Freitag, 30 November 2012 22:52

Licht-Installation von Markus Jordan | Im Hof des Neuen Schlosses

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Mit dem Sandtnerschen Stadtmodell besitzt das Ingolstädter Stadtmuseum einen einzigartigen Schatz, der den Lichtkünstler Markus Jordan zu einem ungewöhnlichen Kunstprojekt inspirierte, einer begehbaren Licht-Installation dieses Sandtner-Modells. Vom 14. bis 16. Dezember, also am dritten Advents-Wochenende, wird es nun eine zweite Licht-Installation zum Ingolstadt des 16. Jahrhunderts geben, im Hof des Neuen Schlosses.

In unglaublicher Präzision schuf der Straubinger Drechslermeister Jakob Sandtner 1572 im Auftrag von Bayern-Herzog Albrecht V. ein vollplastisches hölzernes Miniatur-Abbild der einstigen wittelsbachischen Residenzstadt an der Donau. Das Sandtner-Modell steht im großen Original im Bayerischen Nationalmuseum in München. Im Stadtmuseum Ingolstadt wird ein kleines Modell gezeigt.

Dieses kleine Sandtner-Modell war die Grundlage einer Licht-Installation des Ingolstädter Künstlers Markus Jordan. Sie war im September 2012 im Klenzepark eine der Attraktionen anlässlich der Jubiläumsveranstaltung „20 Jahre Landesgartenschau“. Faszinierend, dass Jordans modernes Sandtner-Modell aus fluoreszierenden Plexiglasstäben begehbar war. Angestrahlt mit UV-Lampen bei anbrechender Dunkelheit ein ganz besonderes Erlebnis.

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Die Idee zu seinem begehbaren Sandtner-Modell hatte Markus Jordan bereits 2003. Damals arbeitete er an einer nachts mit UV-Lampen ausgeleuchteten digitalen Landschaft aus fluoreszierenden Wollfäden. Statt Wollfäden verwendete er nun Plexiglasstäbe. Die im Altstadtbereich längst unterirdisch verrohrte Schutter machte er bei seinem Modell-Stadtbummel durch ein weißes Band erlebbar. Das Kunstwerk führte so zu unterschiedlichsten Irritationen. Mancher vermisste ihm vertraute Gebäude, die bei der Entstehung des Originalmodells 1572 noch gar nicht gebaut waren, wie etwa die evangelische Matthäuskirche an der Schrannenstraße von 1845.

Die begehbare Licht-Installation die im September hunderte von Besuchern in den Klenzepark lockte, ist am dritten Advents-Wochenende nun noch einmal zu sehen, doch etwas anders und  in einem neuen Umfeld. Markus Jordan stellt im Innenhof des Neuen Schlosses den südlichen Teil seiner Innenstadt-Installation aus. Seinen besonderen Reiz wird das Kunstwerkwieder  bei Einbruch der Dunkelheit, etwa ab 16 Uhr, zeigen, wenn der Schlosshof dann zu leuchten beginnt.

Der Historische Verein führt an den drei Ausstellungstagen durch das Modell, jeweils von 15:00 bis 16:00 Uhr oder auf Wunsch auch nach Anmeldung z.B. einer Gruppe.

Unterstützt haben das Projekt, das anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Landesgartenschau realisiert worden war, u.a. die Stadt Ingolstadt, die Firma Langner Lichtwerbung und zahlreiche freiwillige Helfer. Die Neu-Installation im Hof des Neuen Schlosses ist sicher auch ein Dank des Künstlers an den „Schlossherrn“ Ansgar Reiß der ihm ein Depot für die umfangreiche Kunst-Installation gewährte.

Im Vorfeld werden einzelne Haus-Modelle in leerstehenden Geschäften der Ingolstädter Innenstadt zu sehen sein, so in der Ziegelbräugasse und am Carraraplatz. Das Modell des Kreuztors steht im Schaufenster von Franz Amans Leprechaun’s Höhle, gleich neben dem Kreuztor.

Lichtinstallation vom 14. bis 16. Dezember von 10 bis 22 Uhr im Innenhof des neuen Schlosses am Paradeplatz.

Hier nun einige Eindrücke aus der Installation im Klenzepark, die der Vorfreude dienen sollen. Die Nachtaufnahmen der Lichtinstallation vom September 2012 sind von Silvia Dirsch.  

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www.jordanoptix.de

 

 

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