Mittwoch, 13 September 2017 12:57

Brennnessel Aktion 348Die Brennnessel. Urtica. Für die einen ist sie garstiges und schmerzhaftes Unkraut, für andere ist sie Nahrung, textile Nutz- und Heilpflanze oder gar ein wehrhaftes, mächtiges Zauberkraut. Seit Jahrtausenden ist die Brennnessel nachweisbar mit der Kulturgeschichte des Menschen verbunden und folgt ihm seither überall hin. Sie findet sich in archäologischen Funden aus der Keltenzeit, in der Bibel, in Märchen und der nordischen Mythologie. Wir entdecken sie symbolträchtig in der Malerei von Dürer oder in der Widerstands-Kunst der 30er Jahre. Man kann sie selbst sammeln oder (manchmal) als Wildgemüse auf dem Ingolstädter Wochenmarkt kaufen.

Der Kunstverein Ingolstadt hat mit dieser vielseitigen Pflanze Ende August die Reihe „Urbane Akupunktur“ gestartet. Mit gezielten Kunst-Aktionen werden – mehr oder weniger schmerzhafte – feine Nadelstiche gesetzt. Wo Heilung notwendig ist, soll die Aufmerksamkeit gezielt hingelenkt werden, um Energien für Umdenk-Prozesse in der Stadt freizumachen.

Wenn die Brennnessel etwas meisterlich beherrscht, so die Künstlerin ANJA SCHOELLER, ist es, die Aufmerksamkeit ins  JETZT zu lenken: „Unsere Gedanken können in der Vergangenheit, der Zukunft oder in Träumen und Fantasien sein, die Brennnessel schafft es, unsere Achtsamkeit für den Augenblick zu wecken.“

Fotograf und Galerist HUBERT KLOTZECK hat als Vorsitzender des Kunstvereins und Initiator der Brennnessel-Kunstaktion für den Auftakt der urbanen Akupunkturen die Fürther Künstlerin gewinnen können. Anja Schoeller (www.zwischenbericht.eu) arbeitet international zu Themen wie Ökologie, Geschichte und Stadt. Sie legt viel Wert auf Teilhabe, arbeitet gemeinsam mit Anwohnern oder interessierter Öffentlichkeit in Kunstprojekten oder an ihren sozialen Skulpturen und thematisiert Grundbedürfnisse. Der öffentliche Raum, der bebaute und der unbebaute, erfüllt oder enttäuscht Grundbedürfnisse und er ist eine Möglichkeit für die Menschen an ihrer Stadt teilzuhaben, sich in ihr zu begegnen und sie mit anderen zu teilen – mit Nachbarn, Fremden, Tieren, Pflanzen.

Die Brennnessel – Eine Analogie Initiiert von Anja Schoeller

Die Künstlerin begleitet die Akteure durch die Begegnung mit der Brennnessel, sammelt persönliche Erfahrungen, erzählt Kulturgeschichte(n) über das wehrhafte Kraut und dessen Symbolik – Widerstand, Abgrenzung, sexuelle Energie, Kampfbereitschaft, Mut. Die Stadt und der Zaun, der das Zivilisierte vom Wilden, also vor Brennnnessel und Distel schützt, hängen sogar sprachlich zusammen. "Zaun" ist verwandt mit dem keltischen "dun", dem altnordischen "tuna" und schließlich dem englischen Wort town für „Stadt“.

Am Donauufer wurde es dann praktisch. Es ging darum, die Brennnessel zu finden und sich mit ihr auseinanderzusetzen. Die einen pflückten sie, andere aßen ihre Blätter und Samen, gruben sie aus, redeten mit ihr, suchten das Schamanische. Manche taten dies mit den bloßen Händen, andere mit Handschuh und Spaten. Nicht zuletzt gab es praktische Überlegungen, ob es in der Stadt überhaupt Orte gibt, wo das Wildkraut – sauber und essbar – gesammelt werden kann? Denn, wo Brennnesseln wachsen, landet eben auch gerne mal der Müll. Spürbar wird es enger für „das Wilde“! In Ingolstadt zeigen sich konkrete Nutzungskonflikte derzeit am südlichen Donauufer und es geht dabei auch um die Brennnessel. Ein Baum wird heutzutage so schnell nicht mehr gefällt. Doch was gilt der wildwüchsig krautige Auwaldbereich, bleibt er den Vögeln, Insekten und Wildpflanzen erhalten? Brauchen wir Menschen zur Erholung diesen Uferbereich, bebauen ihn mit Wegen, räumen auf und als erstes kommen die unkrautigen Brennnesseln weg? Dieser Konflikt wird demnächst von der Stadtgesellschaft ausgetragen und konkret vor Ort entschieden werden müssen. Zuletzt projizierte Hubert Klotzeck noch das Blatt einer Urtica auf uns Menschen und wir wurden für einen Moment eins mit ihr. Die Akupunkteure des Kunstvereins haben ihren ersten Nadelstich der Achtsamkeit gesetzt. In den Stunden mit der Brennnessel wurde, als treffliche Analogie zum uralten Wildkraut, das Bewusstsein genährt, die Aufmerksamkeit geweckt und das Wehrhafte in uns gestärkt.

 

 

Projektionen von Hubert P. Klotzeck www.galeriebildflaeche.de | Mehr ... http://jalbum.net/de/browse/user/album/1824449 |  © Hubert P. Klotzeck

Fotos von der Kunstaktion | © Susanne Hansch www.derwildeweg.de

 

 

 

Mittwoch, 13 September 2017 11:34

 

brigk 201709Gesucht: Start-Ups, Digitale und Kreative für Büro oder Co-working im Zentrum von Ingolstadt! Noch bis 20. Sept. läuft die Bewerbungsphase für Startup-Offices im brigk.

Optimal für Gründer und Entrepreneure mit einer digitalen Geschäftsidee, auch für Startups und Spin-Offs mit bis zu 10 Mitarbeitern.

Am 7. Oktober ist von 10 - 16 Uhr dann der Tag der offenen Tür im brigk Ecke AmStein/Schulstraße. Mehr lesen ... K10 Digitales Gründerzentrum kommt in den Koboldblock | Belebung von Innenstadt und Szene

 

 

Alle Infos zur Bewerbung bei www.brigk.digital

Hier die Ausschreibung von brigk

Wir suchen:

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Einzige Einschränkungen:

– Dein Produkt/Service muss digital sein
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– Ab 10 Mitarbeiter wird es für ein Startup im brigk definitiv zu eng

Konditionen:

– Monatliche Pauschalmiete inklusive Nebenkosten pro Office: 250€ – 900€, je nach Größe
– Monatlich kündbar
– Maximale Laufzeit: ein Jahr

brigk
Digitales Gründerzentrum der Region Ingolstadt
Gefördert vom Freistaat Bayern,
getragen durch Stadt und Landkreise,
unterstützt von namhaften Partnern aus der regionalen Wirtschaft

www.brigk.digital

Bild © brigk

 

Montag, 24 Juli 2017 11:34

Logo AchtungKultur 348Eichstätt | "ACHTUNG KULTUR EICHSTÄTT" - ein Netzwerk von Kulturschaffenden in und um Eichstätt zeigt die kulturelle Vielfalt, die Bedeutung der Kreativwirtschaft und den Stellenwert des ehrenamtlichen Engagements in der Altmühlstadt auf. Die Initiative Achtung Kultur wurde im Jahr 2015 von Kreativen, Kunst- und Kulturschaffenden in Ingolstadt ins Leben gerufen. Die erfolgreiche Bewegung führte zu einem intensiven Dialog zwischen dem kulturellen Sektor und der Stadt Ingolstadt. Nach dem Vorbild von Achtung Kultur Ingolstadt, haben sich maßgebliche Künstler und Kulturschaffende in Eichstätt zusammengefunden, um das Netzwerk „Achtung Kultur Eichstätt“ zu formieren. Das Netzwerk umfaßt Kreative aus den Bereichen Musik, Literatur, Bildende und Darstellende Kunst, Design, Architektur, Film und Medien, sowie Handwerk. Ferner wendet sich das Netzwerk an alle Kunst- und Kulturinteressierten der Stadt Eichstätt. Es bietet die Möglichkeit zur Diskussion, Austausch und Netzwerkbildung. Ziel ist es, gemeinsam den Stellenwert von Kunst und Kultur in Eichstätt hervorzuheben, die Kreativwirtschaft anzukurbeln und so zu einer lebendigen und vielfältigen Stadt beizutragen. Alle Kulturschaffenden und Interessierten der Stadt Eichstätt und im Eichstätter Umland sind eingeladen an einem informellen Diskurs teilzunehmen und sich diesem Netzwerk anzuschließen.

Ein Treffen dazu findet am Donnerstag den 27.07.2017, um 20:00 im Agapesaal der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG), Kardinal-Preysing-Platz 3, in Eichstätt statt. Im Anschluss wird mit dem Kreativ-Kollektiv „StadlGold“ gefeiert.

Ziel ist es, gemeinsam den Stellenwert von Kunst und Kultur in Eichstätt hervorzuheben, die Kreativwirtschaft anzukurbeln und so zu einer lebendigen und vielfältigen Stadt beizutragen.

 

Initiatoren sind
Cendra Polsner | audiovisuelle und bildende Künstlerin
Markus Homeier | Grafiker und Motiondesigner
Susanne Reuter | Tourismusmanagerin
Robin Baumgärtner | Refugium, Joke E.V.
Hubert P. Klotzeck | Fotograf
David Böhm | StadlGold
Felix Bergmann | StadlGold
Monika Hajek | Künstlerin
Arnold Kammler | Gold- und Silberschmied
Florian Schmidt | Autor und Theatermacher
Carola Langscheid | Diplom-Geographin
Jennifer Kammler | Kunstschreinerin
Tom Muhr | Geschäftsführer Bezirksjugendring OBB
 
Kultur gibt unserer Stadt Klang, Emotion, Gestalt, Ruhe, Wort, Bild, Erinnerung, Verständigung, Denkräume, Zukunft, Erlebnis, Freude, Schönheit, Fragen und Antworten. Derzeit stellen Teile der Bürgerschaft eine mangelnde Wertschätzung von kultureller Arbeit in Teilen des Stadtrats und im Rathaus fest, die z.B. bei den Themen Kulturtage, die Veranstaltung Akkufish, die Koordination von Veranstaltungen oder auch bei der nicht besetzten Kulturstelle sichtbar wird. „Achtung Kultur Eichstätt“ möchte die Stadtverantwortlichen in die Pflicht nehmen und fordert die Schaffung der ursprünglich im Haushalt geplanten halben Kulturstelle. Eine weitere Forderung ist die Besetzung der vakanten Position eines ersten Kulturbeauftragten durch eine politisch neutrale Person, die dem Kultursektor in seiner ganzen Fülle dienlich ist. Alle Kulturschaffenden und Interessierten der Stadt sind eingeladen an einem informellen Diskurs teilzunehmen und sich diesem Netzwerk anzuschließen. Denn Kultur ist kein Luxus, sondern der Humus für eine humane, urteilsfähige und lebensfrohe Gesellschaft.
 
ACHTUNG KULTUR Eichstätt ist kein Verein, kein Verband, sondern eine Aktion. Jeder der das freigegebene Logo von ACHTUNG KULTUR für eigene Aktionen verwendet ist für seine Handlungen und die Folgen selbst verantwortlich.
Immer aktuelle Informationen sind unter „Achtung Kultur Eichstätt“ zu finden.

 

Dienstag, 18 Juli 2017 15:55

KUK IFG 2 348INGOLSTADT | Die Kultur- und Kreativwirtschaft Ingolstadts (KuK) war Thema in der Juli-Sitzung der IFG (Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft der Stadt). IFG-Vorstand Norbert Forster berichtete dem Verwaltungsrat von einem aktuellen Gespräch mit Kreativwirtschaft und Oberbürgermeister Christian Lösel. Die inzwischen gut vernetzte Ingolstädter KuK hatten dem OB ein erstes Konzept vorgelegt, wie Ingolstadt kurz- und mittelfristig attraktiver für Kreative und kreativwirtschaftliche Unternehmen werden kann. Einige Ideen daraus sollen bereits konkret für Ingolstadt umgesetzt werden. Dazu gehört eine Ausstellung zur „Sichtbarmachung“ der KuK-Branchen und der kreativen Köpfe aus Wirtschaft und Szene, Aktionen begleitend zur Landesgartenschau 2020 oder ein Pop-Up-Store im Rahmen von InCity-Freiraum.

Nach einer IFG-Veranstaltung zur KuK „Perspektivwechsel | Sichtweisen ändern – Potenziale nutzen“ im September 2016 war schließlich doch nochmal Bewegung in das Thema Kreativwirtschaft in Ingolstadt gekommen. Noch auf der Veranstaltung hatte der OB zugesagt, dass es konkrete Zuständigkeit für die KuK bei der IFG geben werde. Wirtschaftsförderin Alexandra Kröner ist nun also im offiziellem Auftrag verantwortlich dafür, die Ingolstädter KuK zu fördern. Sie macht es mit Erfolg. Seitdem haben sich die Kreativschaffenden aus allen Branchen vernetzt, ihre Interessen abgesteckt und formuliert und ein erstes Konzept erstellt, wie Ingolstadt attraktiver für kreative Branchen und kulturelle Szene werden könnte. Auch dazu, warum es gut für die klassische Wirtschaft ist, diese Branchen konkret zu (wirtschafts)fördern. Die Design-Unternehmen beispielsweise erhoffen sich einiges von einem kreativen Aufbruch, denn gerade sie stellen einen Fachkräftemangel fest. Gut qualifizierte Kreativschaffende gehen zum Arbeiten eben gerne dahin, wo andere Kreative sind und die Stadt sich entsprechend präsentiert. Im Bereich Gastronomie, Clubs, Szenetreffs bestehe da noch einiger Nachholbedarf, meinen sie. Ein vielfältiges Gastro- und Eventangebot – auch das gehöre zur KuK-Förderung.

KuK Logo 348Gut vernetzt sind die Kreativen aus Architektur, Design, Kunst, Literatur, Medien oder Eventmarkt längst auch mit dem neuen, digitalen Gründerzentrum. Brigk-Geschäftsführer Dr. Franz Glatz hatte das Gespräch beim OB begleitet und aus Sicht der digitalen Start-Ups beigetragen.

Wer sich dafür interessiert an einem Vernetzungstreffen der KuK teilzunehmen kann sich direkt an Alexandra Kröner wenden, die Wirtschaftsförderin der IFG: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder bei K10 nachfragen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

 

Bildnachweis: Foto (c)K10; Logo (c)schnellervorlauf

Dienstag, 11 Juli 2017 12:06

Logo bayernkreativ halb348INGOLSTADT | Beratungstag für Kreative am 13. Juli | Jetzt online und kostenfrei Termin machen | In einem informellen und offenen Gespräch mit Branchenexperten von bayernkreativ geht es darum, wie sich der wirtschaftliche Erfolg aus der eigenen künstlerischen bzw. kreativ-schöpferischen Arbeit erhöhen lässt, wo neue Kontakte oder Kunden gefunden werden können oder welche Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten passen könnten. Das Gespräch kann auch dazu dienen, über die eigene (unternehmerische) Orientierung zu sprechen oder erste (unternehmerische) Ideen zu erörtern.

Alle bayernkreativTAGe 2017 in Ingolstadt. Die Einzeltermine kann man ganz einfach online buchen.

Ort ist im Bürgerhaus Alte Post, Raum A2.

Nächster Termin ist der 13. Juli - online anmelden HIER bei bayernkreativ

 

Freitag, 07 Juli 2017 14:35

BenMuthofer348Der Ingolstädter Künstler Ben Muthofer wird dieser Tage 80 Jahre alt und das wird in Ingolstadt gefeiert. Das Museum für konkrete Kunst zeigt Werke seines Schaffens und Muthofer selbst öffnet an den Sonntagen im Juli sein Atelier. Auch die Galerie Mariette Haas lädt zur Jubiläumsausstellung ein.

Ben Muthofer lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Ingolstadt und hat mit dem Künstlerkollegen Jochen Scheithauer das Künstler- und Ateliergelände in Ingolstadt an der Peisserstraße 5 begründet. Noch heute hat er dort sein Atelier. Neben dem beständigen künstlerischen, intellektuellen und gesellschaftlichen Beitrag, den Muthofer seither und vor allem seit  Bestehen des Museums für konkrete Kunst in das kulturelle Leben Ingolstadts einbringt, ist er für Künstlerinnen und Künstler aus Ingolstadt auch gesuchter Kollege, Mentor und Gesprächspartner. An vielen öffentlichen Plätzen, auch im Museumspark oder an der Schlosslände, sind Plastiken des Künstlers zu sehen. 

Im Mittelpunkt der künstlerischen Auseinandersetzung Muthofers steht die Faltung und als Grundform daraus das Dreieck in seinen unzähligen Variationen. Aus Dreiecksflächen komponiert Muthofer seine weißen Stahlplastiken. Eine davon, die „Faltung“ prägt den Skulpturengarten des Museums für Konkrete Kunst Ingolstadt, und ist als erstes Kunstwerk in Zusammenarbeit mit der Lehrwerkstatt der ehemaligen Gießerei von Schubert & Salzer entstanden. Künftig wird in der aufgelassenen Industriehalle der Neubau des Museums für Konkrete Kunst und Design entstehen.

Im Rahmen seines 80. Geburtstages und des 10-jährigen Jubiläums der Stiftung für Konkrete Kunst und Design zeigt das MKK, unterstützt von der Audi ArtExperience, noch bis zum 10. September eine Schau seiner Werke im Museum. Zu sehen sind erstmals die „isländischen Gemälde“, die in den 1990ern in Reykjavik entstanden sind, während seiner Zeit als Dozent dort. Sein malerisches und auch filmisches Werk, das weniger bekannt ist, wird im Zentrum der Schau stehen. Begleitend dazu öffnet Muthofer sein Atelier und ermöglicht den Blick hinter die Kulissen. Das Atelier wird zur zeitweiligen Dependance des MKK. K10 gratuliert Ben Muthofer herzlich zu seinem 80. Geburtstag!


Offenes Atelier | An den Sonntagen 9., 16., 23. und 30 Juli 2017 von 14 bis 18 Uhr | ohne Anmeldung | Peisserstraße 5, 85053 Ingolstadt

Ausstellung | Ben Muthofer | Jubiläumsausstellung zum 80. Geburtstag und zu 10 Jahre Stiftung für Konkrete Kunst und Design | Noch bis 10. September im Museum Konkrete Kunst | www.mkk-ingolstadt.de

Künstlergespräch mit Ben Muthofer | Sonntag 16. Juli 2017 um 11 Uhr im MKK | Künstlergespräch mit Dr. Gerhard Leister, Kunstforum Ostdeutsche Galerie

Jubiläumsausstellung BEN MUTHOFER – GANZ IN WEIß | Galerie Mariette Haas | Noch bis 10 September | www.galerie-haas.de

 

Mehr lesen ...

Ben Muthofer | Video & Künstlergespräch | Künstlergespräch mit Dr. Simone Schimpf zur Entstehung der Faltungen in der ehem. Gießerei

Ben Muthofer wird 75 

EINKNICKEN ODER KANTE ZEIGEN Die Kunst der Faltung | Ausstellungseröffnung Nov. 2014 im MKK

 

k10-Video Künstlergespräch zu Entstehung der Faltungen in der ehem. Gießereihalle

Donnerstag, 06 Juli 2017 14:12

tierisch trachtig 348Eichstätt | Für die Ausstellung „tierisch trachtig“ haben sich die beiden befreundeten Künstler Susanne Wein und Reinhard Osiander zusammengetan – um sich, jeweils in ihrer ganz eigenen Technik und künstlerischen Ausdrucksweise, diesem Thema zu widmen.

Susanne Wein, Goldschmiedemeisterin und anerkannte freischaffende Künstlerin durch die Kunstakademie München, verbindet in ihren Stücken einerseits “die gute alte Zeit“ mit der Moderne und andererseits Materialien aus der Natur mit Elementen aus altem Trachtenschmuck. Aus silbernen Haarnadeln, filigranen Miederhaken und bearbeiteten Fragmenten regionaler Geweihe entsteht so etwas ganz Besonderes.

Reinhard Osiander absolvierte eine Ausbildung zum Holzbildhauer in Berchtesgaden und studierte an der Hochschule für Künste Bremen. Seine Tiermotive will er nicht bis zur illusionistischen Realität formen – er verzichtet nicht darauf, die Bearbeitung des Holzes sichtbar zu machen. Der Sockel, der bei den Figuren nicht verdeckt wird, ist ein solcher Hinweis, mehr noch die zahllosen Schnitzereien, Eingriffe und Schnitte ... es wird stets bewusst gemacht, das ist eine Bildhauerarbeit.


Vernissage | 7. Juli 2017 um 19 Uhr | es spricht Dr. Andreas Hochholzer


Dauer der Ausstellung | 7. Juli – 5. August 2017

Mi – Fr   12 – 18 Uhr
Sa          10 – 13 Uhr
und nach Vereinbarung


Bayrisches Konzert im Innenhof
am 15. Juli von 13.30 – 18 Uhr

13.30 Uhr           Davidl Zwoagsang
15.00 Uhr           Schwanthaler Stubenmusi
16.30 Uhr           Altmühler Saitenmusik, Bonauer Sängerinnen


schmuckatelier susanne wein
Pfahlstraße 47, Rückgebäude
85072 Eichstätt  Tel. 08421-9374742


www.susanne-wein.blogspot.com

 

Mittwoch, 05 Juli 2017 12:17

 

Carmen Mayer348INGOLSTADT | Sie ist eine der mörderischen Schwestern, die ihre Verbrechen gerne mit einem leibhaftigen bayerischen Hauptkommissar bespricht. Autorin Carmen Mayer ist die Schöpferin von Kommissar Walter Braunagel, Hauptfigur ihrer inzwischen fünf Kriminalromane. Sein aktueller Fall ist ein Ingolstädter Apotheker, der verkohlt in einem abgebrannten Stadl in Zuchering aufgefunden wird. Braunagel ermittelt. Gerade von Würzburg in die Polizeidirektion Ingolstadt versetzt, gerät er ins bürgerliche Milieu der Schanz und in die Flüchtlingskrise mit Medikamentenschmuggel und Menschenhandel. Mehr soll aus dem aktuellen Krimi „Hurentöchter“ nicht verraten werden, denn schließlich gilt Urlaubszeit = Lesezeit.

Wir wollen hingegen einen kurzen Blick auf die Autorin werfen, mindestens so vielschichtig, vielseitig und spannend wie ihre Romane. Mit ihrem Mann war Carmen Mayer Anfang der 1980er nach Ingolstadt gezogen - er ist von hier, sie aus dem Württembergischen, die Tochter wird in Ingolstadt geboren. Als Industriekauffrau ist sie 20 Jahre lang beruflich weltweit unterwegs– Hongkong, Seoul, China, Las Vegas. 1981 veröffentlichte sie mit der Sagenforscherin Emmi Böck und dem Künstler Matthias Schlüter die „Begegnung im Altmühltal“. Es folgen Kurzgeschichten zu Frauen, Pest und Emotionen in diversen Anthologien, ein Theaterverlag nimmt zwei ihrer Mundart-Stücke in sein Programm auf.  2009 ihr Debüt im Verlag edition oberkassel als Krimi-Autorin mit Kommissar Walter Braunagel und „Eiswein“. Die „Rose von Angelâme“ ist 2011 ihr erster historischer Roman. 2016 folgt „Das Awaren-Amulett“ mit dem sie überregional auf Lesereise ist und gute Resonanz in der Presse findet. Auf der Leipziger Buchmesse liest sie regelmäßig aus ihren Werken.

“Nein!“, antwortet sie recht energisch auf die eigentlich doch naheliegende Frage, ob sie mit ihren Braunagel-Krimis dem populären Regionalkrimi-Trend folgen wollte. Carmen Mayer ist tatsächlich nicht das Lokalkolorit an sich wichtig, sondern die Geschichte, die erzählt werden muss und die eben einen Ort braucht. Ohne Schreiben geht es in ihrem Leben nicht. Menschen, Beziehungen, Alltagsroutinen und Schrulligkeiten, die Brüche im Leben und in der Fassade inspirieren sie. Sie legt großen Wert auf Stimmigkeit in den Details, die Sprache muss zur Zeit und zur Person passen, die Atmosphäre des Ortes spürbar sein. Bevor sie alles niederschreibt, hat sie es im Kopf – Plot, Täter, Opfer, Orte. Dem geht eine intensive Recherchearbeit voraus, Sachkenntnis kommt eben nicht von ungefähr. Mit den  „Mörderischen Schwestern“, einem Netzwerk von Kriminal-Autorinnen, begibt sie sich ins Landeskriminalamt und folgt dort den Spuren Carmen Mayer 400echter Verbrechen und professioneller Mordermittlungen. So manche Polizeidirektion kennt sie von innen. Carmen Mayer hat allerdings zudem einen eigenen Kommissar vor Ort, mit dem sie längst auch befreundet ist. Hauptkommissar Heinz Rindlbacher (Foto), vormals Pressesprecher der Polizeidirektion Ingolstadt und jetzt Polizeichef in Eichstätt, berät sie seit vielen Jahren. Er korrigiert sie vor allem dann, gibt sie lachend zu, wenn ihr eine Ermittlungsmethode mal wieder etwas zu „amerikanisch“ geraten ist.

Bei aller akribischen Recherchearbeit, Carmen Mayer schöpft vor allem aus dem Leben selbst. Sie ist eine Beobachterin. Ein Gespräch auf der Straße, die Nachrichten oder Medienberichte reflektiert sie dabei ebenso wie die Erzählungen etwa von Marie-Luise Fleißer. Fiktion und Realität verbindet sie zu einem neuen Gewebe, durch das dann auch mal die nordische Mythologie durchscheint und die Rauhnächte lebendig werden lässt. Das Bekannte und das Geahnte ist es, das sie lebendig werden lässt und das uns geradezu in ihre Geschichten hineinzieht. Ihre Bücher sind auch für andere KünstlerInnen eine Inspiration und so entstehen szenischen Lesungen und Bühnenkooperationen, die wiederrum selbst dieser weltläufigen Frau noch so Manches abverlangen („Ich musste ein Kleid tragen!“).

Carmen Mayer kann auch sehr reell sein. Kritisch spricht sie über das Verlags- und Vertragswesen, darüber, wie versucht wird das unternehmerische Risiko einseitig auf die Autoren abzuwälzen. Sie unterstützt literarische Netzwerke, das "Aktionsbündnis für faire Verlage“ oder  Autorenwelt.de. Ihre Sachkenntnis und Erfahrung bringt sie für den Bereich Literatur in das neue Netzwerk der lokalen Kreativwirtschaft ein, das Ingolstadt attraktiver für Kreativschaffende machen will. Wer die Autorin persönlich kennenlernen möchte (ihr Humor wäre ein weiterer, guter Grund), kommt einfach am 14. Oktober zur zweiten „Ladies Crime Night“ der Mörderischen Schwestern ins Altstadttheater. Oder man begegnet ihr bei einem Treffen des Autorenkreises im „Café Maximilian“ in der Schäffbräustraße - übrigens auch das Stammlokal von Kommissar Walter Braunagel.

Petra Kleine

 

kulturkanal logo 610

Carmen Mayer in den Interviews mit Isabella Kreim im Kulturkanal Ingolstadt.
Hier mehr hören
Carmen Mayer: Ingolstadt-Krimi und historischer Roman "Kreuzzeichen"
Carmen Mayers historischer Roman "Das Awarenamulett"
Carmen Mayers Ingolstadt-Krimi "Hurentöchter"
Sommernachtsträume in Semmelreuth | Text und Regie Carmen Mayer

Donnerstag, 29 Juni 2017 11:59

 

StadtparkDonau Cover 348Ingolstadt | Urbane Akupunktur | Landschaften prägen ihre Menschen, sagt man. Doch man muss sich schon hineinbegeben, in diese Landschaften, um diese und sich selbst darin erfahren zu können. Heutzutage gar nicht so einfach, denn das Gehen an sich, als städtisches Fortbewegungsmittel, und der Spaziergang im Besonderen sind doch etwas aus der Mode gekommen. Vielleicht auch, weil uns die Rundwege fehlen, denn wir Menschen gehen eben gerne „eine Runde“ und nicht so gerne erst hin, dann wieder zurück. Das könnte sich ändern. Donau Loop heißt der Rundweg der 12 km lang von der Staustufe im Westen bis zum Klenzepark entstehen könnte. Dieser Loop ist ein Teil eines größeren Stadtparks entlang der Donau vom Stausee im Westen bis zur Ochsenschütt im Osten. Harvard-Architektin Silvia Benedito und Architekt C. Alexander Häusler sowie ihr Stadtplanungsbüro OFICINAA beschäftigen sich seit 2012 mit der Idee, die Donau und ihre Ufer als Erlebnisraum zu gestalten, unterstützt von der Stadtplanung und gemeinsam mit den Freunden der Donau, AnwohnerInnen, Umweltvereinen, Fischern, Sportlern, Kulturschaffenden und vielen anderen. Benedito und Häusler hatten ihr Konzept des Donauloop 2014 im Museum konkrete Kunst vorgestellt und zur Bürgerbeteiligung eingeladen. Die Ergebnisse daraus wurden weiter entwickelt und sind jetzt in Buchform gefasst. Mit dieser hochwertigen Publikation  "Landschaft Stimmung. Ein Stadtpark an der Donau" stellen sie nicht nur die landschaftsarchitektonische Idee vor, sondern führen uns durch eine Gefüge aus klugen, poetischen Texten und Stimmungsbildern durch ästhetisch wunderschöne Natur- und Denklandschaften längs der Donau. Wir finden geologische  und hydrologische Rahmendaten, Stadthistorie und alte Karten sowie Gedanken zum heutigen Planen in der Landschaft und in der Stadt. Mit Goethe geht es ins 18. Jahrhundert, als der Spaziergang entstand und wir erfahren wie dieser sich seither entwickelt hat. Der Direktor des Architekturmuseums München führt kenntnisreich und mit Esprit durch ein Gespräch mit Benedito und Häusler zur Idee des Donaustadtparks -  sowohl die interessierten Ingolstädter als auch Fachleute können in diesem Buch vieles erfahren – über unsere Stadt, wie man Erlebnis planen kann, wie die verschiedenen Atmosphären im Donauraum gesucht und gefunden wurden. Und was man daraus machen könnte, ohne dass überall neue Eventmeilen entstehen müssen. Es geht nicht darum, die Donauufer neu zu bauen, sondern mit punktuellen Eingriffen Landschaftsstimmungen zu betonen, zu verstärken, sichtbar oder hörbar zu machen. Kiesinseln, verbunden mit Stegen, ein Aussichtsturm auf dem ehem. Weinzierlgelände mit Blick auf die Stadtspitzen von Münster und Schloss, ein paar Hängematten zwischen den Bäumen, ein Steg, eine kleine Treppe ins Wasser. Sitzmöbel, entwickelt aus der Form des Baumstumpfes oder wie ein Ast geformt. Wie urbane Akupunkturen sollen die baulichen Eingriffe wirken, die Häusler und Benedito vorschlagen. Sie sollen die Energie des Ortes verstärken, für ein intensiv(er)es Erlebnis an den Donauufern. Dabei spielen Natur, Kunst, Stadt, Lichtungen, Hochwasserdämme, Auwald, Kiesflächen, Donaustrand, Menschen, Tiere, Kinder und vieles anderes mit. Benedito und Häusler gestalten atmosphärisch dichte Räume, nehmen auf, was sie vorfinden und ergänzen es zu einem neuen sinnlichen Eindruck. Geben uns Gefühl für das was ist.

Und Farbe. Gelb. Das hatte sich aus der Bürgerbeteiligung ergeben, bei dem die Ingolstädterinnen entscheiden konnten. Einige dieser gelben Stämme und Baumstumpfbänke sehen wir bereits, am Südufer nahe dem Museumsraum im Alten Messpegelhäuschen.

Mit "Landschaft Stimmung. Ein Stadtpark an der Donau" zeigen Silvia Benedito und Alexander Häusler auch schon, was sie mit Stimmung und Atmosphäre meinen. Aus den vielen harten Fakten rund um Donau, Geschichte und Gestaltungsprinzipien haben sie durch hervorragende Grafiken, schön geschriebene Fachtexte, gut strukturierte Gedanken und Wort-Spielereien und künstlerischem Input viel mehr vermittelt als Information – Landschaft, Stimmungen, Möglichkeitsräume an der Donau.

 

benedito haeusler348Silvia Benedito ist Assistant Professor an der Harvard Graduate School of Design (GSD), an der sie die Rolle von Atmosphären im aufgebauten Umfeld erforscht und ist dort Koordinatorin für Kunst und öffentlicher Raum ist. Sie hat Abschlüsse in Architektur und Musik der Univ. Coimbra, Portugal und hat Urban Design an der Harvard Graduate School of Design, USA, studiert. Alexander Häusler, geb. Ingolstädter, studierte  Bildhauerei an der Hochschule für angewandte Künste in München und Architektur an der TU München sowie Architektur an der Harvard Graduate School of Design, USA. Häusler hat an verschiedenen internationalen Universitäten (Pennsylvania/Philadelphia, TU München, Cambridge) unterrichtet. Er leitet zusammen mit Chris Neuburger das Architekturforum des Kunstvereins Ingolstadt. Häusler und Benedito haben 2010 das Architekturbüro OFICINAA in der Ludwigstraße begründet.

"Landschaft Stimmung. Ein Stadtpark an der Donau", 160 Seiten, hrsg. von Silvia Benedito und Alexander Häusler, unterstützt vom Stadtplanungsamt Ingolstadt,
Paperback, ist für 22 Euro im Buchhandel erhältlich, in Deutsch oder Englisch
ISBN 978-1945150197

 

 

Zum Print-Artikel im Trendmagazin citicon 70 - Donau Atmosphären Urbane Akupunkturen

 

Montag, 26 Juni 2017 15:16

 

Aufzugsturm Schloss BAMEinen Aufzugsturm außen an ein Schloss anbauen, um das historische Gebäude barrierefrei zu machen – wahrlich keine leichte gestalterische Aufgabe. Im Bayerische Armeemuseum Ingolstadt so gelungen, dass es dafür jetzt einen Anerkennungspreis gab.

Die Bayerische Architektenkammer und das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst zeichneten jetzt zum ersten Mal Werke und deren Urheber aus, die mit zukunftsweisenden architektonischen Konzepten sowohl die Geschichte des Bestands wie auch deren „graue Energie“ in besonderem Maße berücksichtigen und sich damit um einen vorbildlichen Umgang mit bestehender Bausubstanz verdient gemacht haben.

Es gab über 250 Einsendungen aus ganz Bayern in drei Kategorien. Neben den drei Erstplatzierten vergab die Jury in der Kategorie der Gebäude, die ursprünglich vor 1900 entstanden sind, vier Anerkennungspreise. Einer dieser Preise wurde für das Projekt des neuen Aufzugsturms am Neuen Schloss (Bayerisches Armeemuseum) in Ingolstadt vergeben und zwar „für besondere Leistungen um die Bedeutung des baukulturellen Erbes“ wie es auf der Urkunde heißt.

Anerkennungspreis für gelungenen Anbau |  „Bauen im Bestand“

Der Turm, der in enger Abstimmung mit dem Bayerischen Armeemuseum, den ausführenden Architekten Guggenbichler + Netzer, dem Landesamt für Denkmalpflege und den Behindertenvertretern der Stadt Ingolstadt entstanden ist, wurde vom Staatlichen Bauamt Ingolstadt betreut. Er dient in erster Linie der barrierefreien Erschließung des Haupthauses des Neuen Schlosses und wurde rechtzeitig zur Bayerischen Landesausstellung „Napoleon und Bayern“ im Winter 2015 fertig gestellt.

Mit diesem Preis bestätigt die Architektenkammer die durchwegs positive Resonanz aller Beteiligter auf diesen schwierigen, aber sehr gelungenen Baukörper, der als direkter Anbau an ein so bedeutendes Baudenkmal wie es das Neue Schloss ist, eine echte Herausforderung darstellte. Der Anerkennungspreis ist auch deswegen eine schöne Nachricht, weil der Stadtheimatpfleger Ingolstadts, Dr. Tobias Schönauer, der sich seit vielen Jahren für Denkmalschutz und mehr Baukultur in der Stadt einsetzt, hauptberuflich als Kurator des Bayerischen Armeemuseum im Neuen Schloss tätig ist.

Für diesen schönen Anerkennungspreis herzlichen Glückwunsch!

 

 

Bild | © Bayerisches Armeemuseum | Foto: Gert Schmidbauer

Montag, 15 Mai 2017 10:06

 

thetaergspraeche348INGOLSTADT | Theater im 21. Jahrhundert | Veranstaltungsreihe des Stadttheaters Ingolstadt | Mit der Sanierung des Stadttheaters Ingolstadt hat die Stadt Ingolstadt auch den Neubau von Kammerspielen beschlossen. Das "Kleine Haus" des Theaters soll, so der aktuell favorisierte Vorschlag, neben dem "Großen Haus" entstehen. Eine städtebauliche und historisch sehr sensible Situation - vor der Altstadtmauer, dem Neuen Schloss und als Teil der südlichen Stadtsilhouette.

Das Stadttheater startet zur Vorbereitung des Ideenwettbewerbs zusammen mit dem Stadtplanungsamt nun eine Gesprächsreihe zum "Theater im 21. Jahrhundert". Dabei soll sowohl das Baudenkmal von Hardt-Walther Hämer beleuchtet werden, als auch der geplante städtebauliche und architektonische Ideenwettbewerb. Jeweils Sonntag früh als Matinee. Hier die Daten im Einzelnen.

 

Ideenwettbewerb Neubau Kammerspiele – Theaterleute tauschen sich aus
Mit: Juliane Votteler, Intendantin Theater Augsburg Klaus Kusenberg, Schauspieldirektor Staatstheater Nürnberg, Knut Weber, Intendant Stadttheater Ingolstadt.
Diese Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem Stadtplanungsamt der Stadt Ingolstadt statt.Sonntag, 21. Mai 2017, 11:00 Uhr, Theaterfoyer

 

Theaterarchitektur und Standort
Sonntag, 25. Juni 2017, 11:00 Uhr, Theaterfoyer

 

Zeitzeugen
Sonntag, 9. Juli 2017, 11:00 Uhr, Theaterfoyer

 

Mehr zum Neubau der Kammerspiele und der Bürgerbeteiligung dazu - hier lesen

 

Samstag, 06 Mai 2017 15:46

DGZ 348 webIngolstadt | Das Warten hat ein Ende. Mit einer Baustellenparty am 16. Mai wird im sogenannten Koboldblock, im Zentrum der Innenstadt, der Interimsstandort für das Digitale Gründerzentrum der Region Ingolstadt (DGZ) offiziell präsentiert.

Der neue Geschäftsführer Franz Glatz wird an diesem Abend nicht nur sich selbst vorstellen, sondern auch das Logo, den neuen Namen und das zukünftige Erscheinungsbild des DGZ. Im letzten Herbst gab es dazu eine Bürgerbeteiligung und viele, kreative Vorschläge. Wir sind gespannt.

Gründungsinteressierte können an diesem ersten offiziellen Abend bereits mit den DGZ-Partnern, anderen Startups, den Medien und der Politik netzwerken.

Baustellenparty im DGZ im Erdgeschoß im Koboldblock
Dienstag, 16. Mai 2017, ab 18.30 Uhr
Am Stein 9, Ingolstadt

www.dgz-ingolstadt.de

Mehr lesen

Wie das DGZ künftig das kreative Ingolstadt mit beleben könnte und von der chancenreichen Lage mitten in Stadt, an der kreativen Nord-Süd-Achse schreibt K10 DGZ im Koboldblock | Belebung von Innenstadt und Szene.

Und hier aus dem Newsletter der Stadt Ingolstadt zum Projekt

"Das Digitale Gründerzentrum (DGZ) wird in den historischen Kavalier Dallwigk auf dem Gießereigelände einziehen. Doch dafür sind umfangreiche Sanierungs- und Bauarbeiten nötig, die noch ein paar Jahre in Anspruch nehmen. Eigentlich war geplant, dass das DGZ bis dahin als Interimsräumlichkeiten die Reithalle im Klenzepark bezieht. Nachdem die Kosten dafür allerdings recht hoch ausfallen, konnte die Stadt eine andere Immobilie finden, die nicht nur günstiger ist, sondern auch mitten in der Stadt. So soll das DGZ nun zunächst im so genannten „Koboldblock“ Am Stein beheimatet werden.
Ende des vergangenen Jahres hatte der Stadtrat bereits einstimmig die Nutzung der Reithalle als Interimsräumlichkeit bis zum Abschluss der Baumaßnahmen am Kavalier Dallwigk zugestimmt. Die INKoBau GmbH wurde mit den Erschließungsmaßnahmen zur ganzjährigen Nutzung der Reithalle beauftragt. Dazu wurden ein Baukostenzuschuss von 232.000 Euro sowie Kapitaleinlagen in Höhe von 368.000 Euro bewilligt. Im Februar hat die Immobilien Freistaat Bayern, der die Reithalle gehört, der Stadt nun die Bedingungen für die Interimsnutzung des Gebäudes sowie die Höhe des Mietzinses mitgeteilt. In der Summe würden sich die Kosten um weitere 100.000 Euro erhöhen, die allerdings weder durch den genannten Stadtratsbeschluss gedeckt sind, noch von der INKoBau oder DGZ GmbH finanziert werden könnten. Hinzu kommt eine Rückbauverpflichtung für alle geplanten Einbauten nach Ende der Nutzungsdauer. Damit ist dann auch die geplante städtische Folgenutzung nicht mehr möglich. Weil die Reithalle zudem aufgrund der Raumhöhe und der Energieeffizienz ohnehin nicht optimal für den Betrieb des DGZ ist, hat sich die Stadt nach alternativen Räumlichkeiten umgesehen – und wurde an der Ecke Am Stein / Schulstraße fündig.

Im so genannten „Koboldblock“ können neben zwei Läden im Erdgeschoss unter anderem für öffentlich orientierte Nutzungen auch Büroräume im zweiten Obergeschoss angemietet werden. Insgesamt stehen rund 700 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Die Räume bieten nach Einschätzung des designierten Geschäftsführers der DGZ GmbH, Franz Glatz, im Gegensatz zur Reithalle sehr gute Bedingungen für den Interimsbetrieb und lassen auch das gewünschte Wachstum des DGZ zu. „Der Standort im Stadtzentrum führt zudem zu einer deutlich höheren Wahrnehmung des Digitalen Gründerzentrums durch die Bevölkerung. Öffentliche Angebote des DGZ werden dies zusätzlich unterstützen“, erklärt Oberbürgermeister Christian Lösel. Die Räume können für vier Jahre mit einer jährlichen Verlängerungsoption angemietet werden. Für den Ausbau werden voraussichtlich Gesamtkosten von rund 150.000 Euro anfallen. Die bereits angefallenen Kosten für die Machbarkeitsuntersuchung der Reithalle (25.000 Euro) werden von der Stadt Ingolstadt getragen. Im Gegenzug ist der ursprünglich geplante Baukostenzuschuss von 232.000 Euro nicht mehr notwendig. Und auch zur Finanzierung der Ausbaukosten braucht die INKoBau nun nur noch die genannten 150.000 Euro – und keine 368.000 Euro wie bislang vorgesehen."

Dienstag, 28 März 2017 18:57

DGZ 348Ingolstadt | Das digitale Gründerzentrum zieht - erst einmal - in die Innenstadt und wird diese die nächsten Jahre sicher erfreulich beleben. Voraussichtlich ab Mai beginnt der Ausbau der Räume im sog. Koboldblock, Ecke Schulstraße/Am Stein. Nach der Sommerpause könnte es schon losgehen mit den ersten Start-Ups - und einer guten Kaffeemaschine im erdgeschossigen, offenen Bereich. Damit entstünde, zumindest ist das die Chance, mitten in Ingolstadts City ein lebendiges Gründerzentrum mit direktem Anschluss an die urbane Szene und die Kultur- und Kreativwirtschaft.

Der designierte Geschäftsführer des künftigen DGZ, Dr. Franz Glatz, steht für einen begründeten Optimismus, dass mit dem DGZ im Koboldblock eine echte Belebung der digitalen Gründerszene und der Innenstadt kommt. Mit seiner Person verbindet sich der erfolgreiche Aufbau u.a. des Münchner Gründerzentrums Werk 1. Seine Aufgabe wird nicht nur sein, Ingolstadt als digitalen Standort zu profilieren, sondern auch, die digitalen Start-Ups mit der klassischen Wirtschaft und den Branchen der Kreativwirtschaft zu verbinden, Vernetzungen und Schnittstellen zu schaffen – zwischen den großen globalen Playern Audi und Media –Saturn und den digitalen Gründern und Branchen. Die digitale Mobilität soll Schwerpunkt sein, so die Strategie der Stadt und der THI, doch wird es daneben auch Chancen für die heterogene, kleinteilige kreativwirtschaftliche Wirtschaft geben. Geben müssen, wenn man alle Chancen für den Standort nutzen möchte. Eine seiner Stärken, so Franz Glatz selbst, sei seit jeher das Verbinden der unterschiedlichsten Disziplinen, Branchen, Menschen, Projekte gewesen. Der promivierte Chemiker wohnt in Neuburg, kennt die Region lang und gut und wird ab Mai offiziell das DGZ und die Start-Up-Szene in Ingolstadt entwickeln. Ein Glücksfall für Ingolstadt, heißt es schon jetzt. Die Erwartungen sind ebenso hoch wie berechtigt.

Dieser Innenstadt-Standort war zunächst ungeplant, könnte sich jedoch als zweiter Glücksfall zeigen. Das Digitale Gründerzentrum soll endgültig, in einigen Jahren, seinen Ort im dann sanierten Kavalier Dalwigk und einem Neubau auf dem Gießereigelände finden. Nahe an der Technischen Hochschule Ingolstadt, die maßgeblich das Ingolstädter DGZ konzipiert hatte. Bis dahin braucht man einen Übergangsstandort und ein Interims-DGZ. Zunächst sollte dies für 3 -4 Jahre im Klenzepark in der Reithalle entstehen, erwies sich nach den ersten Machbarkeitsuntersuchungen dann doch nicht als realisierbar. Und so musste man erneut suchen und wurde „Am Stein“ fündig.

Im Koboldblock werden das Untergeschoss, Erdgeschoss und der erste Stock genutzt werden, etwa 800 qm. Im Ladenbereichen sollen öffentliche Bereiche entstehen, in denen es nicht nur einen guten Kaffee geben wird, sondern auch Info und Kommunikation stattfinden soll. Im UG und OG dann Besprechungsräume, Coworking, Einzelräume für Arbeit und Beratung. Nun müssen Stadtrat (am 4. und 26. April) und Aufsichtsrat der städtischen InKoBau GmbH noch beraten und entscheiden.

Kreative Hotspots an der Nod-Süd-Achse

Der Interims-Standort des DGZ im Koboldblock könnte damit einen zentralen Platz in Ingolstadts kreativer Nord-Süd-Achse einnehmen. Im Norden die Harderbastei mit Galerie, dem Berufsverband der Bildenden Künstler, Kunst- und Kulturbastei und zahlreichen Musik-, Kunst- und Streetartprojekten. Das Studio Famos mit Design-Ausstellungen von schnellervorlauf in der Harderstraße 22, KOMMA-D in der Milchstraße (Design, digitale Entwicklungen, auch TEDx-Veranstalter). Nachbar des DGZ wird auch das Bureau Eineinhalb in der Schulstraße 1 ½ , Ingolstadts erster Kultur-Co-Working-Space. Damit sind jetzt mal nur die Akteure genannt, die aktuell die Kreativwirtschaft und Kultur aktiv vernetzen und profilieren, zusammen mit freien Kulturschaffenden wie Autorin Carmen Mayer, der Leiterin des Altstadttheaters Leni Brem, Markus Bauch und Miriam Ninkovic aus der Musikszene, K10 und den städtischen Wirtschaftsförderern der IFG. Kulinarisch umrahmt wird das DGZ von „Frisch & Veg“ (Gründerpeis Gewinnerin 2016) und veganem, bayrischem oder internationalem Essen, den Clubs und Discotheken. Der Südpunkt ist  unten am Brückenkopf schließlich der Coworking-Space von Johann Schlamp, coworkingolstadt. Dazwischen Ingolstadts Kaffeerösterei Distrivt V (Kaffee für Kommunikation und Kreativität sind dem Vernehmen nach kein Klischee), die dropbar (Kaffee und urbane Radlreparatur am Bachl), das Rat(sch)haus sowie andere, neue (noch nicht sichtbare) Projekte mit urbanen Freiräumen für Kreative und Kollektive an der Donaustraße.       Petra Kleine

Donnerstag, 16 Februar 2017 00:14

BB Theater 348Ingolstadt | Theaterintendat Knut Weber, Stadtbaurätin Renate Preßlein-Lehle und Kulturreferent Gabriel Engert hatten eingeladen, zum ersten Abend der Bürgerbeteiligung für die neuen Kammerspiele des Stadttheaters in Ingolstadt. Sind wir noch „vorher“ oder ist schon alles entschieden? Das war eine der zentralen Fragen einer guten, ebenso interessierten wie kontroversen Diskussion mit mehr als 100 Beteiligten. Auch ein Appell zog sich mehrfach durch den Abend, gleichermaßen an die Planer, an Verwaltung und Bürgerschaft: Mehr Pfeffer! Als Ermutigung, das Areal um das Baudenkmal Stadttheater urban zu entwickeln, Plätze und Donaubeziehungen nach vorne zu denken. Als Plädoyer für innovative Architektur und dafür, etwas zu bauen, das Charakter hat. Mehr Pfeffer auch für das Bürgerengagement: nicht nur einmal kommen und schauen, sondern dabeibleiben, sich einbringen und die neue Entwicklung auch kritisch begleiten. Raus aus den Wohnzimmern, rein in die Bürgerbeteiligung, so Florian Straub.

Kulturreferent Gabriel Engert und Stadtbaurätin Renate Preßlein-Lehle skizzierten den Stand der Dinge. Mit mehr oder weniger Skepsis hatten sie sich an die neue Standortüberlegung gewagt, sich an den Theaterparkplatz östlich und den bereich südlich des Theaters herangedacht. Die städtebauliche Situation vor dem Neuen Schloss und an der Altstadt ist natürlich hochsensibel, Denkmalschutz und Urheberrechte werden berührt und es ist die Schokoladenseite, die schönste Silhouette der Stadt. Viele Blickbeziehungen und Sichtachsen auf das Schloss führen über den angedachten Standort.

Unbestritten: Dringender Sanierungsbedarf

Intendant Knut Weber plädierte klar dafür, dass die Kammerspiele als neues „Kleines Haus“ des Theaters in die Innenstadt gehören. Bildreich schilderte er den Sanierungsbedarf des Gebäudes, das bei den Theaterproduktionen allen Beteiligten viel Langmut und Organisationsgeschick abverlange und gerade im Malersaal und in den Werkstätten eigentlich nicht mehr zumutbar sei, von den Risiken mal ganz abgesehen. Das kleine Haus am Brückenkopf sei kaum noch bespielbar, fast schon unhygienisch. Ein Schandfleck. Unstrittig also: Sanierung möglichst bald und ein Neubau fürs Kleine Haus! Die Idee in direkter Nachbarschaft zu bauen, sei ideal für das Theater und könne den ganzen Bereich urban aufwerten. Neue Aufenthaltsflächen, lebendige Plätze würden die Kammerspiele begleiten, man könne die Stadt und das Haus zur Donau öffnen. Zudem wäre hier vorübergehend die Ersatzspielstätte, während das große Haus saniert würde. Weber betonte die soziale Funktion eines solchen Theaterzentrums, sprach von einer künftigen Bürgerbühne und dass so ein Kulturort der „Unterhaltung“, in doppeltem Wortsinn, eine ganze Stadt zusammenhalten könne. Für die Situation des neuen Hauses zwischen den beiden Baudenkmälern Stadttheater und dem Neuen Schloss müsse allerdings schon eine Architektur kommen, die der Qualität des Bestehenden standhalten könne. Keine leichte Aufgabe, so Weber, in Ingolstadt …

Alles schon entschieden?

Kritische Stimmen kamen dann sehr deutlich von den beiden Stadtheimatpflegern Ottmar Engasser und Tobias Schönauer. Sie warnten davor, die Sichtachsen zum Schloss und überhaupt diesen sensiblen Standort zu verbauen. Sie plädierten für einen Standort im Klenzepark. Dieser war schon einmal geplant worden, wurde zuletzt jedoch aus verschiedenen Gründen verworfen, warum darauf ging der Kulturreferent im Anschluss nicht so genau ein – Grundstücksprobleme, zu weit weg vom Haupthaus, städtebauliche Bedenken. Engasser war, vor allem nach den schlechten Erfahrungen des Denkmalschutzes auf dem Gießereigelände (Kongresshotel) auch sehr skeptisch, ob man sich tatsächlich von dem Standort am Theater zurückziehen würde, wenn der geplante Ideenwettbewerb zeigen würden, es sei nicht gut, dort zu bauen. Er befürchtete, dass dann das Zeitargument gespielt würde und eine schlechte Lösung entstehen könnte, auch weil, so seine Wahrnehmung, "der Intendant sich bisher immer durchgesetzt habe.“ Letzteres löste heiteres Erstaunen aus, doch die Skepsis was den Denkmalschutz betrifft teilten einige im Publikum und auch, dass die Gefahr bestehe, dass der Neubau eben nicht gelänge. Auch Raimund Köstler von „High Noon“ unterstrich die Bedenken, wobei auch er den Standort als "eigentlich schon entschieden" ansah.

Stadt weiterbauen

Die Antwort darauf, ob man sich nun bereits in der konkreten Planung befände, ob die Entscheidung schon oder eigentlich schon gefallen sei oder ob es doch noch „vorher“ sei, beantworteten Stadtbaurätin und Kulturreferent: Jetzt würden als Erstes die technischen Daten erhoben, die Belastbarkeit der Tiefgarage festgestellt, das Raumprogramm und der räumlich Umgriff festgelegt. Dann würde man in einen internationalen Planungswettbewerb gehen und sich so konkrete Ideen vorstellen lassen, wie die Herausforderung gelöst werden könne. Hier kämen dann der Denkmalschutz, der Freistaat als Grundstücksbesitzer und auch das Urheberrecht zu Wort. Das seien die nächsten Schritte. Dann erst könne der Stadtrat sich mit der Entscheidung festlegen, ob der Standort bebaut werden kann und soll. Etwa ein Jahr würde dieser Schritt beanspruchen. Kulturreferent und Intendant waren dabei zuversichtlich, dass man den besten Standort für die Kammerspiele habe. Stadtbaurätin Preßlein-Lehle war noch sehr vorsichtig. Sie bezog sich dann jedoch auch auf Hardt-Waltherr Hämer selbst, den Architekten des Theaters. Er habe immer betont, dass Städte sich entwickeln und weitergebaut werden müssten. Man könne und müsse sich, so Preßlein-Lehle, dabei zunächst einmal keine Denkverbote leisten und offen sein für die Ideen aus dem Wettbewerb.

Keine Denkverbote

Positive Stimmen aus der Bürgerschaft betonten die Chancen, die in einer Weiterentwicklung des Areals rund um das Stadttheater liegen könnten. Von der Schutterstraße bis zum Kavalier Dallwigk könnte eine Reihe neuer Plätze, hin zur Altstadtmauer eine Grünfläche mit dem alten Schutterlauf entstehen, die Donauufer könnten einbezogen werden.

Neue Plätze, zur Donau öffnen

Architekt Alexander Häusler (Büro OFICINAA) könnte sich  mit dem Bau der Kammerspiele eine Neuordnung des gesamten Areals dort vorstellen. Mit vergleichsweise wenigen Mittel könnte die Donau so näher an die Stadt kommen und das Leben könne sich auf vier verschiedenen städtischen Plätzen rund um die Theaterhäuser bis zum künftigen Gründerzentrum im Kavalier Dallwigk (Gießereigelände) entwickeln. Er begrüßte die Untersuchung des Standortes und erinnerte an den städtischen Ideenwettbewerb zu den "Danube-Parks" (unten eine Ideenskizze aus dem Wettbewerbsbeitrag von Oficinaa, 3.Preis, zur Veranschaulichung). Eine Chance, so Häusler, die man nicht liegenlassen sollte. Das sah auch Ralf Buchhold so (Vorsitzender Theatergemeinde Ingolstadt), der es sehr unterstütze, dass das gesamte Areal untersucht würde, um die Stadt dort aufzuwerten. Architektin Monika Färber wünschte sich ein modernes, innovatives Gebäude und keine Architektur mit angezogener Handbremse. Mehr Pfeffer für mutiges Bauen, meinte auch eine andere Diskutantin, und mal nach vorne Denken, schließlich werde das Schloss ja nicht abgerissen!

oficinnaa skizze

Chancen für Entwicklung gäbe es doch auch, wenn man einen Stadtpark statt der Parkplätze realisieren würde, meinte hingegen Künstlerin Maria Bentz-Ahrens, die die Fläche auf keinen Fall zubauen würde und die Kammerspiele im Klenzepark richtiger fände. Das Theater brauche den „Raum zum Atmen“.

Auch die Theaterleute selbst meldeten sich zu Wort. Wilhelm Ostermeier war 30 Jahre Kulissenschieber. Der Malersaal brauche Tageslicht, die Werkstätten dürfe man nicht unterirdisch bauen. Theaterpädagogin Nicole Titus schilderte den aktuellen Arbeitsalltag zwischen Innenstadt, kleinem Haus am Brückenkopf und der Probebühne am Baggerweg - viele weite Wege durch die Stadt. Kurze Wege hingegen und ein gut erreichbares, städtisches Umfeld seien wichtig, wenn man Theater mit Kindern und Jugendlichen mache.

Zeitzeugen

Ob es vielleicht jemand gäbe, der den Bau des Stadttheaters in den 60ern noch miterlebt hätte, fragte die Stadtbaurätin ins Publikum. Zwei Zeitzeugen waren dabei: Bauingenieur Reinhard Schmachtl wusste noch um die Tiefen und Untiefen beim Garagenbau unter dem Theater. Er war selbst unten gewesen. Die Fundamente im Wasser, keine statische Belastbarkeit, der Zivilschutzbunker erfordere ganz besondere Armierungen, es gäbe zudem keine Pläne mehr fürs Theater, die seien bei einem Wasserschaden vernichtet worden … Rainer Rupp, Direktor a.D. des Scheinergymnasiums, war als Zwölftklässler viel im Theater unterwegs und wusste, dass die Diskussion um den Bau sehr kontrovers gewesen war. Manche hatten sich nie mit der „Öloper“ angefreundet, die wie angeschwemmt draußen vor der Altstadtmauer lag.

Breite Bürgerbeteiligung

Der Zeitpunkt für die heutige Bürgerbeteiligung sei sehr früh angesetzt. Daher habe  man jetzt noch keine konkrete Planungen und auch die technische Machbarkeit sei noch nicht ganz geklärt sei, unterstrich Kulturreferent Engert. Doch man wolle frühzeitig informieren, was die nächsten Schritte seien und wie der Grundsatzbeschluss zu verstehen sei, den der Tadtrat am 21. Februar fassen würde. Entscheiden, ob der Standort geeignet sei, würde letztlich der Stadtrat. Die Bürgerbeteiligung wolle man breit denken, auch die mitnehmen, die nicht regelmäßig im Theater seien. Ein Internetforum, Vorträge, Begehungen, Infoabende rund um den Architektenwettbewerb sollen zu den Kammerspielen und zur Theatersanierung angeboten werden und neue Ideen dafür seien natürlich willkommen.


Samstag, 11 Februar 2017 16:45

stromlos348Ingolstadt | Für die Stromlos Bigband der Kunst und Kultur Bastei gibt es wieder einen Vorspieltermin: Freitag den 10. März 2017 ab 19 Uhr. Das Casting für die Bigband ist offen für Jugendliche bis 25 Jahre. Gesucht werden Pianisten, Trompeter, Posaunisten, Saxofonisten, E-Gitarristen, Kontra- oder E-Bassisten und Schlagzeuger.

Seit Juni 2016 gibt es in der Kinder- und Jugendkunstschule Kunst und Kultur Bastei e.V. die Stromlos Bigband. Nach 4 erfolgreichen Workshop-Wochenenden und mehreren Auftritte, wird es auch dieses Jahr mit der Bigband weitergehen.  
Über die Aufnahme entscheidet eine mehrköpfige Jury, der die Teilnehmer vorspielen: Zur Vorbereitung auf das Vorspiel bekommt jeder nach der Anmeldung Noten und einen Link (youtube) zum Üben zugemailt. Zudem soll ein kurzes Stück vom Blatt gespielt werden.  Da sich die Bigband nur an 4 Wochenenden im Jahr trifft um ein Programm auf die Beine zu stellen, sind junge Musiker bis 25 Jahren gefragt, die schon Erfahrungen im Bereich Jazz haben und ihr Instrument gut beherrschen. Geleitet wird die Bigband von Robert Aichner, doch auch viele andere lokale Jazzmusiker werden in das Projekt bei den Satzproben mit einbezogen. Fast alle Übungsleiter, wie z.B. Joey Finger, Uli Schiekofer, Daniel Schmidt und Charlie Böck kommen aus der Ingolstädter Big Band Formation „Schutter Neun“, die sozusagen die Paten unserer Jugend-Bigband sind. Das nächste Probenwochenende findet dann am 11./12. März 2016 statt und gleich am Abend des 12. präsentiert sich die Stromlos Bigband mit einem kleinen Konzert.

Die Anmeldung zum Download auf www.kunstundkulturbastei.de/stromlos/
Anmeldung zum Vorspiel unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Mehr Info unter: 017696235859

Beate Diao (Kunstschulleitung)                                    
Joey Finger (Leitung Abteilung Stromlos)                                      
Robert Aichner  (Stromlos Bigband-Leitung)

Samstag, 28 Januar 2017 14:51

Gruenderpreis2016 348Ingolstadt | Die Organisatoren des Gründerpreises Ingolstadt ermuntern potenzielle BewerberInnen, sich noch für den Gründerpreis 2017 anzumelden. Vor allem Unternehmensgründungen aus dem Handwerk dürfen sich angesprochen fühlen. Und auch der Frauenanteil dürfe ruhig noch steigen, heißt es. Am 15. Februar ist dann die "Nacht der Bewerber". Im kurzweiligen Format eines 2-minütigen Elevator-Pitch wird die Geschäftsidee vorgestellt und man lernt die Bewerberinnen und Bewerber kennen.

Hier also der Last Call! Bis zum 31. Januar mit der eigenen Geschäftsidee bewerben!

Der Gründerpreis Ingolstadt fördert Personen und Teams, die ein Unternehmen gründen möchten, eine Unternehmensnachfolge antreten oder innovative Geschäftsideen in bereits existierenden Unternehmen umsetzen wollen. Neben attraktiven Sach- und Geldpreisen für die Gewinner (insgesamt bis zu 10.000 Euro) erhalten die Teilnehmer Hilfe bei der Erstellung eines Businessplans für ihre Geschäftsidee sowie kontinuierliche Unterstützung und Beratung bei den ersten Schritten ins Unternehmertum. Der fertige Geschäftsplan enthält das detaillierte unternehmerische und technologische Gesamtkonzept, eine Beschreibung des wirtschaftlichen Umfelds (Marktpotenzial und -situation), die gesteckten Ziele (Umsatz- und Ertragsplanung) sowie die nötigen finanziellen und personellen Mittel (Kapital- und Personalbedarfsplanung) für die wirtschaftliche Umsetzung der Geschäftsidee. Erfahrene Unternehmer, Coaches und Kapitalgeber begutachten den ca. zehn Seiten umfassenden Plan vertraulich und prüfen ihn auf seine Tragfähigkeit.

Anmelden für die Teilnahme beim Gründerpreis 2017 kann man sich über die Homepage www.gruenderpreis-in.de .

Hier der K10-Bericht vom Gründerpreis 2016
Preisträger Gründerpreis Ingolstadt 2016 | digital kreativ vegan ganzheitlich innovativ ... und wirtschaftlich

 

Foto: Gründerpreis 2016 - die PreisträgerInnen

 

Donnerstag, 26 Januar 2017 15:15

KUK Ingolstadt Schriftzug348Ingolstadt | Kultur- und Kreativwirtschaft (KuK) in Ingolstadt aktiv zu unterstützen, das ist das Ziel der IFG, der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung der Stadt Ingolstadt. Den Auftakt dazu bildete ein Treffen zwischen Vertretern der kreativen Branchen, der klassischen Wirtschaft sowie der Politik im September vorigen Jahres. Diese Veranstaltung schuf die Grundlage für einen Arbeitsprozess und der nächste Schritt folgte im November: eine Informations- und Netzwerkveranstaltung für die kreativen Branchen.

Samstag, 21 Januar 2017 13:19

1kultrempfang348Ingolstadt | Eine Premiere war der Kultur-Neujahrsempfang des Kunstverein Ingolstadt und der Freunde des Museums für konkrete Kunst und Design (MKKD). Viele Kunstschaffende und –begeisterte, ein Oberbürgermeister und vier schöne Neujahrs-Grußworte über Freundschaft und Freude, Streiten und Verbinden, und ein Wenig auch über Geld, das klitzekleine und die Millionen.

Eingeladen hatten Kunstverein und Freundeskreis in das Museum für konkrete Kunst (MKK) und hatten zuvor ind die Galerie des Kunstvereins im Theater eingeladen. Hubert Klotzeck begrüßte zahlreiche Gäste in der Ausstellung „Tagundnachtgleiche“ von Wolfgang Stehle. Mit einer „Speed-Führung“ von Architekt und Kurator Alexander Häusler ging es erst einmal mal ins etwas Düstere und Ursprüngliche: Mensch und Natur, Zivilisation und Überleben, Bezwingung und Beschwörung, Lagerfeuer und Jagd. Präzise Videokunst, Objekte aus glatten Materialien udn Furnieren, die eine erste, klare Botschaft haben und sich mit dem zweiten und dritten Blick weiter erschließen (mehr dazu beim Kulturkanal Ingolstadt - hier hören). Durch Stehle und Häusler künstlerisch feingestimmt ging es dann zum Nachbarn, ins Museum für konkrete Kunst und seinem Freundeskreis. Dort wartete schon ein feines Buffet von Frisch & Veg auf die Gäste. Doch zuvor – natürlich – die Neujahrsreden. Museumsdirektorin Simone Schimpf begrüßte kurz und herzlich in ihrem Haus und bot eine Führung durch die aktuelle, vielbeachtete Ausstellung „LOGO – die Kunst mit dem Zeichen“ an. Oberbürgermeister Christian Lösel war für sein Grußwort sogar aus einer Klausurtagung seiner Stadtratsfraktion zurück nach Ingolstadt gefahren. Er betonte den Wert von Kunst und Kultur und wies auf den neuen Imagefilm „Kultur in Ingolstadt“ hin, der eigens beauftragt worden war und beim städtischen Neujahrsempfang des OB seine Premiere hatte. Am neuen Museum für konkrete Kunst und Design wird gebaut, die 25 Millionen und die Zukunft des neuen MKKD sei gesichert – auch diese Botschaft war unmissverständlich. Nicht zuletzt wusste der OB vom 2018 bevorstehenden Jubiläum "30 Jahre Freundeskreis“  und sicherte seine (finanzielle) Unterstützung zu, das könne man 2018 dann auch „gebührend“ feiern. Sichtbare Wertschätzung also, die Gäste hat es gefreut!

Samstag, 10 Dezember 2016 14:34

Julia Weber34831Ingolstadt | Fliegende Kirchtürme, fragile Objekte aus Schmetterlingsflügeln, Turmalin und Bergkristall in Schmuckkreationen, filigrane Skulpturen aus Insektenbeinen, zwölfflächige Holzklötzchen für den persönlichen Turmbau. Verspielt, geometrisch, ästhetisch und so vieles mehr sind die Objekte der Designerin und Künstlerin Julia Weber alias VON JOTT. Eine, die sich - immer schon -  aufmachte, um die Welt zu sehen und zu verstehen. Ohne Scheu, mit Offenheit, Talent und der Freude am Gestalten und Berühren - und am berührt werden. Und mit der (Hin)Gabe, dies in Objekten und Bildern auch zu vermitteln. Die Ausstellung VON JOTT im Studio Famos - großartig und wunderbar!

Für drei Wochen sind im Studio Famos der Designagentur schnellervorlauf Arbeiten der Künstlerin und Designerin VON JOTT zu sehen und zu kaufen. VON JOTT ist nach Markus Ofner (produkat - Upcycling-Design aus Graz) und SUID THINGS (faires Design aus Südafrika) die dritte Präsentation mit einzigartigem Design, wieder kuratiert von Julia Well.

„Ich liebe Geometrie, Mathematik und ich liebe Insekten.“ VON JOTT

Julia Weber war „immer schon“ fasziniert von Insekten, Natur und Bionik. Sie liebt Technik und Naturwissenschaften, interessiert sich für Psychologie, Astrophysik, Mystisches und hat „immer schon“ gerne gestaltet und gezeichnet. Am besten kann man mit all diesen Interessen und Talenten in der Kunst arbeiten, meinte Julia Weber, und entschied sich für eine Ausbildung an der Fachschule für Produktdesign in Selb und ein Studium für Integriertes Design an der Hochschule Anhalt in Dessau. Nach einem Besuch an der Kunsthochschule in Oslo begann sie als Grafikdesignerin zu arbeiten. VON JOTT im Studio Famos ist ihre erste Ausstellung überhaupt. Danach wird Julia Weber nach Berlin gehen, um sich dort für ihr weiteres Schaffen inspirieren zu lassen. Ob sie nicht Angst habe, in Berlin mit den vielen Künstlern und Kreativen unterzugehen, wird sie im Interview mit Isabella Kreim (Kulturkanal)gefragt. Nein, sagt Julia Weber, sie liebe es unter vielen Leuten zu sein, zu beobachten und sich inspirieren zu lassen. Einfach mal schauen …

Donnerstag, 08 Dezember 2016 23:26

IFG K10 Gaeste 348Ingolstadt | Under Construction! Unter diesem Motto hatte die städtische Wirtschaftsförderung IFG die Kultur- und Kreatiwirtschaft in das freie Kulturzentrum KAP 94 eingeladen. Zum Vernetzungstreffen kamen etwa 50 Vertreter*innen der kreativen Branchen.

Nach einem erfolgreichen Auftakt im September (hier lesen) standen diesmal Netzwerke und Selbstorganisation im Mittelpunkt. Warum Selbstorganisation wichtig ist und wie dieser schwierige, langwierige und mit Sicherheit arbeitsintensive Prozess erfolgreich angegangen und umgesetzt werden kann, haben die Gastreferenten Jens Kobler (Kreative Klasse e.V. Ruhrgebiet) und Frank Zumbruch (www.kreativregion.de und Kreativwirtschaftszentrum Mannheim) dargestellt.

Selbstorganisation

In Ingolstadt soll im nächsten Schritt nun die Selbstorganisation der Kreativen vorangebracht werden. Dabei gibt es bei einigen Branchen bereits Berufsvertretungen und freie Foren. So sind die den Architekten berufsständisch und frei organisiert (BdA, Architekturforum des Kunstvereins) ebenso wie die Kunstschaffenden (BBK Ingolstadt/Obb. Nord). Netzwerke wie K10, das Coworking-Bureau Eineinhalb, Achtung Kultur sind schon bestehende, branchenübergreifende Vernetzungsstrukturen. Andere Branchen und ihre Akteure in den Märkten müssten sich noch finden. Daher sollen zunächst für die einzelnen Teilmärkte* Kontaktpersonen bzw. Teilmarktreferenten gefunden werden.

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