Montag, 01 August 2016 21:33

Leni Brem und Falco Blome starten das Altstadttheater NEU | Programm und mehr ...

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FalcoBlome LeniBrem Logo 348x273Ingolstadt | Brem & Blome starten. Jetzt. Gemeinsam. Hochmotiviert. Mit einem dichten Theater-Programm, einer Vielfalt an Ideen und einem neuem Erscheinungsbild für das Altstadttheater Ingolstadt.

Leni Brem und Falco Blome werden das kleine Theater in der Kanalstraße (99 Plätze), das 2005 vom Trägerverein Proszenium e.V. gegründet wurde, künftig leiten. Sie haben ihr Programm für die ersten drei Monate aufgestellt und bringen allein von Oktober bis Januar vier eigene Theaterproduktionen sowie 19 Gastspiele, Kooperationen, Improvisationen auf die Bühne.

Das Bayerische

Kern des neuen Theaterkonzeptes ist das Bayerische. Die Mundart, bayerische Autorinnen und Autoren, regionaler Bezug, Lokalmatadoren. Das könnte auch deswegen spannend werden, weil Falco Blome (42) gebürtiger Bremer ist, einer, der Bayern als Urlaubs- und Sehnsuchtsort kennenlernte und den Blick von außen hat, den des Zuagraost’n. Leni Brem (33) ist als gebürtige Münchnerin eine echte Bayerin. Was beide eint ist ihr Verständnis von Theater und dass sie im Altstadttheater etwas wagen wollen, mit neuen Formen von Theater, mit viel Musik und – ganz wichtig – mit Blick auch auf die Jüngeren, die zwischen 40 bis 20.

Komödie mit Tiefgang

Neben dem Bayerischen ist die komödiantische Bühne wichtig. Wenn es um Freundschaft, Alter, Einsamkeit, Tod geht, soll es einen unterhaltsamen Zugang dazu geben, so Brem und Blome. Komödie mit Tiefgang also. Lachen öffnet Kopf und Herz und so kann ein Publikum auch zu Themen einen Zugang finden, die unangenehm oder beängstigend sind und kommt so vielleicht zu einem guten Umgang damit.

Musik, auch das ist altes Theaterwissen, hat andere Wege, um die Menschen zu erreichen. Zum gesellschaftlich aktuell sehr präsenten Thema Angst wird es beispielsweise einen musikalisch-szenischen Abend mit dem Joey-Finger-Quartett geben. Die Vielfalt an Ausdrucksformen wird dann auch die dritte Säule des Altstadttheater-Programms werden: Experimentelles, Improvisation, Kooperationen. Auf die Bühne gebracht wird etwa ein Tagebuch-Slam (Freiwillige lesen aus eigenen Jugendtagebüchern vor, das Publikum wählt die Besten), Theaterrätselabende mit Verköstigung, Krimi- und Autorenlesungen (mal mit Pistolen, mal mit Geräuscheffekten), bayerische Sprechoper, Ska, Rap, Klezmermusik, Poesie, Lokalmatadoren und Gastspiele von anderen Theatern.

Experimente und Musik

Brem und Blome kennen die Stadt, kennen Ingolstädter und sie wollen ins Theater locken. Beide haben umfassende Theatererfahrung und viele Jahre am Ingolstädter Stadttheater gearbeitet. Blome hat, zusammen mit Julia Mayr, der heutigen Leiterin, damals das Junge Theater Ingolstadt gegründet und aufgebaut, anfangs quasi aus dem bzw. mit Nichts außer einem Raum. So hart wird es diesmal nicht werden, auch wenn sich das private Theater aus Sponsoren und den Zuschauerzahlen finanzieren muss. Da muss schon spitz gerechnet werden. Doch der Trägerverein Proszenium hat eine kürzliche Krise (drastische Mieterhöhungen und zugleich Zuschusskürzung) gut gemeistert und sich neu aufgestellt. Dennoch ist es wichtig auch an die Sponsoren, die Förderer und Zuschauerzahlen zu denken. Der klassische Spagat. Doch Ingrid Cannonier, selbst Schauspielerin, Gründerin und seit kurzem Vorsitzende des Trägervereins, unterstützt das Konzept voll und ganz, auch da wo es experimentell ist. Brem und Blome haben freie Hand.

Falco Blome und Leni Brem sehen ihr Programm mit bayerischem Schwerpunkt als eine gute Ergänzung zum Stadttheater. Eine solche Spezialisierung ist für eine großes Haus, von dem Bandbreite erwartet wird, schwer zu leisten. Das Verhältnis ist kollegial und unterstützend, die Theaterszene ist neugierig.

Das neue Logo

Das neue Markenzeichen des Altstadttheaters stellte Sigrid Lorenz von schnellervorlauf vor. Die Designagentur ist seit vielen Jahren Sponsor und wird auch das neue Team und deren Weg unterstützen. Das Logo, vorher eine reine Wortmarke, ist nun geometrisch zeichenhaft und nimmt die zentrale Lage des Theaters im Herzen der Stadt auf. Es spielt mit dem A und T aus AltstadtTheater, lässt sich als Theaterforum, Bühne und Publikum, als Raum oder Beziehung lesen, regt die Phantasie an und lässt viel Freiheit für weitere Interpretationen und das, so Leni Brem, passe gut zum Theater, denn „Theater kann schließlich alles sein".

Das Programm

Am 28. Oktober startet das Altstadttheater mit dem Karl-Valentin-Abend „Ich bin ja auch kein Mensch, ich bin ein Bayer.“ Regie: Falco Blome, mit Adelheid Bräu als Liesl Leuchtschrift Altstadttheater nachts 250x600Karlstadt. Inszeniert von Leni Brem folgt „Paradiso“ von Lida Winiewicz: eine tiefsinnige Komödie über eine sich nach anfänglichen Querelen langsam entwickelnde Freundschaft. Gespielt wird das witzige und warmherzige Stück von Kathrin Becker und Manuela Brugger. „Der Boanlkramer sucht sein Paradies“ (Boanl unbedingt ohne d) wird ein amüsantes Solo für einen Tod, gespielt von Olivia Wendt, Text und Regie von Falco Blome. Leni Brems Inszenierung „Eine Sommernacht“ von David Greig und Gordon McIntyre, mit Laura Cuenca Serrano und Ferdinand Schmidt-Modrow, hatte im Juli 2016 am Münchner Hofspielhaus Premiere. Das Stück wird nach Ingolstadt übernommen.
Mit den Künstlerinnentagen werden die „Mörderischen Schwestern“ in einer Crime Night zu Gast sein. Neun Krimiautorinnen, mit dabei Carmen Mayer, lesen aus ihren Werken, bis ein Pistolenschuss fällt... Ebenfalls im Rahmen der Künstlerinnentage zeichnet Sabine Wackernagel mit ihrem vergnüglichen Programm „Raben - und andere Mütter“ eine literarischen Collage der unterschiedlichsten Frauen. Die Marie-Luise-Fleißer-Gesellschaf feiert ihr 20jähriges Bestehen im Altstadttheater mit Anna Maria Sturm, mit einer Lesung mit Musik im Rahmen einer Matinee zu Gast sein wird.
Ebenso vergnüglich wie tiefgründig wird sicher der so genannte Tagebuch-Slam: Freiwillige lesen aus ihren eigenen Jugendtagebüchern und das Publikum entscheidet letztendlich über den Sieger des Abends – Tagebuchschreiber/innen sind herzlich willkommen! Wenn es Brot & Spiele gibt, wird das Publikum verköstigt und unterhalten. Und es kann mitmachen: auf der Bühne werden theatrale Rätsel dargestellt, die es zu lösen gilt.
Zusammen mit dem Joey Finger Quartett wird es eine musikalisch-szenische Lesung zu dem momentan höchst aktuellen Thema Angst geben. Spannende Künstler sind zu einem Gastspieleingeladen: das Bavarical – eine bayerische Sprechoper von und mit Thomas Darchinger; eine poetische Lesung über den Briefwechsel von Igor Strawinsky und Coco Chanel mit Ingrid Cannonier und Renate Ketzler; die Münchner Musiker Zwoa Bier, die mit Witz und Charme zu überzeugen wissen; die spannende Krimi-Lesung des Autors Harry Kämmerer Mangfall ermittelt, welche mit Projektionen und Instrumenten atmosphärisch untermalt wird; den Klavier-Virtuosen André Hartmann, der sein kabarettistisch-musikalisches Programm Radio Aktiv präsentiert; Andrea Pancur mit ihrem Projekt Alpenklezmer, welches bayerische Musik mit Klezmer-Musik vereint; die neunköpfige Ska-Band The Sensational Skydrunk Heartbeat Orchestra aus dem nahen Aichach; den bayerischen Rapper Monaco F; den charmanten jungen Kabarettisten Julian Wittmann.

Lokalmatadoren

Eine neue Reihe wird Lokalmatadoren heißen, in der regionalen und ortsansässigen Künstlern eine Bühne geboten werden soll. Hier treten unter anderem auf: Die Impro-Comedy-Show-Gruppe g´scheiterhaufen wird ihr unterhaltsames und immer neues Programm präsentieren. Das Duo Dollmann und Dollmann der hiesigen Schauspielerin Christiane Dollmann zeigt ein inspirierendes Lieder- und Lyrikprogramm. Zur Weihnachtszeit werden die Comedy-Hirten der Zahnfleisch GmbH die Ingolstädter mit ihrem neuen Programm „Oh, Du Frhöllische!“ unterhalten. Außerdem wird die Band Poem der beiden Musiker Sascha Fersch und Christian Hofmeier ihre lyrisch gefühlsstarken Kompositionen zum Besten geben.

Start der Spielzeit ist am 28. Oktober. Der Kartenvorverkauf beginnt im September.

www.altstadttheater.de

 

 

 

 

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