschule Anhalt im Fachbereich Kommunikationsdesign sowie einem Aufenthalt an der Kunsthøgskolen i Oslo, Norwegen als freie Produkt- und Grafikdesignerin. Rosa Hirn wuchs in Mannheim auf studierte nach dem Besuch der Goldschmiedeschule in Schmuckdesign in Pforzheim und lebt und arbeitet in Berlin.

Wer sich auch an Weihnachten an keine Regeln halten will und außergewöhnliche, handgemachte Designobjekte regionaler Nachwuchstalente sucht, wird zwischen 8. bis 17. Dezember garantiert fündig. Julia Weber ist während des gesamten Ausstellungszeitraums persönlich anwesend.

VON JOTT ist der dritte offizielle Store nach dem Sommer-Store SUID THINGS mit Design aus Südafrika und Produkat mit Upcycling design aus Graz, mit dem das Studio Famos am 10. März seine Eröffnung gefeiert hat.

Übrigens: Für ganz Spätentschlossene veranstaltet Studio Famos kurz vor Weihnachten noch einen Abverkauf mit Produkten der letzten Stores. Genauere Infos werden noch bekanntgegeben.

Über Studio Famos | Überregionale Designer nach Ingolstadt zu holen und allen Design- und Kulturinteressierten einen sicheren Hafen an Inspiration, Austausch und nachhaltigen Produkten jenseits der Massenfertigung zu bieten: Das ist das Ziel und die Motivation von Sigrid Diewald und ihrem Team der Designagentur schnellervorlauf, die seit 10. März 2016 unter dem hauseigenen Label „Studio Famos“ Pop-up-Stores veranstalten. Designer und Anhang 8 Logo studio famosKreative können im Rahmen des Pop-up-Stores ihre Produkte der Öffentlichkeit vorstellen und verkaufen. Das Studio Famos versteht sich als Plattform und Drehscheibe für neue Ideen, Konzepte und Produkte, die sich durch ihre besondere Berücksichtigung ökologischer, sozialer und/oder qualitativer Aspekte auszeichnen. Studio Famos verfolgt dabei einen klaren Industriedesignschwerpunkt im Selbstverständnis einer Galerie, eines Shops und eines übergreifenden, kulturellen Treffpunkts. Nur hochwertige, neuartige, überzeugende Konzepte und Produkte, die man in Ingolstadt schwer bis nicht findet und die bestimmten ästhetischen Anforderungen entsprechen, werden ausgestellt. Die Dauer des Pop-up-Stores beträgt zwei bis drei Wochen und ist je einem Aussteller (Privatperson, Organisation, Verein, Unternehmen – national und international – keine Ketten, keine Konzerne!) oder einem Thema (z. B. Inneneinrichtung, Taschen, Nationen, Kulturen, Schmuck, Technik, Büro, Sport etc.) gewidmet.

Öffnungszeiten VON JOTT

08.12. – 17.12.16
Montag – Samstag
10.00 – 19.00 Uhr

VON JOTT
www.vonjott.com

Rosa Hirn
www.rosahirn.de

STUDIO FAMOS
Pop-up-Store
www.studiofamos.com
Harderstraße 22
85049 Ingolstadt

Donnerstag, 01 Dezember 2016 13:09

Logo bayernkreativ348

Ingolstadt | Wie lassen sich kreative Ideen unternehmerisch umsetzen? Zu welchem Preis kann ich meine Leistungen anbieten? Am Donnerstag, 8. Dezember 2016, bietet das Bayerische Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft im Rahmen des bayernkreativTAG Antworten und Lösungsansätze auf Fragen wie diese.
Zu den kostenfreien Beratungsgesprächen sind Gründer/-innen, Freiberufler/-innen und Unternehmer/-innen der Kultur- und Kreativwirtschaft eingeladen. Die Gespräche finden im Kulturzentrum neun in Ingolstadt statt.

Am kommenden bayernkreativTAG erhalten Kultur- und Kreativschaffende im Rahmen von persönlichen und kostenfreien Beratungsgesprächen zentrale Hinweise und Tipps für ihren unternehmerischen Erfolg. Interessierte können sich zu Fragen rund um das passende Geschäftsmodell, wirksame Kundenakquise, geeignete Netzwerke oder die richtigen Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten informieren und individuell beraten lassen.

„Die Kreativen in der Region Ingolstadt stehen vor der Herausforderung ihre schöpferische Arbeit sichtbar zu machen. Die Wirtschaftskraft der Branche ist an einem Automobilstandort wie Ingolstadt schwerer wahrnehmbar. Wir von bayernkreativ wollen die Aufmerksamkeit auf die Potenziale der Branche lenken und deren Vernetzung steigern, um damit den Wirtschaftssektor nachhaltig zu fördern“, beschreibt Berater Oliver Wittmann (Foto) seine Aufgabe.

Zu den Gesprächen sind Gründer/-innen oder Kleinst- und Kleinunternehmen aus den Bereichen Architektur, Design, Musik-, Film- und Rundfunkwirtschaft, Kunst- und Buchmarkt, Software- und Games-Industrie, Darstellende Künste sowie Presse und Werbemarkt eingeladen.

Auf einen Blick
bayernkreativTAG - Beratung und Vernetzung für Kultur- und Kreativschaffende
Nächster Termin am Donnerstag, 8. Dezember 2016, Einstündige Einzeltermine finden von 11:30 bis 15:30 Uhr statt.
Kulturzentrum neun, Elisabethstraße 9a, 85051 Ingolstadt.
Das Angebot ist kostenfrei.

Anmeldung und Terminvereinbarung
www.bayern-kreativ.de/ingolstadt/


Oliver Wittmann 180Über das Bayerische Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft
bayernkreativ berät Kultur- und Kreativschaffende in individuellen kostenfreien Beratungsgesprächen und Workshops an 18 Standorten in ganz Bayern. bayernkreativ ist Kooperationspartner für Institutionen, Netzwerke und Initiativen, um die Wirtschafts- und Innovationskraft der über 40.000 bayerischen Kultur- und Kreativunternehmen zu stärken und sie untereinander sowie mit anderen Branchen der bayerischen Wirtschaft zu vernetzen. Es ist eine Initiative des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie und wird von der Bayern Innovativ GmbH in Nürnberg getragen.

Weitere Informationen
www.bayern-kreativ.de und www.facebook.com/bayernkreativ

Samstag, 26 November 2016 16:08

Kleinherne Die Aktion Buchcover 348aEs musste wohl so kommen. Kleinherne erzählt eine Geschichte. Und er erzählt viele Geschichten. Zumindest im Ansatz. Er würfelt eine Gruppe zusammen, 6 Personen, 3 Männer, 3 Frauen, unterschiedlicher Nationalität. Und anhand dieser Gruppe zeigt er, wie schwierig, oder wie unmöglich das Agieren in einer Gruppe ist. Zusammen eine Aktion planen, sie durchführen, zusammen zu bleiben, dazu braucht es Disziplin und Entschiedenheit. Aber alle sind geprägt von den vielen Geschichten, den Geschichten in ihrer Geschichte. Sie stecken in der Vergangenheit, in der Geschichte ihrer Eltern, deren Fehler sie bedenkenlos wiederholen. Bis zu den Knien im Quark der Vergangenheit, treten sie den Quark zu Käse. Jegliche Form privater Äußerung gerinnt zu Ideologie. Esse ich Fleisch oder nicht? Es ist eine politische Diskussion, und der Fleischesser ist der Klassenfeind. Treue, Monogamie? Begriffe der absterbenden Klasse. Eifersucht ist bourgeois, wir stehen darüber. Und weinen in die Kissen. Um uns herum gerät die Welt ins Wanken, aber wir kämpfen unsere kleinen Kriege. Und irgendwann verlangen die vielen durchgesoffenen Politgespräche nach einer Konsequenz. Wenn einer die Wahrheit ausspricht: Ihr redet nur, zum Handeln fehlt euch die Konsequenz, dann kann man sich nicht lumpen lassen, verabredet sich zum konspirativen Treff in einem Haus in Meeresnähe.

Erst bricht das Unheimliche in die Geschichten, tote Tiere; Männer, die nachts das Haus umschleichen. Dann bricht eine brütende Hitze aus. Die Nerven liegen bloß, die Sinne auch. Wer nicht für die Aktion ist, wird ausgeschlossen. Zum Glück gibt es Alkohol, nicht zu knapp. Später auch noch Dope.  Das Haus, das Meer, der Sex. Was wird das, ein anstrengender Urlaub, oder doch der bewaffnete Kampf. Alle sind auf sich bezogen, nicht in der Lage kollektive Entscheidungen zu treffen, und das ist vielleicht auch gut so. Der Einzelkämpfer schlägt zu. Er sprengt eine Tankstelle, es gibt Verletzte. Der Täter setzt sich ab, der Rest bleibt zurück. Mit dem letzten Joint wird auch noch ein Waldbrand verursacht. Wir tauchen erstmal alle ab, möglichst nicht Paris, besser Provinz. Wenn sich die Wolken verzogen haben, können wir neu nachdenken. Wir verstecken uns im Spießertum. War`s das? Bon jour, tristesse!

Das liest sich spannend wie ein Krimi. Es ist sehr schnell und sehr fraktal erzählt. Denn es gibt in der Personage keinen Erzähler, Kleinherne lässt sich die Fäden nicht aus der Hand nehmen. Er entscheidet, was der Leser erfährt, und was nicht. Er zeigt Aspekte der Figur, vieles ist Erinnerung. Wendet die Figuren, wie unter einer Lupe. Beschreibt Momente der Vergangenheit. Die haben vielleicht die Menschen zu dem werden lassen, was sie sind. Aber vielleicht sind sie auch nur die Produkte der 1. Welt. Zu selbstbezogen, zu egoman. Eine ziemlich illusionslose Abrechnung mit Aktionismus. Wir haben uns gefallen in der Attitude des Revolutionärs.  Was bleibt? Eine jüngere Generation, mit neuen Protestformen? Wenig Hoffnung, denn dieser Roman zeigt auch, wie unfähig wir sind, uns von der Vergangenheit zu befreien. Die Revolutionäre verschwinden im neuen Spießertum, die Leichen, die zurückbleiben, sind ein Versehen.

Donald Berkenhoff

 

 

kleinherne bild180Michael Kleinherne | Die Aktion. Bayerischer Poeten- und Belletristik-Verlag Reichertshofen 2016, 230 Seiten, 9 Euro.

"Die Aktion" ist das dritte Buch des Autors, 1964 in Westfalen geborenen, lebt und arbeitet in Eichstätt als Literaturdozent an der Uni Eichstätt, ist Mitorganisator des Festivals LiteraPUR.

2012 literarisches Debüt mit dem Erzählband "Drehpause". Buchbesprechung Drehpause hier

2014 Novellenband "Daniel" -  Besprechung der Novelle von Donald Berkenhoff hier

Nächste Lesung | Michale Kleinherne - Die Aktion. Zwei Wochen im August | Freitag, 13. Januar, 20 Uhr, Vronis Ratschhaus Ingolstadt Mit Musik von Rudi Trögl an der Gitarre.

 

 

 

Dienstag, 22 November 2016 23:42

gabriel engert johannes hauser 348Ingolstadt | Das Rathaus öffnet sich den Künstlern der Stadt und zeigt in seinem Foyer den Fotografen Johannes Hauser mit seiner Ausstellung „nach oben“. Hauser arbeitet auch als Journalist und ist seit 2016 Mitglied des Berufsverbandes Bildender Künstler Ingolstadt und Oberbayen Nord.

Dem Fotografen geht es darum, einen neuen Blick auf vermeintlich Bekanntes anzubieten. Ein Anspruch, den Kunst oft formuliert. Faszinierend, wie dies Johannes Hauser gelingt!

Jede der großformatigen Fotografien wird zunächst als ästhetisch schön wahrgenommen, so wie ein Kristall oder der Blick durch ein Kaleidoskop schön ist. Langsam erkennt man ein Motiv, einen konkreten Ort – das Stadttheater mit dem ungewöhnlichen Kronleuchter, den Nordbahnhof, die Harderbastei, den Dallwigk, den Rathausplatz, eine Aussegnungshalle  … Mit jedem weiteren Hinsehen erschließen sich Details, versucht man als Betrachter den Standort der Kamera einzunehmen und nach oben nachzuvollziehen. Ingolstadt - überraschend selbst für die noch mit Schutterwasser getauften Alt-Ingolstädter, die eben doch nicht jede Perspektive ihrer Stadt kennen und diese durch das Auge des Fotografen noch einmal ganz neu entdecken. Verblüffung und Begeisterung bei der Ausstellungseröffnung. Dabei sind die Bilder nicht digital verändert. „Der Kreis-Effekt ergibt sich rein optisch durch den Einsatz eines Fischaugen-Objektivs“, beschreibt Hauser den technischen Teil des Gelingens. „Durch die extreme Perspektive mag der Betrachter seinen Zugang und damit seine Haltung zu einem Ort, den er bereits auf hunderten Fotografien gesehen oder persönlich erlebt hat, neu finden.“ Hausers Blick geht dabei zunächst nach oben, also weg von unserer Alltagsperspektive. Durch das Fischauge ergibt sich ein extremer 360 Grad Rundumblick und es fängt damit auch noch unendlich viele Details am Rande mit ein. Die Ausstellung bleibt trotz dieser immer gleichen Technik spannend und faszinierend, weil Johannes Hauser immer wieder neue Situationen fokussiert und ideenreich in Szene setzt: Innenräume, Plätze, eine Gruppe von Menschen, eine Narzissenwiese … Jedes Bild eine eigene Welt, in die man lang und durchaus meditativ hineinschauen kann und in der sich immer wieder Neues erschließt.

Auf der Homepage von Johannes Hauser www.johannes-hauser-fotografie.de kann man die vielen verschiedenen Motive sehen – aus Ingolstadt und aus vielen Orten weltweit, der der Fotograf bereist hat. Exklusiv sogar den Deutschen Bundestag, den er als Erster fotografisch erfassen durfte. Die Bilder sind auch zu kaufen – Kontakt am besten über seine Homepage.

Das Institut für digitales Lernen hat die Ausstellungen wieder medial erweitert. QR-Codes zu jedem Bild ermöglichen den virtuellen Zugang zu Informationen über das Bildmotiv, sehr lesenswerte Hintergründe und Fotos zur Entstehungsgeschichte.

Die Ausstellung ist zu sehen im Neuen Rathaus, unten in der Eingangshalle und im 2. Stock im Foyer vor dem Sitzungssaal des Stadtrates. Sie soll der Auftakt sein, dort auch künftig Ingolstädter Künstlerinnen und Künstler zu zeigen, so die Idee von Oberbürgermeister Christian Lösel, der die Ausstellung eröffnete.

www.johannes-hauser-fotografie.de

Ausstellung „nach oben“ vom März 2016 in der Harderbastei mit der Laudatio von Christian Silvester – hier nachlesen

 

Sonntag, 13 November 2016 00:33

paolo lumpi 348Ingolstadt | Christian Paulus aka Paolo Lumpi ist einer der neuen Künstler des Berufsverbands Bildender Künstler 2016. Seine Austellung HADERLUMPEN* Schanzer Ansichten und Aussichten ist aktuell zu sehen. Was in den Aussichten, also dem Blick in die Zukunft, schon anklingt ist seine Haltung als Künstler und Architekt: zeitkritisch, nachdenklich, politisch, heimatverbunden. Er blickt als Romantiker und Ästhet auf seine Stadt und begleitet diese Perspektive mit lakonischem Witz, ökologischem Wissen und einem breitem Themenfeld: vom Vorgarten bis zum Klimaschutz, von der historischen Stadtsilhouette bis zu den Chemtrails des energieverschwenderischen Flugverkehrs, die sich wie ein Netz über die Stadt legen, über Landschaften, Raffinerien, touristische Orte und vor Horizonten auftauchen. Bis zum 11. Dezember ist die Ausstellung in der Ladengalerie COLORIA zu sehen, auch das Buch HADERLUMPEN ist dort erhältlich.

Der Künstler setzt die Aquarelltechnik gekonnt für seine eigenwilligen Stadtansichten ein. Er hat längst eine kleine Fangemeinde, auch in den sozialen Netzwerken, in denen er nicht nur seine Aquarelle zeigt, sondern auch kleine Geschichten erzählt, nicht zuletzt zu Baukultur und Stadtentwicklung. Diese ist von Berufs wegen schon Thema des Architekten, der seit vielen Jahren in Ingolstadt arbeitet, auch im sozialen Wohnungsbau. Und auch daraus treiben ihn Themen um: Flächenschonendes Bauen in der Wachstumsstadt und wie es in der Bauwirtschaft zugeht, der ständig steigende Termin- und Kostendruck, immer neue Vorschriften zu Brandschutz oder Energieeffizienz, Fachkräftemangel. Ein Grund für Christian Paulus, dem künstlerischen Arbeiten mehr Raum in seinem Leben zu geben, nun mit einem Buch und der Ausstellung HADERLUMPEN. Seine CD Orang Mutan Klang ist übrigens auch dort erhältlich, Gesang: Paolo Lumpi.

mann 348Der Mann mit der roten Jacke

Immer wieder taucht der Mann mit der roten Jacke in den Bildern auf, welchem dann dieses oder jenes begegnet – ein Gedanke, ein Radfahrer, eine Fehlplanung, ein Missgeschick … Er könnte für den Künstler selbst stehen. Zumindest kokettiert jener ein wenig damit - groß, schlank, ein wenig gedankenverloren ist die Figur gezeichnet, beobachtend, forschen Schrittes oder flott mit dem Rad unterwegs, manchmal über den Bildrand hinaus. Der Mann mit der roten Jacke steht wohl für den menschlichen Maßstab, der dem Architekten Paulus ein Anliegen ist. Der Künstler Paulus findet für diese kritische Perspektive Bilder. Immer wieder werden unwirtliche Ecken und Unorte gezeigt, kleine Häuschen, bestückt mit enormen Mobilfunkanlagen, große Kreuzungen für Unmengen von Berufsverkehr gebaut, doch für Fußgänger eher trostlose Weiten, die es zu überwinden gilt. Menschen sieht man kaum, bis auf den einen Protagonisten in roter Jacke. Objekte, Gebäude, Straßen werden gezeigt und der Raum zwischen ihnen. Mit seinen Themen und Bildern erinnert Paulus an die ebenso ruhigen wie offenbarenden Fernsehbeiträge des Heimatfilmers Dieter Wieland.

Nicht nur, aber auch Lokalkolorit

Ingolstadt kann auch Idylle sein, eine Wellblechdatscha am Rand eines Gartens mit Apfelbaum, die rote Citroen-Ente vor dem ehemaligen Nachtcafe Rondell als Erinnerung an Jugendzeiten, der Baggersee mit Mann in roter Badehose, ein Großparkplatz von oben mit (fröhlich) bunten Autos, die Staustufe mit ihren Booten und Stegen, die Frau im roten Badeanzug entspannt auf der Wiese im Freibad, gleich beim Eisbären.

Christian Paulus ist seiner Stadt, daran besteht kein Zweifel, wirklich verbunden. Er bietet mit seinen Aquarellen Lokalcolorit im besten Wortsinn und überrascht immer wieder mit besonderen Ansichten. Doch er weiß eben auch das Unbedachte, Unbeholfene, Störende oder Fehlgelaufene eines Genius Loci darzustellen. Weil Paulus durch die transparenten Farben des Aquarells, feine Linienführung, guten Bildaufbau erst einmal Ästhetik schafft, wird oft nicht gleich klar, ob man einen guten Ort sieht. Drei blaue Mülltonnen in einem Eck sind zugleich dunkler Hinterhof und sehen eben auch irgendwie gut aus. Es sind gerade diese Gleichzeitigkeiten und Doppeldeutigkeiten, die seine Bilder so spannend machen. Und es ist die persönliche Haltung in seinen Arbeiten die uns überlegen lässt, dass und wie Ingolstadt eine dieser „Städte für Menschen“ sein könnte. Eine schöne Schanzer Aussicht. Petra Kleine

 haderlumpen buch

Christian Paulus | HADERLUMPEN
Schanzer Ansichten und Aussichten

Das Buch. Ein Bildband mit 52 Aquarellen.
Limitierte Auflage.

Ausstellung bis  Ende Dezember 2016
Buch und einzelne Bilder als signierte Drucke sowie Originale sind dort erhältlich
Coloria, Am Bachl 43, 85049 Ingolstadt
Di – Fr 10 -18 | Sa 10 - 13

* Haderlump ist ein gebräuchliches Schimpfwort für einen äußerlich eher etwas heruntergekommenen Menschen. Christian Paulus geht bei seinen Haderlumpen zunächst vom Büttenpapier aus, auf dem er malt. Es hat einen großen Anteil an Fasern, recycelt aus Stoffresten, eben den Lumpen. Ein Wort für diese Stofflumpen ist Hader. Ob der Künstler Paulus alias Paolo Lumpi auch ein Haderer ist, kann einfach ein weiteres Wortspiel sein, muss aber nicht.

Text/Bilder: Petra Kleine

Donnerstag, 10 November 2016 11:50

bildermarkt 348Auch dieses Jahr lädt der BBK alle Kunstschaffenden der Region wieder zum traditionellen Ingolstädter Bildermarkt ein. Jeder, ob Profi, Nebenerwerbs- oder Hobbykünstler*in kann maximal zwei Arbeiten einreichen. Die Werke werden nicht juriert.

Zulässig sind alle Techniken. Aufhängevorrichtungen und bruchfeste Glasrahmen sind notwendig. Die Arbeiten müssen beschriftet sein, mit Kontaktdaten des Künstlers, Titel und Preis der Arbeit. Zusätzlich muss eine selbstklebende Bildbeschriftung in der Größe eines Adressaufklebers mit abgegeben werden, auf dem ebenfalls Künstler und Werk bezeichnet werden.  

Einreichung ist am Montag, 28.11.2016 von 09.00 Uhr - 17.00 Uhr

Eröffnung ist am Sonntag den 08.12.2016  mit einem Weißwurstfrühstück um 11.00 Uhr.  
 
Anlieferung der Bilder und Ausstellung:  
Harderbastei  
Oberer Graben 55  
85049 Ingolstadt  
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
0841-9312 754

Kurze Parkmöglichkeit zum Be-und Entladen im Hof der Bastei.  
Für Teilnehmer die keine Mitglieder des BBK Obb. Nord und Ingolstadt e.V. sind fällt eine Bearbeitungsgebühr von 20 € an.

Samstag, 05 November 2016 21:14

Susanne Pohl 2016km2 348Ingolstadt | Susanne Pohl ist bildende Künstlerin, lebt und arbeitet in Neuburg. Sie ist eine der Neuaufnahmen 2016 beim Berufsverband Bildender Künstler BBK Ingolstadt-Oberbayern.

Susanne Pohl befasst sich bereits seit den 1990er Jahren mit Malerei, Grafik und Radiertechniken. Sie hat zahlreich ausgestellt und ist in verschiedenen Galerien, u.a. in Salzburg, vertreten. In der Region stellte sie Arbeiten zuletzt auf der Kunstmesse 2016 in Ingolstadt aus und zeigte dort vor allem Radierungen wie Sturmwiese, Knospen, Bachlauf im Moor, nahm Flora und Landschaften in den Blick. Sie greift mit ihren Arbeiten auch innere Bilder, Gedanken und Beziehungen auf und setzt sie in ausdrucksstarke Bilder um. Die studierte Psychologin arbeitet auch kunsttherapeutisch mit der „Kunst als Weg“.

Mehr über die Künstlerinwww.pohl-kunst.de oder auf der Künstlerinnen-Seite des BBK | Susanne Pohl

 

short stories

Gemeinsam mit dem Künstler Stephan Wanzl-Lawrence hat Susanne Pohl - aktuell und neu - short stories veröffentlicht.  Wanzl-Lawrence ist in Ingolstadt geboren, lebt in Neuburg, arbeitete als Künstler, Grafiker und Dozent an der THI.  Die beiden haben sich Ende 2015 künstlerisch kennengelernt. Ineinandergreifend gemeinsam gezeichnet, gemeinsam geschrieben im Dialog sind diese shortstories entstanden. Sie setzen sich gegenseitig in Gang mit spontanen Ideen und schreiben oder zeichnen die Geschichten fort. Und so sind Worte und Texte, Linien und Zeichnungen ein Impuls für das Gegenüber, um weiter zu zeichnen oder zu schreiben und gemeinsam eine Geschichte zu erzählen „zart und gewaltig, kindlich und erotisch, voller Harmonie, Konflikt, Absurdität und Geheimnis“, wie die beiden es selbst beschreiben.

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Einblick in die short stories und auch die Möglichkeit zu bestellen hier bei Susanne Pohl und Stefan Wanzl-Lawrence.

shortstories 6

 

Bildnachweis | oben Susanne Pohl (c) P. Kleine | Foto unten und Zeichnung (c)Pohl und Wanzl-Lawrence

Susanne Pohl befasst sich bereits seit den 1990er Jahren mit Malerei, Grafik und Radiertechniken. Sie hat zahlreich ausgestellt und ist in verschiedenen Galerien, u.a. in Salzburg, vertreten. In der Region stellte sie Arbeiten auf der Kunstmesse 2016 in Ingolstadt aus und zeigte dort vor allem Radierungen wie Sturmwiese, Knospen, Bachlauf im Moor, nahm Flora und Landschaften in den Blick. Sie greift mit ihren Arbeiten innere Bilder, Gedanken und Beziehungen auf und setzt sie in ausdrucksstarke Bilder um. Die studierte Psychologin arbeitet auch kunsttherapeutisch mit der „Kunst als Weg“
Samstag, 05 November 2016 20:19

catello 348Ingolstadt | Zum 20. Jubiläum der Ingolstädter Zaubertage erfährt das Festival eine tolle Ehrung durch den Magischen Zirkel von Deutschland (MZvD). Ingolstadt darf sich demnächst „Magischer Ort“ nennen. Dies ist vor allem Sven Catello zu danken, dem Zauberkünstler und Organisator, der seit 20 Jahren Ingolstadt zur Zauberbühne macht. Die Plakette "Magischer Ort" wurde bundesweit erst fünfmal vergeben, bisher nicht an Städte sondern eher an Einrichtungen, wie beispielsweise an das Zauberschloss in Dresden. Da Ingolstadt während des Zauberfestivals an vielen Stellen zur Bühne wird, kann Oberbürgermeister Christian Lösel zusammen mit dem Zauberkünstler Catello am 12. November die Ehrung persönlich vom Vorstand des Magischen Zirkel von Deutschland in Empfang nehmen - anlässlich des „Catello Zaubermenüs“.

Am Freitag, den 11. November ist  „Zaubern im Bus“ der Auftakt der 20. Ingolstädter Zaubertage. Während diese Veranstaltung kostenlos besucht werden kann, gibt es für alle anderen Shows Karten im Vorverkauf und wohl auch an den Abendkassen. Für das „Magic Dinner“, wo man den Künstlern direkt auf die Finger sehen kann, muss man vorab reservieren. Dafür gibt es obendrein auch ein 3-GangMenü. 

Ganz nah dran sitzt man auch bei den beiden Soloprogrammen von Fabian Weiss und Siebensinn am Samstag Abend im Stadttheater. In größerem Rahmen wird Zauberkunst dann beim „Gala-Abend der Illusion“ in der Eventhalle präsentiert. Vom Gedankenlesen bis zu schwebenden Menschen ist alles dabei – Comedy und Staunen in einem Programm. Am Nachmittag zeigt an gleicher Stelle Martin Mathias, einer der besten Zauberer für Kinder sein Familienprogramm.  Um Zauberkunst in all seinen Variationen vorzustellen, kann man die Magier auch zur „Straßenzauberei“ im Westpark besuchen oder zu einem weiteren Soloprogramm in der Kleinkunstbühne Neue Welt das am Abschlussabend der Zaubertage von Martin und Jakob Mathias gestaltet wird - nicht zuletzt der 3. Platz bei der letzten Zauberweltmeisterschaft spricht für die Qualität dieser Illusionskünstler.

Alle Termine der 20. Ingolstädter Zaubertage findet man auf der Internetseite der Zaubertage oder in den Programmheften, die bei den Vorverkaufsstellen erhältlich sind.

www.zaubertage.de

 

(Foto: (c)Sven Catello)

Freitag, 04 November 2016 21:22

Ingolstadt | Welche Spuren hinterlässt Ingolstadt, welche Spuren hinterlassen wir, was bleibt? Dafür hatte das Altstadttheater seine Bühne geöffnet. Die bildende Künstlerin Eva Leopoldi und Multi-Media-Künstler Anton Tyroller, haben das akustisch beantwortet und Ingolstadt in Tönen vorgestellt. Vergängliche Geräusche, Lärm oder Melodien die zu Tonspuren werden. Eva Leopoldi und Anton Tyroller haben ihre akustische Arbeit nun für alle zur Verfügung gestellt , auch für die, die  an diesem einmaligen Abend im Altstadttheater nicht dabei sein konnten.

Den Bericht zu dem ganzen Abend im Altstadttheater, konzipiert von Leni Brem, hier lesen Viel Applaus für die "Ingolstadt Spuren.

Dienstag, 01 November 2016 22:51

Leni Brem 348Ingolstadt | Was macht ein Ort mit seinen Menschen? Was prägt, was bleibt, welche Spuren hinterlässt man selbst? Wie ist Ingolstadt? Das Altstadttheater Ingolstadt ging an seinem Eröffnungswochenende auf Spurensuche und lud zum theatralen Stadtspaziergang ein - mit echten und falschen Schanzern, freiwillig und unfreiwillig Hiergebliebenen, Durchreisenden und Rückkehrern. 15 unterschiedliche Perspektiven, auf die Bühne gebracht von Künstlerinnen und Künstlern aus Malerei, Literatur oder Theater und von Ingolstädterinnen, die als Hebamme, Vergolderin oder im Drogeriemarkt arbeiten.

Ein Abend der voll aufging und ein Erfolg war, weil er mit seinen Themen relevant war. Relevant für Ingolstadt, in dem nach wie vor um Identität gerungen wird und relevant für unsere Zeit, in der es um Zugehörigkeit, Heimat und Fremdsein geht. Er hat auch gezeigt, wie die Kunst zur Identität beitragen kann - das passiert nicht einfach so, sondern braucht Konzept, Freiräume und Kunstschaffende, die sich damit befassen wollen und die Stadt ins Altstadttheater holen.

Leni Brem (Bild oben), zusammen mit Falco Blome die künstlerische Leitung des Altstadttheaters, ist es gelungen, die vielen Episoden, die persönlichen, fiktionalen und literarischen Beiträge, Performances, Geräuschcollagen und Bekenntnisse, zu einem Gesamtkunstwerk zu verbinden. Bilder, Töne, Gedanken und Emotionen haben noch lange nachwirkt. Anteil am Gelingen hatte das Video von Robert Lischka, das ruhig im Hintergrund lief und die Stadt so auch als unser aller Alltags-Bühne zeigte. 80 Minuten stiller Filmrundgang, durch fast menschenleere Straßen (Sonntag früh?), mit Graffitis, Kirchen und weißblauem Maibaum, über Plätze mit Atmosphäre und an trostlosen Unorten vorbei. Auf der Bühne wurden die Darsteller*innen dann selbst Teil dieser Stadt, wenn die Projektion sich auf ihnen zeigten, während sie über die Stadt sprachen, sanhen oder tanzten. Die Stadt, der man nicht auskommt, die man allerdings auch mit der eigenen Silhouette bespielen kann.

In Ingolstadt ankommen. Hebamme Karolina Luegmaier spricht ganz ruhig, wenn sie Geburt für Geburt von Glück und Schicksalsschlägen, von Ängsten und Geborgenheit, von jungen, türkischen, tapferen oder ängstlichen Frauen, Männern und Kindern erzählt, von widrigen Umständen und Besonderheiten. „All diese Menschen sind Ingolstadt und ihre Kinder sind das, was die Stadt morgen sein wird – Ingolstadts Zukunft.“

spuren jens rohrer 740

Wie eine der Zukünfte aussehen könnte, zeichnete Literatur-Guerilla Jens Rohrer. Herrlich, wie er zwischen reellem „typisch Ingolstadt“ und satirischer Übertreibung spielte. Das Münster ist abgerissen, stattdessen stehr dort ein Parkhaus. Eine Erdwärmebohrung hatte den Untergrund destabilisiert, Fehler passieren. Das alte Rathaus allerdings fehlt, weil es nicht mehr zu den schlichten Neubauten passte und man den Platz (mal wieder) architektonisch optimieren wollte. Immer wieder geht ein Raunen oder Lachen durchs Publikum. Ja klar, so etwas ist - oder wäre - ja mal wieder „typisch Ingolstadt“.

Schanzer oder nicht Schanzer, das ist hier die Frage!

Manch eine muss damit leben, dass Kösching damals eine sehr moderne, beliebte  Geburtsstation hatte. Und darum kam Franziska Vogler eben dort auf die Welt. Sie ist seither Ingolstädterin, aber eben keine echte Schanzerin. Eigentlich nicht so wichtig, könnte man meinen, doch immer wieder sei dies ein Makel gewesen, vom Schulhof an bis heute. „Schanzer oder nicht Schanzer, das ist hier die Frage!“ Etwas Wehmut, weil ihre Stadt sich hier so wählerisch zeigt. Vogler arbeitet in einem Innenstadt-Drogerienmarkt und gehört fest zur Theater- und Kulturszene der Stadt. Wie Ingolstadt sei, was fehle, merke man eigentlich erst im Vergleich, meinte sie. Warum geht vieles woanders und in Ingolstadt nicht, warum haben die das, und wir nicht. Ein Kultur- und Kneipenviertel, kreative kleine Läden, eine freie und präsente Szene, wo sind eigentlich die Studenten, die andernorts für ein buntes, vielfältiges Clubleben sorgen? Sie sei manchmal neidisch oder – noch schlimmer - schäme sich sogar für ihre Stadt, vor allem wenn Besucher kämen. Letztlich überwiege zwar immer der Heimatpatriotismus. Dennoch bleibt, das spürte man deutlich, ein Hadern und das Gefühl sich für Ingolstadt entschuldigen zu müssen. Und es war kein Trost damit nicht allein zu sein. Gut, dass der ICE hier hält, man brauche diese Fluchtmöglichkeiten – auch Humor hilft. Mutige Aussagen einer jungen Frau, die bewusst und aus Heimatliebe ihr „Ingolstadt auch als umstrittene Heimatstadt“ zeigen wollte.

Statt zu gehen bleibe ich.

Es war einer der vielen Momente an diesem Abend, in denen man auf Spuren von Marie-Luise Fleißer traf. Die Autorin Carmen Mayer hatte die Literatin bewusst in ihre Lesung genommen. Mayer (Bild unten) hatte vor 40 Jahren nach Ingolstadt eingeheiratet, einen der echten Schanzer und sie dachte, so auch eine Schanzerin zu werden. Weit gefehlt, wie wir wissen. Carmen Mayer hat allerdings den Einheimischen viel zugehört, vom Baden in der Donau, von Bomben und Krieg, vom Leben in den Stadtvierteln. Sie weiß davon, dass ihr Mann der Marie-Luise Fleißer regelmäßig die Zigarettenlieferung aus dem Großhandel in den verrauchten Tabakladen brachte. Sie sei ihm weit weniger sonderbar erschienen, als man gemeinhin in der Stadt von ihr sprach. Carmen Mayer hat sich über diese Geschichten die Stadt angeeignet. Sie verweilte auch vor dem Haus, in dem die Fleißer damals im Zigarettenlädchen stand. Sie spürte dem Tabakrauch nach und den Gedanken der Schriftstellerin, die sich nicht nur um den Tabak gedreht haben können. Marie-Luise Fleißer, immer wieder ein Bezugspunkt an diesem Abend – wegen der Hass-Liebe zur Stadt, wegen des Haderns und wegen des Mutes, den es braucht, um über das Unbehagen zu sprechen. Und auch wegen Fleißers „Statt zu gehen bleibe ich!“

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Immer wieder auch Leichtigkeit auf der Bühne. Beim Aufbruch der Jungen. Denn kaum war man unterwegs in etwas Neues, trifft man schon bei Aussteigen am (Grazer) Bahnhof auf Ingolstädter Autokennzeichen. Oder auf der Autobahn, wer fährt vor einem, ein Ingolstädter! Witzig und wahr der Filmbeitrag aus der Grazer WG der gebürtigen Ingolstädterinnen Amelie C. Bauer und Laura Reiter. Beide sind vom Stadttheater zur weiteren Ausbildung nach Graz gegangen. Was bleibt - ein Souvenir-Kissen, (verblassende) Erinnerungen, Sprache? Beide staunen über ihre Vorfreude, an Weihnachten heimzukommen, obwohl man doch so froh ist, jetzt hier zu sein, in Graz. Oder es geht einem wie Milan Römisch (unten). „Jetzt wo ich weiß, ich gehe demnächst nach Düsseldorf, sehe ich, was mir hier alles gefällt!“

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Aus dem Tagebuch der Schauspielerin Denis Matthey hören wir, wie Ingolstadt Spuren in der Sprache hinterlässt. Ihr Heimatort Wuppertal ist recht hügelig, also nichts für das Fahrrad. Aber Ingolstadt! Flach, ideal zum Radeln, das habe sie überhaupt erst hier gelernt. Und „radeln“ wurde damit in ihren Wortschatz aufgenommen. Sie spricht viel von Fremdheit. Selbst nach fünf Jahren am Theater, sei es hier immer wie ein Besuch bei einer strengen Tante gewesen: man habe nie so ganz richtig gesprochen, sei nie so ganz richtig angezogen gewesen. Und doch habe sie hier, mit den Menschen und dem Theater, so viel Schönes und Wichtiges erlebt. Es sei wohl eine Hass-Liebe, die sie mit Ingolstadt verbinde. Da war sie wieder, die in dieser Stadt allgegenwärtige Ambivalenz.

spuren maxi grabmeier 1 740

Kabarettistin Maxi Grabmaier blieb bei ihrem Genre und hatte sich für den Abend aufgebrezelt. „Man braucht ja was zum Essen, von der Kunst kann man hier in Ingolstadt ja nicht leben. Da red ma nachher noch, Herr Kulturreferent.“ Brez'n-Berta Grabmaier kam als Kind aus dem multikulturellen München, wo türkische oder griechische Freundinnen selbstverständlich waren. In Mailing dann ein Kulturschock. Für beide Seiten. Kaum Kontakte in den Jahren an der Grundschule. „Ich musste erst aufs Gymnasium in die Innenstadt kommen, um überhaupt wieder Freunde zu finden.“ Viel später hat sie besser verstanden, was da in den 70ern mit ihr passiert war, wie das ist mit dem Fremdsein und Dazugehören. Seither ist Ingolstadt internationaler geworden und „hat sich damit auch kulturell entwickeln können“. Heute wohnt sie übrigens wieder in Mailing-Feldkirchen. Kluge Zeitbetrachtungen und feine Zwischentöne bei Grabmaiers knallbuntem Auftritt. Chapeau!

Eine stimmungsvolle, akustische Dimension öffnete die Toncollage der Künstlerin Eva Leopoldi und des Multimedia-Künstlers Anton Tyroller. Blasmusik, Mittagsläuten vom Weißbräuhaus, das Anstoßen der Kickerkugeln im Engelwirt, Vernissagengemurmel aus der Harderbastei, die Stille der Bücherei, Discomusik, ein Schulgong (spontane Einigkeit im Publikum „das war der vom Katherl!“), Biergartenstimmung im Mo, Froschquaken, Plätschern, Straßenmusik ...

Nah an ihren biographischen Stationen blieben Claudia Künzel, Vergolderin mit Atelier in der Theresienstraße, und Schauspielerin Francesca Pane. Erinnerungen im goldenen Bilderrahmen oder als Spielfeld eines Familien-Monopoly, zwischen Medererstraße, Serbien und Wanglerstraße, mit der Zukunft auf dem Ereignisfeld. Svetlana Potten zeigte mit einer Tanzperfomance Lebensstationen und –gefühle. Michael von Benkel, Musiker, Autor, Maler, Strafrichter, blieb nah am echten Leben. Er gab mit seinem neuen Roman „Der Schrank“  nicht ganz frei erfundene Einblicke in die Pubertät junger Delinquenten, die in Ingolstadt vor Gericht standen. Wobei einem die bezopfte, lässig wirkende Figur des Richters durchaus bekannt vorkommen durfte.

spuren michael benkel 740

Ein musikalisches Kleinod brachten Bettina Krugsperger (Gesang) und Morli Huber (Gitarre) mit SCHAUM DER ZEIT auf die Bühne. Krugsperger war auch eine in Kösching geborene Ingolstädterin, zudem Singer & Songwriter, Künstlerin und diplomierte Designerin, die nach Jahren in der Schweiz in die Region zurückgekehrt war. Ihre Kindheitserinnerungen, in Mundart gesungen, schwebten mal lustig, mal leicht und immer etwas sehnsuchtsvoll durch das Altstadttheater – sehr berührend.

Viel Applaus für diesen Abend im Altstadttheater!

www.altstadttheater-ingolstadt.de

 

Bilder vom Eröffnungsabend

(Zum vergrößern auf die Bilder klicken ©Petra Kleine)

 

 

 

Statt zu gehen bleibe ich.

 

Freitag, 28 Oktober 2016 18:51

San2 DanielGall 348San2 & His Soul Patrol waren der Liveact bei der Ausstellungseröffnung LOGO.DIE KUNST MIT DEM ZEICHEN im Museum für konkrete Kunst. Die Band begeisterte! Vor allem Frontmann Daniel Gall aka San2 wickelte das Publikum erst smart um den Finger, um es mit dem nächsten Song dann wieder mitzureissen. Er groovte zu Rhythm & Blues über die Bühne, verblüffte gleich danach mit sanftem Soul (für meinen Vater) oder innigem Gospel. Die ganze Band Rhythmus und Feeling, die Stimme pure Emotion und überhaupt: beste Bühnenperformance des hard working soulman* und der Vollblutmusiker der SOUL PATROL. Großartig!

Zu danken ist für diesen Konzertabend im Museum der ArtExperience der Audi AG. Sie schaffte es, die Band für dieses Museumskonzert zu gewinnen. SAN2 & HIS SOUL PATROL sind sonst eher, so San2 selbst, auf Festivals und größeren Bühnen unterwegs. Im Sommer waren sie als Vorband von Jamie Cullum auf dem Tollwood zu hören und wurden (auch dort) vom Publikum begeistert gefeiert. In Ingolstadt sind vor allem Sänger Daniel Gall und Keyboarder Nick Flade (Ingolstädter Jazzförderpreis 2005) bekannt. Sie waren kürzlich in der Neuen Welt zu hören, traten 2010 beim Jazzfestival, kommen aus der Ingolstädter Musikszene.

Daniel Gall aka San2 ist studierter Grafikdesigner (san2design). Seinen Künstlernamen hat er aus seiner Graffiti-Zeit mitgenommen. „Aufgewachsen bei der Schleifmühle“ ist er seit einigen Jahren auch als Musiker, Singer & Songwriter international unterwegs. 2015 erhielt er mit dem Münchner Bluessänger Dr. Will den Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Sein zweites, ganz aktuelles Album „Hold on“ produzierte er mit dem britischen Jazzmusiker Geoff Gascoyne, der auch Entdecker von Jamie Cullum ist.

SAN2 & HIS SOUL PATROL - ein Highlight 2016. Best of Ingolstadt!

San2 | Daniel Gall | vocals
SOUL PATROL
Sebastian Schwarzenberger | guitar, backing vocals
Matthias Bublath aka Nick Flade| hammond organ
Dominik Palmer | bass, backing vocals
Peter Oscar Kraus | drums, backing vocals

Mehr über SAN2 & HIS SOUL PATROL bei südpolmusic – hier lesen!

Freitag, 28 Oktober 2016 16:34

mkklogo 348Ingolstadt | Das Logo. Die vielleicht kürzeste Verbindung zwischen Kunst und Konsum oder die Frage, wie die Aldi-Tüte ins Museum kommt. Als Markenzeichen ist das Logo allgegenwärtig im Alltag, ein Herzstück der Produktvermarktung. Als Zeichen hat es viel mit den Inhalten der konkreten Kunst zu tun. Form, Farbe, Wirkung. Ingolstadt hat sich mit dem Museum für konkrete Kunst speziell dieser Kunstrichtung gewidmet und zeigt aktuell die hervorragende, und wenige Tage nach Eröffnung schon vielbeachtete, Ausstellung. LOGO. DIE KUNST MIT DEM ZEICHEN.Künstler wie Anton Stankowski, Victor Vasarely, Günter Fruhtrunk haben wichtige Logos für bedeutende Marken geschaffen. Stankowskis Signet für die Deutsche Bank hatte es damals sogar in die Bild-Zeitung geschafft mit der Skandal-Botschaft: Maler verdient mit 5 Strichen 100.000 Mark! Gestalter Kurt Weidemann bekam sogar 200.000 Mark von der Deutschen Bahn, wohl auch für die Einsparung. Statt dem DB in Weiß auf Rot kehrte er die Farben um und setze das rote DB auf den Hintergrund, das sparte auch Farbe.

Die Ausstellung stellt Kunst neben Gestaltung neben Produkt. Sie zeigt die Verbindung von Logos und der signalhaften Malerei in der Konkreten Kunst und beleuchtet den spannungsreichen Raum zwischen künstlerischer Freiheit und den Zwängen der Dienstleistung Design, die den Anforderungen eines Auftragsgebers folgen soll. Hier räumt Stankowski auf: Ich kann nicht morgens Kunst und nachmittags Design machen. Kunst oder Design, es muss einfach gut sein. Kunst und Design kann sich ausschließen, muss aber nicht. Stankowski ist mit seinen künstlerischen Arbeiten und mit Logos in Ingolstadt übrigens sehr präsent. Stankowski hat sowohl das Signet für das MKK entworfen als auch das zur Landesgartenschau 1992. Und nicht zuletzt ziert seine künstlerische Arbeit „Die Balz“, die auch in der Ausstellung zu sehen ist, den großen Sitzungssaal des Ingolstädter Stadtrates.

mkklogo deutsche bank 700

Die Ausstellung zeigt informativ, klug und mit Witz, welche Kräfte durch Form, Farbe, Linie wirken und welche Gestaltungsprinzipien aus der Kunst sich auch im Design wiederfinden. Sie weist damit auch in die eigene Zukunft, denn der Bereich Design soll mit dem Neubau des MKK zum Museumskonzept dazu kommen.

Farbe als Signal. Das Nivea-Blau ist uns ebenso geläufig wie das berühmte Blau des Künstlers Yves Klein. Blaues L auf Gelb ist Langenscheidt. Magenta erinnert sofort an Telekom wie die grellen neonpinken Farbtöne das Markenzeichen für Rupprecht Geiger sind. Farbe als Gestaltungsprinzip, das in Kunst und Marketing also bestens funktioniert.

Die Form. Apollinaris mit dem roten Dreieck, Lucky Strike mit dem Kreis, die 4 Ringe von Audi, Renault mit der Raute von Vasarely. Das Quadrat - wir erinnern uns an die erste Ikone der Konkreten Kunst, das schwarze Malewitsch-Quadrat oder an die konkreten Farb-Quadrate von Josef Albers. Diese Form wird gerne von Finanzdienstleistern und Banken verwendet, denn es steht gefühlt für Stabilität und Seriosität.

Kunst wird Logo – Logo wird Kunst

Die Ausstellung spielt mit unserer Wahrnehmung, zeigt, welche Emotionen und Firmen man mit bestimmten Farben und Formen verbindet. Sie lässt Künstler und Gestalter sprechen, dazu was „gut“ ist, erhellt Formales durch erklärende Beispiele, legt überraschende Erkenntnisse mit gut gewählten Geschichten frei und bringt nicht zuletzt die konkrete Kunst als Kunstrichtung ganz nah an unseren Alltag.mkklogo aldi fruhtrunk 700 Und so erzählt uns ausgerechnet die ALDI-Tüte viel von der konkreten Kunst und von künstlerischer Freiheit. Wir erfahren, dass der Gestalter dieser Discounter-Plastiktüte, der Künstler Günther Fruhtrunk, sich für diesen Auftrag zuletzt sogar entschuldigt hat. Künstler-Kollege Gerhard Münch (Logo der Master-Card) sah das entspannter und meinte, "dass man als Künstler eine Aldi-Tüte entwirft, sehe ich als total unproblematisch. Und auch dass es in Richtung Grafikdesign und Gestaltung geht, sehe ich als unproblematisch, weil dort ja eigentlich die gleichen Kräfte am Werk sind. Problematisch wird es, wenn Kunst in ihrer Freiheit beschränkt wird oder man Kompromisse machen muss."

Für Ausstellungskonzeption und Gestaltung konnte das MKK die Designerin Sigrid Lorenz (Designagentur schnellervorlauf) gewinnen. Hervorragend wurden die Inhalte erst reduziert und dann mit Texten, Bildern und Originalen so angereichert, dass eine Erzählung daraus wurde, der man durch die Ausstellung folgen kann. Die Werke von Konstantin Voit und Ben Hübsch (Dwabingo, 2016) begleiten dazu als künstlerische Kommentare. Mit Unterstützung der Audi Art Experience-Stiftung und Kuratorin Dr. Theres Rhode hat Museumsdirektorin Simone Schimpf eine Ausstellung hervorragend umgesetzt, die, so das MKK, erstmals übergreifend der Verbindung zwischen Kunst und Logo-Gestaltung seit den 1920er-Jahren nachgeht. Unbedingt ansehen!

Laufzeit: 23.10.2016 bis 19.03.2017
www.mkk-ingolstadt.de

Umwerfend gut!  SAN2 & HIS SOUL PATROL

Fantastisch an diesem Abend die Musik für die traditionelle Art and Beat Party, die einmal im Jahr mit Unterstützung der Audi ArtExperience eine Ausstellung stattfindet. Dafür unbedingt auch an dieser Stelle ein Danke an die AUDI AG und Melanie Goldmann, Leiterin Kommunikation Kultur & Trends, dass dieses Format der Kunstförderung auch in den aktuell harten Zeiten stattfinden kann!

SAN2 & HIS SOUL PATROL heizte den Ingolstädtern an diesem Abend ordentlich ein und war einfach mitreißend. Frontmann Daniel Gall aka San2 wickelte das Publikum mal smart um den Finger, um es dann mit einem Song von den Stühlen zu reißen. Er fetzte zu Rhythm & Blues über die Bühne, verblüffte gleich danach mit sanftem Soul (für meinen Vater) oder innigem Gospel. Die ganze Band war Rhythmus und Feeling, die Stimme in jeder Lage perfekt und pure Emotion und überhaupt: beste Bühnenperformance eines hard working soulman* und der Vollblutmusiker von SOUL PATROL. Großartig!

SAN2 - Best of Ingolstadt! Daniel Gall aka San2 arbeitet als freier Grafikdesigner (www.san2design.de), kommt aus Ingolstadt („aufgewachsen bei der Schleifmühle“, lebt in München und ist seit einigen Jahren auch als Musiker, Sänger und Songwriter international unterwegs. 2015 erhielt er mit dem Münchner Bluessänger Dr. Will den Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Sein aktuelles Album „Hold on“ produzierte er mit Geoff Gascoyne, dem Entdecker von Jamie Cullum. Als Vorband stand SAN2 & HIS SOUL PATROL gerade erst beim Tollwood-Konzert von Cullum als Vorgruppe auf der Bühne und begeisterte auch dort das Publikum. Mit in der Band und auch am Arrangement der Songs beteiligt Nick Flade, Ingolstädter Jazzförderpreisträger 2005.

San2 | Daniel Gall | vocals
Sebastian Schwarzenberger |guitar, backing vocals
Matthias Bublath aka Nick Flade| hammond organ
Dominik Palmer | bass, backing vocals
Peter Oscar Kraus | drums, backing vocals

*aus der neuen CD Hold on, 2016 | SOLID MAN

 

Ausstellungseröffnung LOGO. DIE KUNST MIT DEM ZEICHEN
(für größeres Bild - draufklicken)

Donnerstag, 20 Oktober 2016 19:22

Hauser Atzerodt 348Der Kulturpreis der Stadt Ingolstadt geht in diesem Jahr an Eva-Maria Atzerodt. Sie ist seit vielen Jahren und Jahrzehnten überaus engagiert für alte und neue Musik und außerordentlich erfolgreich für die Ingolstädter Chorlandschaft. Schon als Studentin übernahm sie die Leitung des Ingolstädter Jugendkammerchors (1990) und gewann gleich nationale und internationale Preise damit (1992 den 1. Preis beim weltweiten Rundfunkwettbewerb „Let the people sing“). 
Atzerodt gründete neue Chöre, zum Beispiel die Nachtigallen für Kinder ab drei Jahren. 2013 übernahm sie auch die Leitung des Ingolstädter Motettenchors. Seit 1996 ist sie Mitglied des Ingolstädter Stadtrates und dort eine Sprecherin für die Kultur aller Genres. Sie ist längst  das, was man eine Institution nennt.

Oberbürgermeister Christian Lösel lobte in seiner Laudatio insbesondere auch die Qualität ihrer Arbeit: „Egal, ob Sie einen Chor von Erwachsenen, Jugendlichen oder Kindern leiten – immer schaffen Sie es, ihn zur Harmonie zu bringen. Für diese Arbeit brauchen Sie nicht atzerodt OB Kulturpreis2016 348nur selbst großes musikalisches Talent. Dazu gehört auch ein hohes Maß an Führungsqualität, Einfühlungsvermögen, Geduld und Menschenkenntnis.“  Eva-Maria Atzerodt unterrichtet hauptberuflich als Musiklehrerin am Reuchlin-Gymnasium. Seit dem Jahr 2000 ist sie Vorsitzende des traditionsreichen Konzertvereins Ingolstadt, der damit seit gut 40 Jahren von der Familie Atzerodt gestaltet wird, vor ihr war Vater Reinhard Atzerodt der Vorsitzende. Der Konzertverein feiert zudem bald 100-jähriges Jubiläum.

Die Stadt Ingolstadt verleiht in abwechselndem Rhythmus entweder den Marieluise-Fleißer-Preis oder einen Kultur- oder Kunstpreis. Der Kunstpreis wurde 2012 an Ludwig Hauser verliehen. Frühere Preisträger waren Franz Hummel, Pius Eichlinger oder Cosima Hensel-Gosch. Frühere Kulturpreis 2006 gingen an Dr. Theodor Straub und Dr. Siegfried Hofmann (gemeinsam 2006), Emmi Böck, Walter Haber oder Ernst Seiltgen.

 

Mehr dazu
kulturkanal ingolstadt logo Kulturpreis für Eva-Maria Atzerodt | Isabella Kreim spricht mit der Preisträgerin selbst und mit Weggefährten wie Felix Grombitza , Roland Glassl und Robert Aichner.


Bild oben: Ludwig Hauser, Bildender Künstler und Ingolstädter Kunstpreisträger 2012, gratuliert Eva-Maria Atzerodt, der Kulturpreisträgerin 2016.

Samstag, 08 Oktober 2016 18:11

AnjaSchoeller 8 348x395Wäre Ingolstadt ein Körper, wo wäre der Kopf, wo das Herz und wo tut es weh? Ist alles gut im Fluss in der Stadt, sind Energien blockiert und wie könnte man heilen? „Urbane Akupunkturen“ ist ein neues langfristiges Kunst-Projekt des Kunstvereins Ingolstadt und des Architekturforums, zu dem diese die Künstlerin Anja Schoeller eingeladen hatten.

"Wir brauchen dringend neue Modelle eines anderen Tuns zur Mitgestaltung unserer Umwelt und zur Formung der zukünftigen Gesellschaft." Anja Schoeller

Wie man mit Kunst viele Menschen aktivieren kann, Stadtteile beleben, Unorte bessern und Potenziale in einer Stadt heben kann, zeigte die Künstlerin in ihrem Impulsvortrag. Die Fürtherin arbeitet seit vielen Jahren zu sozialen und ökologischen Themen. Ihr Ansatz ist, neue Formen von Handeln und Denken zu entwickeln, im Feld zwischen Mensch – Ort – Kunst. Wasser ist ein Schwerpunkt ihres künstlerischen Werkes. Sie hat dazu im norddeutschen Völksen ebenso gearbeitet wie im äthiopischen Addis Abeba. Mit den Mitteln der Kunst geht sie vor Ort und gemeinsam mit den Menschen dort in die Betrachtung und Auseinandersetzung. Sie schöpft aus dem Bestehenden, um Neues zu schaffen - neue Erfahrungsräume, neues Bewusstsein für einen Ort, Gefühl für Verantwortung und Identifikation. Und so wurden städtische Treppen geflutet, Brunnen entdeckt und gebohrt, Theaterplattformen in Flüsse gebaut und vor allem: mit den Menschen zusammen gearbeitet. Mit Feuerwehren, Studenten und Inhaftierten, mit den Nachbarn der Kunstakademie, einem Altersstift, mit äthiopischen Kindern. Schoeller entdeckt zeitgenössische Kunst in leeren AEG-Hallen oder macht Flusswasser zu Trinkwasser. Und immer ist etwas von den Kunstaktionen geblieben, wurde das Projekt weitergeführt, wurden eigene Ideen daraus entwickelt. Das künstlerische Werk Anja Schoellers ist eine eindrucksvolle Antwort auf die Frage „Was kann Kunst?“. www.zwischenbericht.eu 

Die Idee der „urbanen Akupunktur“ setzte an diesem Abend auch neue Akzente in der allgegenwärtigen Diskussion um die Stadtentwicklung, in der auch die schlechten Nachrichten zu Audi (Schichtkürzungen und Einstellung der Planung für das neue IN-Campus-Gelände) eine Rolle spielten. Auf einem Stadtplan sollte schließlich markiert werden, wo man heilende Akupunkturnadeln setzen würde, wo gute Energien fließen oder gebraucht würden. Selbst so launige Fragen wo denn das für die medizinische Akupunktur wichtige Ohr sein könnte brachte Erkenntnis. Ist Audi der Kopf der Stadt, liegt dort gar das Atmungssystem, wie es eine Karte von Anja Schoeller vorschlägt. Soll man hier Nadelstiche setzen und wo würden diese positive Energien freisetzen? Sind Analogien zum Medizinischen überhaupt sinnvoll, gehört zur Besserung bzw. Heilung immer auch Schmerz? Können die schmerzhaften Entwicklungen in der Gewerbesteuer der Stadt vielleicht sogar ein positiver Impuls werden, wie macht man eine Chance aus einer Krise? In der Metapher einer urbanen Akupunktur stecken viele Chancen Ingolstadt mit anderen Wahrnehmungsmustern neu zu kartieren, mit anderen Sinnen in die Stadt zu gehen, neue Erfahrungsräume zu schaffen und auch um Stadtbewohner zur Teilhabe zu motivieren. Urbane Akupunktur könnte also  eine Sitzbank sein an einer neuen Blühwiese, der Rückbau einer Straße wie in der Wohnanlage an der Gerhart-Hauptmann-Straße, ein Kunstprojekt im Stadtteil oder eine künstlerische Intervention mit Wasser an der Schloßlände ...

AnjaSchoeller 2 740

Urbane Akupunktur fordert zur Präzision auf und zu Gemeinschaft. Zum Denken und Handeln, dazu, Zusammenhänge herzustellen, den Raumkörper als viele interagierende Systeme von Nutzungen, Energien, Interessen, Ressourcen zu sehen und neu zu gestalten. Es gibt kein Ziel, es gibt den ersten Schritt und dann den Prozess, das Gehen, so Anja Schoeller.
Urbane Akupunkturen – mehr dazu! Der Kunstverein, so Vorsitzender Hubert Klotzeck (Bild unten), ist offen für Input, denn das Kunstprojekt soll langfristig geführt werden. Interesse oder Ideen dazu an den Kunstverein Ingolstadt Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!Petra Kleine

Klotzeck Schoeller 2 740

Dienstag, 04 Oktober 2016 00:41

kuk16 348x278 francescaIngolstadt | Kreativwirtschafts-Tag in Ingolstadt – mit Startschussenergie, als Impuls in eine urbane Stadt und Initialzündung für den nachhaltigen Austausch zwischen klassischer und kreativer Wirtschaft, zwischen Kulturszene und Politik. Und konkret mit einem Arbeitsauftrag des Oberbürgermeisters an die städtischen Kultur- und Wirtschaftsförderer. Übereinstimmend ein positives Fazit und so etwas wie Vorfreude auf die nächste Veranstaltung, die schon im November folgen soll. Mehr Erfolg geht nicht.

Eingeladen zum Austausch zur regionalen Kultur- und Kreativwirtschaft (KUK) und neue Sichtweisen darauf hatte die Industrie- und Wirtschaftsfördergesellschaft IFG. Hochkarätig waren Gäste aus Ministerium und Kompetenzzentren gekommen, klassische Unternehmen nahmen teil und solche aus der KUK, Politik, Verwaltung und Künstler*innen und Kulturschaffende, Vertreter von Kunstvereinen und –verbänden. Sie haben in Diskussionen und Denkfabriken bis in die Nacht gemeinsam das kreative Ingolstadt entworfen, Kritik geübt, Visionen entwickelt und Maßnahmen definiert. Das Existenzgründerzentrum hatte dafür Räume geöffnet und zeigte nebenbei wunderbare Werke des Ingolstädter Künstlers Werner Kapfer, seine großformatigen Klangbilder (s. unten). Da, wo Stadt und Wirtschaft der Kunst Raum geben und zusammenwirken, so könnte die Botschaft sein, ist es ein Gewinn für alle.

kuk16 6 WernerKapfer Interview 740

Wenn von KUK die Rede ist, dann sind elf Wirtschafts-Branchen gemeint - die Märkte zu Wort, Ton, Bild, Medien, die bildenden und darstellenden Künste, Architektur, Marketing, Design sowie die digitale Wirtschaft gehören dazu. Diese zu stärken funktioniert anders als bei der klassischen Wirtschaftsförderung, weil sie kleinteilig und heterogen ist, weil Arbeitszusammenhänge und Anerkennungsstrukturen anders sind. Schlüsselmaßnahmen sind Wertschätzung, Sichtbarkeit, Raum, Netzwerkarbeit und vor allem ein Ansprechpartner, der berät und vermittelt.

Zahlen zur Ingolstädter Kultur- und Kreativwirtschaft

Die IFG ließ zur Einschätzung der KUK für 2012 und 2013 Kurzportraits erstellen. Es geht in Ingolstadt um etwa 300 – 400 Mio. Jahresumsatz, knapp 3000 erwerbswirtschaftliche Beschäftigte (selbstständig, geriongfürgig oder abhängig beschäftigt) und um die 600 Unternehmen. Im Städte-Vergleich eher unterdurchschnittlich. Gut die Hälfte des KUK-Umsatzes macht die digitale Wirtschaft, 15 Prozent das Medien- und Verlagswesen. Stark sind dann noch Architektur und Designwirtschaft sowie Werbung und Marketing. Die Künster*innen sind die zahlenmäßig zwar die größte Gruppe, jedoch mit der geringsten Wertschöpfung insgesamt und individuell – durchschnittlich 4200 € im Jahr. Die Experten empfehlen, diese gezielt zu stärken.

In Ingolstadt ist aktuell das Digitale Gründerzentrum das Kernprojekt der Stadt und des OB, gezielt für die umsatzstarken Digital-Branchen der Kreativwirtschaft. Doch auch das „Quirlige“ und Kleinteilige der KUK soll seinen Platz in der Stadt finden, so der OB in seinem Statement.

Wertschöpfung - traditionell in Ketten, kreativ in Netzwerken

Nicht zur KUK im eng definierten Sinne gehören übrigens die öffentlichen Kulturbetriebe wie das Stadttheater oder Museen. Sie sind jedoch unabdingbar für eine starke Kreativwirtschaft, ebenso wie kulturelle Bildung und eine vielfältige freie Szene. Und damit ist man auch schon mitten in der Diskussion, die sich zwischen den Marktgesetzen und der Freiheit der Kunst bewegt, zwischen Standortfaktoren und Subkultur, zwischen gewinn- oder ressourcenorientiertem Handeln, Wertschöpfungsketten oder -netzwerken. Und immer wieder wird klar: wer die KUK stärken will, braucht andere Maßnahmen als die der klassischen Wirtschaftsförderung. Allem voran, das sprachen sowohl Isabella Kreim (Kulturkanal) an, als auch Werner Kapfer (BBK) oder Sigrid Diewald (schnellervorlauf) muss es einen konkreten Ansprechpartner geben. Eine oder Einen, der die Denkweisen kreativen Schöpfens und Schaffens kennt, übersetzen kann, was gemeint ist, wenn es um Wertschätzung oder Freiräume geht. Jemand, der die verschiedenen Märkte kennt und weiß, dass Kreative den Kreativen folgen. Die Forderung eines solchen Clustermanagers, Ansprechpartners, Brückenbauers für Ingolstadt wurde verstärkt durch den brillanten Input von Sebastian Knopp. Oberbürgermeister Christian Lösel hatte gut zugehört und verstanden. Er gab schließlich noch vor Ort den „Arbeitsauftrag“ an die IFG, hierfür einen konkreten Vorschlag zu machen: „Lassen sie uns bitte sechs Monate Zeit dafür.“

Gesucht: Ansprechpartner, Kümmerer, Brückenbauer

Wirtschaftsförderin Alexandra Kröner und IFG-Chef Norbert Forster können diesen Kultur- und Kreativwirtschaftstag als Erfolg verbuchen. Die Atmosphäre zwischen Stadt und Kreativen war ja eher angespannt gewesen, von mangelnder Wertschätzung war die Rede. Theaterintendant Knut Weber hatte wenige Tage zuvor in einer vielbeachteten Rede beim Berufsverband Bildender Künstler wider die Austrocknung der Kultur gesprochen (Rede nachlesen hier). Jetzt wird eine Brücke gebaut. Es war von neuer, guter Gesprächskultur die Rede.

Im November geht es weiter - Jetzt anmelden!

Im November soll es einen Runden Tisch geben, an dem man sich weiter austauscht und es war reihum der Wunsch, dass auch Kulturreferent Engert dabei sein sollte. Kreative und Unternehmer*innen aller Branchen und Kulturschaffende können ihr Interesse formlos anmelden, per Mail an Alexandra Kröner, die leitende Wirtschaftsförderin der IFG Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

Hier noch Spotlights auf die einzelnen Beiträge.

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„Just call me!“ Dr. Andrea Niedzela-Schmutte ist Leiterin des Referates Kultur- und Kreativwirtschaft im bayerischen Wirtschaftsministerium. Sie unterstrich die Relevanz der kreativen Branchen für das traditionelle, das kulturelle und wirtschaftsstarke Bayern und den wichtigen Stellenwert der Kreativen für den Zukunftsstandort. Die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen sei eine politische Aufgabe, etwa beim neuen Urheberrecht. Hierfür seien der direkte Input und das Wissen aus der Kreativwirtschaft wichtig und hochwillkommen, meinte sie, "rufen sie einfach an".

Jürgen Enninger hat viele Jahre die Kreativen in ganz Bayern beraten und vorangebracht. Er leitet jetzt das vor kurzem geschaffene Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft München, dazu gab einen einstimmigen Stadtratsbeschluss. Seit 2012 hatte Jürgen Enninger auch in Ingolstadt Creative Mondays, Dialogforen und viele Beratungsgespräche vor Ort durchgeführt, um zu informieren und zu initiieren. Er kennt Ingolstadts kreative Wirtschaft von innen und außen. Enninger betonte die Schlüsselforderungen für die erfolgreiche Förderung der KUK: Wertschätzung, Sichtbarkeit, Raum, Netzwerke und Ansprechpartner. Anschaulich beschrieb er den Unterschied vom Arbeiten in den klassischen Wertschöpfungsketten und den neuen Wertschöpfungsnetzwerken, in denen Kreative arbeiten. Und: irgendwie scheint er an Ingolstadt zu hängen und unterstützt die Ingolstädter KUK auch weiterhin - wie schön!

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Sebastian Knopp (unten) ist Clustermanager für die KUK in Regensburg. Fest angestellt und in Vollzeit, wie er extra betonte, bei der Wirtschaftsförderung Regensburg. Klug und mit Witz, fundiert und anschaulich zeigte er, was seine Funktion als Ansprechpartner und Brückenbauer alles mit sich bringt. Und man hörte bei vielen geradezu den „Groschen fallen“, Aha, darum geht es also! Unterstützung Kreativer, Netzwerkarbeit, Branchentreffs, Informationen daraus an seine vorgesetzte Wirtschaftsförderung und in die Politik. Es lag sicher auch seiner Präsentation, dass hier der Funke übersprang – klar und konkret hat man nachvollziehen können, wo der sprichwörtliche Mehrwert einer solchen Ansprechpartners liegt: Kreative bleiben und gründen am Ort, vergrößern sich, professionalisieren ihre Ideen, werden Teil von Netzwerken, fassen wirtschaftlich Fuß. Zum Gelingen gehören neben der schöpferischen Idee auch Leidenschaft und Ressourcen und ein Netzwerk, eine Community, ein Angebot mit Beratung und Professionalisierung. Und nicht zuletzt der Mut zum Scheitern, so Knopp.

Sven Neuenfeldt war (nicht nur) der Moderator. Der Ingolstadt- und ein Arbeitsmarkt-Experte, Leiter der Arbeitsagentur Neuburg, ausgebildeter Speaker und Coach persönlicher Entwicklung und kreativen Denkens, Mitinitiator von Kopf.Kino (und nicht zuletzt erster Unterstützer des K10-Netzwerkes) war wie geschaffen für diesen Kreativwirtschaftstag. Er führte gut informiert und versiert durch den Nachmittag, den Abend, in die Nacht. Er rührte an die individuelle Kreativität jedes Einzelnen, nannte die Kreativschaffenden Ermöglicher und Treiber von Innovationen. Sein persönliches Highlight war, Werner Kapfer, seinen Kunstlehrer aus der Hauptschule Herschelstraße nach so vielen Jahren erstmals wieder zu treffen. Kapfer ist bildender Künstler und Vorsitzender des Berufsverbandes Bildender Künstler Oberbayern Nord. Beiden war das kreative Ingolstadt an diesem Tag ein großes Anliegen. Kapfer hob im Interview mit den Medien besonders die gute (neue) Gesprächskultur in der Stadt hervor, die sich bei dem Treffen gezeigt hatte.

Oberbürgermeister Christian Lösel sieht das neue Digitale Gründerzentrum als wichtiges Zukunftsprojekt. Er weiß, dass die digitalen Entwickler die ökonomisch starke Seite der Kreativwirtschaft sind, er weiß auch um die Kleinteiligkeit der kreativen Branchen. „Man sollte auch das Quirlige voranbringen.“ meinte er. Und gibt den „Arbeitsauftrag“ an die IFG, diese durch einen „Ansprechpartner“ zu unterstützen. Der OB war natürlich gesuchter Gesprächspartner – hier einmal mit Falco Blome und Leni Brem, zusammen die Leitung des Altstadttheaters, die ihm das neue Programm vorstellen, das dieser Tage startet. Und mit Manfred Habl, Künstler und für das hallertauer.info ein, wie er selbst sagt, „Wichtigmacher“ von Kulturthemen.

Sigrid Diewald ist Geschäftsführerin der Designagentur schnellervorlauf und im Fachbeirat von bayernkreativ, dem Bayr. Kompetenzzentrum der Kultur- und Kreativwirtschaft. Sie moderierte die Denkfabrik „Wo ist der KUK in 5 Jahren“. Als Mitinitiatorin der Aktion ACHTUNG KULTUR ist sie nicht nur in der Kultur und Wirtschaft gut vernetzt. Mit Jürgen Enninger und dem Kunstverein unterstützt sie seit vier Jahren die Förderung der KUK. Sie sah das Kreativwirtschaftstreffen als Initialzündung für die Kreativen in Ingolstadt.

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Wirtschaftsförderin Alexandra Kröner (IFG) im Gespräch mit Dirk Kiefer, dem Leiter von bayernkrativ, dem bayerischen Kompetenzentrum für die Kultur- und Kreativwirtschaft. Dirk Kiefer stärkt die unternehmerische Kompetenz der Kreativen, vernetzt und unterstützt Nano- und Microprojekte. Alexandra Kröner hatte in vielen Gesprächen mit bayernkreativ, in der Metropolregion München, mit dem Ministerium und vor allem mit Ingolstädter Kreativen die Veranstaltung vorbereitet und konzipiert – ein Erfolg mit Startschussenergie.

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Norbert Forster, Vorstand der IFG, war die ganze Tagung aktiv dabei. Er hat nun die Aufgabe, dranzubleiben und Maßnahmen für die KUK voranzubringen. Konkret geht es um einen festen Ansprechpartner für die Kreativen und den gezielten Austausch im weiten feld zwischen Standortförderung und freier Subkultur.

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Elizabeth Reyna (medienwerkstatt, re.), Beate Diao (Kunst- und Kulturbastei, BBK, 2 v. re) und Viki Haderer (Performancekünstlerin, Künstler an die Schulen e.V., li.) sind feste Größen der Kulturszene und stehen für kulturelle Bildung, urban art-Projekte und ACHTUNG KULTUR. (v. re. n.li)

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Eduard Kastner, Medienunternehmer (Wolnzach), Kunstförderer und Ehrenmitglied der AdBK München (2.v.li., neben Veronika Peters), spricht sich für mehr Baukultur aus.

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…. und viele weitere Gäste aus Wirtschaft, Politik und Kultur, darunter Michael Haas und Monika Haas (Haas Bau GmbH), Veronika Peters (Stadträtin, Kulturförderin und Unternehmerin techn. Bereich), Francesca Pane (Künstlerin, Performance, Theater), Anja Sprotte, (Geschäftsführerin Künstler an die Schulen), Christian Ponzer (3. Bürgermeister Gaimersheim, Unternehmer Gesundheitsbereich), Patricia Klein (Stadträtin und Fraktionsvorsitzende), Tobias Klein (Geschäftsführer Ingolstädter Veranstaltungs-gGmbH,), Julia Seiler (Bloggerin, Stadtplanungsamt München), Arslan Cakli (Bau und Sanierungen), Markus Bauch &(mp event, Open Flair, Herzogsfest), Renate Preßlein-Lehle (Stadtbaurätin), Ulrike Brandt (Leiterin Stadtplanungsamt), Thomas Dieser (Unternehmer, IN City e.V., Stadtrat), Stadtrat Henry Okorafor, Stadtrat Karl Ettinger, Ruth Schneider (Coaching, Thementheater „SichtWechsel“), Marcel Ferreira, Rainer Weber (kommaD – Design, Eventveranstalter, TEDx), Stefan Schleicher (Unternehmer Steuerwesen), Erika Schleicher (intern. Modebranche), Alfred Zedelmaier (Personalentwicklung), Hans-Jörg Heidenreich (Handwerkskammer, Gründerberatung), Dr. Isabella Kreim (Kulturkanal).

 

 

 

 

Bilder: (c)Petra Kleine

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