Dienstag, 20 März 2018 00:19

kunstvollZug | Umzug der Kunstszene und Kreativen in Ingolstadt

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kunstvollZUG3 348Ingolstadt | KunstvollZUG. Ein lebendiger Kunstumzug von Künstlerinnen und Künstlern der freien Szene und des Stadttheater Ingolstadt, den Akteuren von Kulturwerkstatt KAP 94, Kunstschule, Tanz- und Musikgruppen brachte die Phantasie auf die Straße. Sie haben etwas von der Kunst gezeigt, die in Ingolstadt lebendig ist und von den Kulturschaffenden, die sich in der Stadt und für diese Szene einbringen. „Eine Prozession der Kreativen mit Kostümen, Masken, Stelzen, Wägen, Musik und Performances!“ beschreibt es Isabella Kreim vom Kulturkanal. Über den KunstvollZUG, der am Samstag Abend bei eisiger Kälte zwischen Harderbastei, Stadttheater und Kap94 unterwegs war, wurde sogar in der Abendschau des Bayerischen Rundfunks berichtet. Ingolstadt als Stadt der Phantasie und einer Kunstszene voller Vielfalt und Enthusiasmus - ein schöner Erfolg für die Kunstschaffenden und für die Stadt!

KunstvollZUG wurde auf den Weg gebracht von der Kunst- und Kulturwerkstatt KAP94, der Kinder- und Jugend-Kunstschule Kunst- und Kultur Bastei. Mit dabei die wunderbar geheimnisvollen Fabelwesen des Zwischenraum Theaters, der Chor des Stadttheaters, Künstler an die Schulen e.V., die Kinderzirkusgruppe Christoph-Kolumbus-Grundschule, die Lichtperformancegruppe Glowconnection, die Geisenfelder Highlanders, das Ukulelenorchester Ingolstadt, kurdischer Volkstanz ...

Und warum das alles? Marcel Kazmeier vom Kurierkollektiv skandiert seine Botschaft laut in die Menge: Mit Lust und Vorsatz kommunizieren wir - unsere Narrative, unsere Gefühle, unsere Inhalte. Und warum das Ganze? Um seiner selbst willen. Weil es Kunst ist.

Die Kreativen vom KAP94 die den Umzug initiiert haben, hatten die Idee vom kunstvollZug, um die Szene sichtbar machen. Sichtbar für die Menschen in der Stadt und sichtbar auch füreinander. „Wir wollen zeigen, dass es in Ingolstadt auf jeden Fall eine Kulturszene gibt, die sich gemeinsam auch für Kunst und Kultur in Ingolstadt stark macht.“ so Tom Parthum, einer der Gründer des KAP94. Tatsächlich ist es wohl eher selten, dass sich das Stelzentheater von zwischenraum mit seiner bizarr-düsteren Ästhetik in einem gemeinsamen Auftritt mit den schottischen Dudelsackklängen der Geisenfeld Highlanders findet. Und wann schon trifft der kurdische Volkstanz auf den Gospelchor oder das deutsche Abendlied. Für die Kinder und Jugendlichen der Kunst- und Musikschulen sind Auftritte, noch dazu mit professionellen KünstlerInnen, ohnehin ein unvergleichliches Erlebnis. Darum also ein kunstvollZug. Paula Gendrisch, Vorstandsmitglied des KulturKAP94 e.V, betonte das Anliegen, die künstlerische Szene Ingolstadts „mehr zu vernetzen, zu beleben, zu ermutigen, zu erweitern, neue Impulse zu geben. Die Szene soll wachsen, denn sie macht unsere Stadt für so Viele lebenswert. Dazu muss sie sich und ihre Vielfalt kennlernen.“ Der kunstvollZug war also weit mehr als ein buntes Treiben. Es ging auch darum sich zu begegnen, sichtbar zu sein und die Türen zu öffnen für Ingolstadts BürgerInnen, die mit der künstlerischen Szene, mit den Kreativschaffenden unserer Stadt noch nicht viel Berührung haben. Und das Publikum in der Fußgängerzone zeigte sich denn auch, trotz der Kälte, sehr begeistert von den kunstvollen Darbietungen. Das so viele Akteure mitmachen würden, auch solche, die einander noch nicht kannten, war nicht selbstverständlich. Für die Initiatoren des KAP 94 war dieser erste kunstvollZug also ein voller Erfolg.

Paula Gendrischs Anliegen als Mitinitiatorin, war auch, zu zeigen, wie wesentlich die Kunst für die Menschen ist – für diejenigen, die sie machen und für diejenigen, die sie konsumieren. Gendrisch ist seit 2015 fest im Ensemble des Jungen Theaters am Stadttheater Ingolstadt und Vorstandsmitglied im KAP94 e.V.. Sie bringt, neben ihrem Engagement am Theater, regelmäßig Aufführungen für das „KAP der Kinder“ auf die Bühne und nimmt so schon die Kleinsten mit. Sie brennt nicht selbst nur für die Kunst, sie kann auch dafür begeistern.Uns so war der kunstvollZug nicht zuletzt auch ein „Etwas zurückgeben“ an die Stadt und ihre Menschen. An die Stadt, die die freie und die institutionelle Kunst fördert und an das Publikum, das kommt, Kunst konsumiert und sich so mit den Themen beschäftigt. Über den kunstvollZug war überregional und sogar in der Abendschau des BR Fernsehens berichtet worden. Ingolstadt als Stadt der Phantasie, mit einer Kunstszene voller Vielfalt und Enthusiasmus - ein schöner Erfolg für die Stadt (die hat die Aktion bürokratisch und auch finanziell unterstützt) und für die Kunstschaffenden, die sich wieder einmal als beste Botschafter für Ingolstadt gezeigt haben.

„Wer Kunst macht oder konsumiert, der beschäftigt sich, der bildet sich fort, der kommuniziert, dem ist selten etwas egal. Wer Kunst macht, der läuft mit offenen Augen durch die Welt, der stellt sich moralischen Fragen, der arbeitet häufig im Team. Darum geben wir Impulse, damit Menschen miteinander kreativ werden. Kunst gibt die Möglichkeit Realitäten durch die verschiedensten Kanäle der Wahrnehmung zu erfahren und erfahrbar zu machen. Kunst kann Realitäten verändern. Kunst stellt Fragen. Wer Kunst macht oder konsumiert, nimmt sich den Raum und die Zeit, für ein bestimmtes Thema. Kunst fordert dazu auf, um die Ecke zu denken. Andere Perspektiven einzunehmen. Sich zu beschäftigen. Mit Inhalten, mit handwerklichen Fähigkeiten, mit dem eigenen Körper, mit dem was es bedeutet Mensch zu sein, mit anderen Menschen, mit Kommunikationsmitteln, mit Wahrnehmung, mit Emotionen, mit Mitgefühl, mit Gesellschaft, mit Umgebungen. Kunst ist ein Ort, der von Freiheit gekennzeichnet ist. Ein Ort, der Fragen stellen darf ohne Antworten parat zu haben. Wer Kunst macht oder konsumiert, der beschäftigt sich, der bildet sich fort, der kommuniziert, dem ist selten etwas egal. Es geht darum zu erschaffen, sich zu begegnen, Fähigkeiten zu erlernen und weiterzugeben, sichtbar zu sein und Türen zu öffnen für BürgerInnen Ingolstadts, die mit der künstlerischen Szene unserer Stadt noch nicht viel Berührung haben.“ Paula Gendrisch

Beim ersten kunstvollZug haben mitgemacht die Kunst- und Kulturwerkstatt KAP94 (Initiator),  die Kinder- und Jugend-Kunstschule Kultur Bastei, die Stelzengänger des Zwischenraum Theaters, Künstler an die Schulen e.V., die Kinderzirkusgruppe der Christoph-Kolumbus-Grundschule, die Lichtperformancegruppe Glow-Connection, das Kurierkollektiv mit Marcel Kazmeier, die Musikschule Tonfraktion, The Geisenfeld Highlanders, CELTICA Irish Dance Academy, die kurdische Volkstanzgruppe, das Ukulelenorchester Ingolstadt, Künstlerinnen und Künstler wie Beate Diao, Markus Jordan, Tom Parthum, Viki Haderer, Elisabeth Toro, E. A. Jung, Paula Gendrisch, Victoria Voss, Ralf Lichtenberg sowie der Ensemblechor des Stadttheaters Ingolstadt. Petra Kleine (Update am 4.4.2018)

Mehr dazu
Abendschau vom 17.3.2018 Bericht BR „Kunstumzug. Buntes Treiben in Ingolstadt“
Bericht im Donaukurier „An Vielfalt und Skurrilität kaum zu übertreffen“ (DK 18.3.2018)
Im Kulturkanal berichtet Isabella Kreim von den Vorbereitungen zum "kunstvollZug"

 

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Fotos © Petra Kleine

 

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