Donnerstag, 16 Februar 2017 00:14

BB Theater 348Ingolstadt | Theaterintendat Knut Weber, Stadtbaurätin Renate Preßlein-Lehle und Kulturreferent Gabriel Engert hatten eingeladen, zum ersten Abend der Bürgerbeteiligung für die neuen Kammerspiele des Stadttheaters in Ingolstadt. Sind wir noch „vorher“ oder ist schon alles entschieden? Das war eine der zentralen Fragen einer guten, ebenso interessierten wie kontroversen Diskussion mit mehr als 100 Beteiligten. Auch ein Appell zog sich mehrfach durch den Abend, gleichermaßen an die Planer, an Verwaltung und Bürgerschaft: Mehr Pfeffer! Als Ermutigung, das Areal um das Baudenkmal Stadttheater urban zu entwickeln, Plätze und Donaubeziehungen nach vorne zu denken. Als Plädoyer für innovative Architektur und dafür, etwas zu bauen, das Charakter hat. Mehr Pfeffer auch für das Bürgerengagement: nicht nur einmal kommen und schauen, sondern dabeibleiben, sich einbringen und die neue Entwicklung auch kritisch begleiten. Raus aus den Wohnzimmern, rein in die Bürgerbeteiligung, so Florian Straub.

Kulturreferent Gabriel Engert und Stadtbaurätin Renate Preßlein-Lehle skizzierten den Stand der Dinge. Mit mehr oder weniger Skepsis hatten sie sich an die neue Standortüberlegung gewagt, sich an den Theaterparkplatz östlich und den bereich südlich des Theaters herangedacht. Die städtebauliche Situation vor dem Neuen Schloss und an der Altstadt ist natürlich hochsensibel, Denkmalschutz und Urheberrechte werden berührt und es ist die Schokoladenseite, die schönste Silhouette der Stadt. Viele Blickbeziehungen und Sichtachsen auf das Schloss führen über den angedachten Standort.

Unbestritten: Dringender Sanierungsbedarf

Intendant Knut Weber plädierte klar dafür, dass die Kammerspiele als neues „Kleines Haus“ des Theaters in die Innenstadt gehören. Bildreich schilderte er den Sanierungsbedarf des Gebäudes, das bei den Theaterproduktionen allen Beteiligten viel Langmut und Organisationsgeschick abverlange und gerade im Malersaal und in den Werkstätten eigentlich nicht mehr zumutbar sei, von den Risiken mal ganz abgesehen. Das kleine Haus am Brückenkopf sei kaum noch bespielbar, fast schon unhygienisch. Ein Schandfleck. Unstrittig also: Sanierung möglichst bald und ein Neubau fürs Kleine Haus! Die Idee in direkter Nachbarschaft zu bauen, sei ideal für das Theater und könne den ganzen Bereich urban aufwerten. Neue Aufenthaltsflächen, lebendige Plätze würden die Kammerspiele begleiten, man könne die Stadt und das Haus zur Donau öffnen. Zudem wäre hier vorübergehend die Ersatzspielstätte, während das große Haus saniert würde. Weber betonte die soziale Funktion eines solchen Theaterzentrums, sprach von einer künftigen Bürgerbühne und dass so ein Kulturort der „Unterhaltung“, in doppeltem Wortsinn, eine ganze Stadt zusammenhalten könne. Für die Situation des neuen Hauses zwischen den beiden Baudenkmälern Stadttheater und dem Neuen Schloss müsse allerdings schon eine Architektur kommen, die der Qualität des Bestehenden standhalten könne. Keine leichte Aufgabe, so Weber, in Ingolstadt …

Alles schon entschieden?

Kritische Stimmen kamen dann sehr deutlich von den beiden Stadtheimatpflegern Ottmar Engasser und Tobias Schönauer. Sie warnten davor, die Sichtachsen zum Schloss und überhaupt diesen sensiblen Standort zu verbauen. Sie plädierten für einen Standort im Klenzepark. Dieser war schon einmal geplant worden, wurde zuletzt jedoch aus verschiedenen Gründen verworfen, warum darauf ging der Kulturreferent im Anschluss nicht so genau ein – Grundstücksprobleme, zu weit weg vom Haupthaus, städtebauliche Bedenken. Engasser war, vor allem nach den schlechten Erfahrungen des Denkmalschutzes auf dem Gießereigelände (Kongresshotel) auch sehr skeptisch, ob man sich tatsächlich von dem Standort am Theater zurückziehen würde, wenn der geplante Ideenwettbewerb zeigen würden, es sei nicht gut, dort zu bauen. Er befürchtete, dass dann das Zeitargument gespielt würde und eine schlechte Lösung entstehen könnte, auch weil, so seine Wahrnehmung, "der Intendant sich bisher immer durchgesetzt habe.“ Letzteres löste heiteres Erstaunen aus, doch die Skepsis was den Denkmalschutz betrifft teilten einige im Publikum und auch, dass die Gefahr bestehe, dass der Neubau eben nicht gelänge. Auch Raimund Köstler von „High Noon“ unterstrich die Bedenken, wobei auch er den Standort als "eigentlich schon entschieden" ansah.

Stadt weiterbauen

Die Antwort darauf, ob man sich nun bereits in der konkreten Planung befände, ob die Entscheidung schon oder eigentlich schon gefallen sei oder ob es doch noch „vorher“ sei, beantworteten Stadtbaurätin und Kulturreferent: Jetzt würden als Erstes die technischen Daten erhoben, die Belastbarkeit der Tiefgarage festgestellt, das Raumprogramm und der räumlich Umgriff festgelegt. Dann würde man in einen internationalen Planungswettbewerb gehen und sich so konkrete Ideen vorstellen lassen, wie die Herausforderung gelöst werden könne. Hier kämen dann der Denkmalschutz, der Freistaat als Grundstücksbesitzer und auch das Urheberrecht zu Wort. Das seien die nächsten Schritte. Dann erst könne der Stadtrat sich mit der Entscheidung festlegen, ob der Standort bebaut werden kann und soll. Etwa ein Jahr würde dieser Schritt beanspruchen. Kulturreferent und Intendant waren dabei zuversichtlich, dass man den besten Standort für die Kammerspiele habe. Stadtbaurätin Preßlein-Lehle war noch sehr vorsichtig. Sie bezog sich dann jedoch auch auf Hardt-Waltherr Hämer selbst, den Architekten des Theaters. Er habe immer betont, dass Städte sich entwickeln und weitergebaut werden müssten. Man könne und müsse sich, so Preßlein-Lehle, dabei zunächst einmal keine Denkverbote leisten und offen sein für die Ideen aus dem Wettbewerb.

Keine Denkverbote

Positive Stimmen aus der Bürgerschaft betonten die Chancen, die in einer Weiterentwicklung des Areals rund um das Stadttheater liegen könnten. Von der Schutterstraße bis zum Kavalier Dallwigk könnte eine Reihe neuer Plätze, hin zur Altstadtmauer eine Grünfläche mit dem alten Schutterlauf entstehen, die Donauufer könnten einbezogen werden.

Neue Plätze, zur Donau öffnen

Architekt Alexander Häusler (Büro OFICINAA) könnte sich  mit dem Bau der Kammerspiele eine Neuordnung des gesamten Areals dort vorstellen. Mit vergleichsweise wenigen Mittel könnte die Donau so näher an die Stadt kommen und das Leben könne sich auf vier verschiedenen städtischen Plätzen rund um die Theaterhäuser bis zum künftigen Gründerzentrum im Kavalier Dallwigk (Gießereigelände) entwickeln. Er begrüßte die Untersuchung des Standortes und erinnerte an den städtischen Ideenwettbewerb zu den "Danube-Parks" (unten eine Ideenskizze aus dem Wettbewerbsbeitrag von Oficinaa, 3.Preis, zur Veranschaulichung). Eine Chance, so Häusler, die man nicht liegenlassen sollte. Das sah auch Ralf Buchhold so (Vorsitzender Theatergemeinde Ingolstadt), der es sehr unterstütze, dass das gesamte Areal untersucht würde, um die Stadt dort aufzuwerten. Architektin Monika Färber wünschte sich ein modernes, innovatives Gebäude und keine Architektur mit angezogener Handbremse. Mehr Pfeffer für mutiges Bauen, meinte auch eine andere Diskutantin, und mal nach vorne Denken, schließlich werde das Schloss ja nicht abgerissen!

oficinnaa skizze

Chancen für Entwicklung gäbe es doch auch, wenn man einen Stadtpark statt der Parkplätze realisieren würde, meinte hingegen Künstlerin Maria Bentz-Ahrens, die die Fläche auf keinen Fall zubauen würde und die Kammerspiele im Klenzepark richtiger fände. Das Theater brauche den „Raum zum Atmen“.

Auch die Theaterleute selbst meldeten sich zu Wort. Wilhelm Ostermeier war 30 Jahre Kulissenschieber. Der Malersaal brauche Tageslicht, die Werkstätten dürfe man nicht unterirdisch bauen. Theaterpädagogin Nicole Titus schilderte den aktuellen Arbeitsalltag zwischen Innenstadt, kleinem Haus am Brückenkopf und der Probebühne am Baggerweg - viele weite Wege durch die Stadt. Kurze Wege hingegen und ein gut erreichbares, städtisches Umfeld seien wichtig, wenn man Theater mit Kindern und Jugendlichen mache.

Zeitzeugen

Ob es vielleicht jemand gäbe, der den Bau des Stadttheaters in den 60ern noch miterlebt hätte, fragte die Stadtbaurätin ins Publikum. Zwei Zeitzeugen waren dabei: Bauingenieur Reinhard Schmachtl wusste noch um die Tiefen und Untiefen beim Garagenbau unter dem Theater. Er war selbst unten gewesen. Die Fundamente im Wasser, keine statische Belastbarkeit, der Zivilschutzbunker erfordere ganz besondere Armierungen, es gäbe zudem keine Pläne mehr fürs Theater, die seien bei einem Wasserschaden vernichtet worden … Rainer Rupp, Direktor a.D. des Scheinergymnasiums, war als Zwölftklässler viel im Theater unterwegs und wusste, dass die Diskussion um den Bau sehr kontrovers gewesen war. Manche hatten sich nie mit der „Öloper“ angefreundet, die wie angeschwemmt draußen vor der Altstadtmauer lag.

Breite Bürgerbeteiligung

Der Zeitpunkt für die heutige Bürgerbeteiligung sei sehr früh angesetzt. Daher habe  man jetzt noch keine konkrete Planungen und auch die technische Machbarkeit sei noch nicht ganz geklärt sei, unterstrich Kulturreferent Engert. Doch man wolle frühzeitig informieren, was die nächsten Schritte seien und wie der Grundsatzbeschluss zu verstehen sei, den der Tadtrat am 21. Februar fassen würde. Entscheiden, ob der Standort geeignet sei, würde letztlich der Stadtrat. Die Bürgerbeteiligung wolle man breit denken, auch die mitnehmen, die nicht regelmäßig im Theater seien. Ein Internetforum, Vorträge, Begehungen, Infoabende rund um den Architektenwettbewerb sollen zu den Kammerspielen und zur Theatersanierung angeboten werden und neue Ideen dafür seien natürlich willkommen.


Samstag, 11 Februar 2017 16:45

stromlos348Ingolstadt | Für die Stromlos Bigband der Kunst und Kultur Bastei gibt es wieder einen Vorspieltermin: Freitag den 10. März 2017 ab 19 Uhr. Das Casting für die Bigband ist offen für Jugendliche bis 25 Jahre. Gesucht werden Pianisten, Trompeter, Posaunisten, Saxofonisten, E-Gitarristen, Kontra- oder E-Bassisten und Schlagzeuger.

Seit Juni 2016 gibt es in der Kinder- und Jugendkunstschule Kunst und Kultur Bastei e.V. die Stromlos Bigband. Nach 4 erfolgreichen Workshop-Wochenenden und mehreren Auftritte, wird es auch dieses Jahr mit der Bigband weitergehen.  
Über die Aufnahme entscheidet eine mehrköpfige Jury, der die Teilnehmer vorspielen: Zur Vorbereitung auf das Vorspiel bekommt jeder nach der Anmeldung Noten und einen Link (youtube) zum Üben zugemailt. Zudem soll ein kurzes Stück vom Blatt gespielt werden.  Da sich die Bigband nur an 4 Wochenenden im Jahr trifft um ein Programm auf die Beine zu stellen, sind junge Musiker bis 25 Jahren gefragt, die schon Erfahrungen im Bereich Jazz haben und ihr Instrument gut beherrschen. Geleitet wird die Bigband von Robert Aichner, doch auch viele andere lokale Jazzmusiker werden in das Projekt bei den Satzproben mit einbezogen. Fast alle Übungsleiter, wie z.B. Joey Finger, Uli Schiekofer, Daniel Schmidt und Charlie Böck kommen aus der Ingolstädter Big Band Formation „Schutter Neun“, die sozusagen die Paten unserer Jugend-Bigband sind. Das nächste Probenwochenende findet dann am 11./12. März 2016 statt und gleich am Abend des 12. präsentiert sich die Stromlos Bigband mit einem kleinen Konzert.

Die Anmeldung zum Download auf www.kunstundkulturbastei.de/stromlos/
Anmeldung zum Vorspiel unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Mehr Info unter: 017696235859

Beate Diao (Kunstschulleitung)                                    
Joey Finger (Leitung Abteilung Stromlos)                                      
Robert Aichner  (Stromlos Bigband-Leitung)

Samstag, 28 Januar 2017 14:51

Gruenderpreis2016 348Ingolstadt | Die Organisatoren des Gründerpreises Ingolstadt ermuntern potenzielle BewerberInnen, sich noch für den Gründerpreis 2017 anzumelden. Vor allem Unternehmensgründungen aus dem Handwerk dürfen sich angesprochen fühlen. Und auch der Frauenanteil dürfe ruhig noch steigen, heißt es. Am 15. Februar ist dann die "Nacht der Bewerber". Im kurzweiligen Format eines 2-minütigen Elevator-Pitch wird die Geschäftsidee vorgestellt und man lernt die Bewerberinnen und Bewerber kennen.

Hier also der Last Call! Bis zum 31. Januar mit der eigenen Geschäftsidee bewerben!

Der Gründerpreis Ingolstadt fördert Personen und Teams, die ein Unternehmen gründen möchten, eine Unternehmensnachfolge antreten oder innovative Geschäftsideen in bereits existierenden Unternehmen umsetzen wollen. Neben attraktiven Sach- und Geldpreisen für die Gewinner (insgesamt bis zu 10.000 Euro) erhalten die Teilnehmer Hilfe bei der Erstellung eines Businessplans für ihre Geschäftsidee sowie kontinuierliche Unterstützung und Beratung bei den ersten Schritten ins Unternehmertum. Der fertige Geschäftsplan enthält das detaillierte unternehmerische und technologische Gesamtkonzept, eine Beschreibung des wirtschaftlichen Umfelds (Marktpotenzial und -situation), die gesteckten Ziele (Umsatz- und Ertragsplanung) sowie die nötigen finanziellen und personellen Mittel (Kapital- und Personalbedarfsplanung) für die wirtschaftliche Umsetzung der Geschäftsidee. Erfahrene Unternehmer, Coaches und Kapitalgeber begutachten den ca. zehn Seiten umfassenden Plan vertraulich und prüfen ihn auf seine Tragfähigkeit.

Anmelden für die Teilnahme beim Gründerpreis 2017 kann man sich über die Homepage www.gruenderpreis-in.de .

Hier der K10-Bericht vom Gründerpreis 2016
Preisträger Gründerpreis Ingolstadt 2016 | digital kreativ vegan ganzheitlich innovativ ... und wirtschaftlich

 

Foto: Gründerpreis 2016 - die PreisträgerInnen

 

Donnerstag, 26 Januar 2017 15:15

KUK Ingolstadt Schriftzug348Ingolstadt | Kultur- und Kreativwirtschaft (KuK) in Ingolstadt aktiv zu unterstützen, das ist das Ziel der IFG, der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung der Stadt Ingolstadt. Den Auftakt dazu bildete ein Treffen zwischen Vertretern der kreativen Branchen, der klassischen Wirtschaft sowie der Politik im September vorigen Jahres. Diese Veranstaltung schuf die Grundlage für einen Arbeitsprozess und der nächste Schritt folgte im November: eine Informations- und Netzwerkveranstaltung für die kreativen Branchen.

Samstag, 21 Januar 2017 13:19

1kultrempfang348Ingolstadt | Eine Premiere war der Kultur-Neujahrsempfang des Kunstverein Ingolstadt und der Freunde des Museums für konkrete Kunst und Design (MKKD). Viele Kunstschaffende und –begeisterte, ein Oberbürgermeister und vier schöne Neujahrs-Grußworte über Freundschaft und Freude, Streiten und Verbinden, und ein Wenig auch über Geld, das klitzekleine und die Millionen.

Eingeladen hatten Kunstverein und Freundeskreis in das Museum für konkrete Kunst (MKK) und hatten zuvor ind die Galerie des Kunstvereins im Theater eingeladen. Hubert Klotzeck begrüßte zahlreiche Gäste in der Ausstellung „Tagundnachtgleiche“ von Wolfgang Stehle. Mit einer „Speed-Führung“ von Architekt und Kurator Alexander Häusler ging es erst einmal mal ins etwas Düstere und Ursprüngliche: Mensch und Natur, Zivilisation und Überleben, Bezwingung und Beschwörung, Lagerfeuer und Jagd. Präzise Videokunst, Objekte aus glatten Materialien udn Furnieren, die eine erste, klare Botschaft haben und sich mit dem zweiten und dritten Blick weiter erschließen (mehr dazu beim Kulturkanal Ingolstadt - hier hören). Durch Stehle und Häusler künstlerisch feingestimmt ging es dann zum Nachbarn, ins Museum für konkrete Kunst und seinem Freundeskreis. Dort wartete schon ein feines Buffet von Frisch & Veg auf die Gäste. Doch zuvor – natürlich – die Neujahrsreden. Museumsdirektorin Simone Schimpf begrüßte kurz und herzlich in ihrem Haus und bot eine Führung durch die aktuelle, vielbeachtete Ausstellung „LOGO – die Kunst mit dem Zeichen“ an. Oberbürgermeister Christian Lösel war für sein Grußwort sogar aus einer Klausurtagung seiner Stadtratsfraktion zurück nach Ingolstadt gefahren. Er betonte den Wert von Kunst und Kultur und wies auf den neuen Imagefilm „Kultur in Ingolstadt“ hin, der eigens beauftragt worden war und beim städtischen Neujahrsempfang des OB seine Premiere hatte. Am neuen Museum für konkrete Kunst und Design wird gebaut, die 25 Millionen und die Zukunft des neuen MKKD sei gesichert – auch diese Botschaft war unmissverständlich. Nicht zuletzt wusste der OB vom 2018 bevorstehenden Jubiläum "30 Jahre Freundeskreis“  und sicherte seine (finanzielle) Unterstützung zu, das könne man 2018 dann auch „gebührend“ feiern. Sichtbare Wertschätzung also, die Gäste hat es gefreut!

Donnerstag, 05 Januar 2017 12:20

AT Programm Februar März April 2017 348pxIngolstadt | Das Altstadttheater hat seinen neuen Spielplan von Februar bis April 2017 veröffentlicht. Nach dem erfolgreichen Neustart mit Leni Brem und Falco Blome als künstlerischer Leitung und einem wahren Bühnenfeuerwerk seit Oktober, geht es mit einem vielfältigen Programm von Eigenproduktionen, Gastspielen und Lokalmatadoren sowie neuen Formaten und Betrachtungen zur Stadt und zum Leben spannend weiter. Fortgesetzt werden die bisher laufenden Eigenproduktionen WARTEN AUF KARL und DER BOANLKRAMER SUCHT SEIN PARADIES aus der bayerischen Sparte, mit EINE SOMMERNACHT und PARADISO im komödiantischen Bereich. Eine Premiere gibt es am 11. März: LOLA MONTEZ mit Katrin Wunderlich, geschrieben und inszeniert von Falco Blome, der auch den Publikumsliebling „Der Boanlkramer sucht seine Paradies“ selbst verfasst hat.  
 
Außerdem wird es wieder etliche Gastspiele geben: Im Februar sind die bayerische Singer-Songwriterin KARIN RABHANSL, sowie der Klaviervirtuose und Stimmenimitator ANDRÉ HARTMANN zu Gast im Altstadttheater.  Im März gibt es spannende  Abende mit der bekannten Schauspielerin KATERINA JACOB, die aus ihrem Tourneetheater-Leben erzählt, Maria Reiter und Christian Gruber, die mit Akkordeon und Gitarre SONATEN, TANGOS UND GSTANZL zum Besten geben und eine Matinee mit der in Ingolstadt sehr geschätzten Sabine Wackernagel mit ihrer Autobiographie: LINKS AM PARADIES VORBEI – MEIN LEBEN ALS SCHAUSPIELERIN IN DER PROVINZ. Im April stehen HUNDLING mit bayerischem Blues und OIS CHICAGO, THOMAS SCHRIMM und JOGI MITTL mit ihrem Tom Waits-Liederabend IM AUFTRAG DES HERRN UNTERWEGS, THOMAS DARCHINGER mit der satirischen Lesung GOTT BEWAHRE und die bitterböse Komödie DER WELTVERBESSERER von THOMAS BERNHARD sowie der amüsante Abend TRINKEN & LIEBEN von Ines Honsel und Frank Sattler auf dem Programm.
 
In der Reihe LOKALMATADOREN steht im Februar BETTINA KRUGSPERGER mit TAPETENWECHSEL auf der Bühne, im März MAXI GRABMAIER mit BREZ’N-BERTA und im April JOSEPHA SOPHIA SEM mit PLÖTZLICH RUND im Altstadttheater zu sehen.  
 
Zudem hat das Altstadttheater-Team auch wieder zwei eigene Einzelabende im  Angebot: am Valentinstag dreht sich bei LIEBE? ACH NE DOCH NICHT alles um die heiteren Seiten der Herzensangelegenheiten und für den Abend MACHMA KUNST hat sich ein große Gruppe regionaler Künstler zusammengefunden, um das kreative Potential der Stadt zu zeigen.

Eine erfreuliche Neuerung gibt es bei der Bewirtung: ab sofort werden Petra Backhausen und Patricia Jacobsen vom Café „hortus medicus” den Barbetrieb übernehmen und damit zieht auch die Slow Food-Kultur dieses beliebten Cafés ins Altstadttheater ein!
 
www.altstadttheater.de
www.facebook.com/altstadttheater

 

Spielplan Altstadttheater Januar – April 2017

Januar 2017
Fr 06.01.17 20:30 Lida Winiewicz: Paradiso
So 08.01.17 20:30 Poem: Jahresabschlusskonzert
Do 12.01.17 20:30 Falco Blome: Der Boanlkramer sucht sein Paradies
Fr 13.01.17 20:30 Julian Wittmann: Raubullad
Sa 14.01.17 20:30 The Sensational Skydrunk Heartbeat Orchestra: King & Queen
So 15.01.17 20:30 David Greig & Gordon McIntyre: Eine Sommernacht
Do 19.01.17 20:30 Lida Winiewicz: Paradiso
Sa 21.01.17 20:30 Karl Valentin: Warten Auf Karl
So 22.01.17 20:30 David Greig & Gordon McIntyre: Eine Sommernacht
Sa 28.01.17 20:30 David Greig & Gordon McIntyre: Eine Sommernacht
So 29.01.17 20:30 Karl Valentin: Warten Auf Karl

Februar 2017
Do 02.02. 20:30 Karin Rabhansl: Anna
Fr 03.02. 20:30 David Greig & Gordon McIntyre: Eine Sommernacht
Sa 04.02. 20:30 David Greig & Gordon McIntyre: Eine Sommernacht
Do 09.02. 20:30 Lida Winiewicz: Paradiso
Fr 10.02. 20:30 André Hartmann: Der etwas andré Chopin
Sa 11.02. 20:30 Falco Blome: Der Boanlkramer sucht sein Paradies
Di 14.02. 20:30 Altstadttheater: Liebe? Ach ne doch nicht
Do 16.02. 20:30 Karl Valentin: Warten auf Karl
Sa 18.02. 20:30 Bettina Krugsperger: Tapetenwechsel
Do 23.02. 20:30 Lida Winiewicz: Paradiso
Fr 24.02. 20:30 Lida Winiewicz: Paradiso
Sa 25.02. 20:30 Karl Valentin: Warten auf Karl

März 2017
Do 02.03. 20:30 Katerina Jacob: Alles nur Theater
Fr 03.03. 20:30 Falco Blome: Der Boanlkramer sucht sein Paradies
Sa 04.03. 20:30 Falco Blome: Der Boanlkramer sucht sein Paradies
Do 09.03. 20:30 Karl Valentin: Warten auf Karl
Fr 10.03. 20:30 Maria Reiter & Christian Gruber: Sonaten, Tangos & Gstanzl
Sa 11.03. 20:30 Premiere Falco Blome: Lola Montez
Do 16.03. 20:30 Falco Blome: Lola Montez
Fr 17.03. 20:30 Falco Blome: Lola Montez
Do 23.03. 20:30 Falco Blome: Lola Montez
Fr 24.03. 20:30 Maxi Grabmaier: Brez’n-Berta
Sa 25.03. 20:30 Karl Valentin: Warten auf Karl
So 26.03. 11:00 Sabine Wackernagel: Links am Paradies vorbei
Do 30.03. 20:30 Lida Winiewicz: Paradiso
Fr 31.03. 20:30 Lida Winiewicz: Paradiso

April 2017
Sa 01.04. 20:30 Falco Blome: Lola Montez
Do 06.04. 20:30 Falco Blome: Der Boanlkramer sucht sein Paradies
Fr 07.04. 20:30 Hundling: Ois Chicago

 

Mehr lesen ... Eröffnung im Altstadttheater | Viel Applaus für die "Ingolstadt Spuren"

 

 

Samstag, 10 Dezember 2016 14:34

Julia Weber34831Ingolstadt | Fliegende Kirchtürme, fragile Objekte aus Schmetterlingsflügeln, Turmalin und Bergkristall in Schmuckkreationen, filigrane Skulpturen aus Insektenbeinen, zwölfflächige Holzklötzchen für den persönlichen Turmbau. Verspielt, geometrisch, ästhetisch und so vieles mehr sind die Objekte der Designerin und Künstlerin Julia Weber alias VON JOTT. Eine, die sich - immer schon -  aufmachte, um die Welt zu sehen und zu verstehen. Ohne Scheu, mit Offenheit, Talent und der Freude am Gestalten und Berühren - und am berührt werden. Und mit der (Hin)Gabe, dies in Objekten und Bildern auch zu vermitteln. Die Ausstellung VON JOTT im Studio Famos - großartig und wunderbar!

Für drei Wochen sind im Studio Famos der Designagentur schnellervorlauf Arbeiten der Künstlerin und Designerin VON JOTT zu sehen und zu kaufen. VON JOTT ist nach Markus Ofner (produkat - Upcycling-Design aus Graz) und SUID THINGS (faires Design aus Südafrika) die dritte Präsentation mit einzigartigem Design, wieder kuratiert von Julia Well.

„Ich liebe Geometrie, Mathematik und ich liebe Insekten.“ VON JOTT

Julia Weber war „immer schon“ fasziniert von Insekten, Natur und Bionik. Sie liebt Technik und Naturwissenschaften, interessiert sich für Psychologie, Astrophysik, Mystisches und hat „immer schon“ gerne gestaltet und gezeichnet. Am besten kann man mit all diesen Interessen und Talenten in der Kunst arbeiten, meinte Julia Weber, und entschied sich für eine Ausbildung an der Fachschule für Produktdesign in Selb und ein Studium für Integriertes Design an der Hochschule Anhalt in Dessau. Nach einem Besuch an der Kunsthochschule in Oslo begann sie als Grafikdesignerin zu arbeiten. VON JOTT im Studio Famos ist ihre erste Ausstellung überhaupt. Danach wird Julia Weber nach Berlin gehen, um sich dort für ihr weiteres Schaffen inspirieren zu lassen. Ob sie nicht Angst habe, in Berlin mit den vielen Künstlern und Kreativen unterzugehen, wird sie im Interview mit Isabella Kreim (Kulturkanal)gefragt. Nein, sagt Julia Weber, sie liebe es unter vielen Leuten zu sein, zu beobachten und sich inspirieren zu lassen. Einfach mal schauen …

Donnerstag, 08 Dezember 2016 23:26

IFG K10 Gaeste 348Ingolstadt | Under Construction! Unter diesem Motto hatte die städtische Wirtschaftsförderung IFG die Kultur- und Kreatiwirtschaft in das freie Kulturzentrum KAP 94 eingeladen. Zum Vernetzungstreffen kamen etwa 50 Vertreter*innen der kreativen Branchen.

Nach einem erfolgreichen Auftakt im September (hier lesen) standen diesmal Netzwerke und Selbstorganisation im Mittelpunkt. Warum Selbstorganisation wichtig ist und wie dieser schwierige, langwierige und mit Sicherheit arbeitsintensive Prozess erfolgreich angegangen und umgesetzt werden kann, haben die Gastreferenten Jens Kobler (Kreative Klasse e.V. Ruhrgebiet) und Frank Zumbruch (www.kreativregion.de und Kreativwirtschaftszentrum Mannheim) dargestellt.

Selbstorganisation

In Ingolstadt soll im nächsten Schritt nun die Selbstorganisation der Kreativen vorangebracht werden. Dabei gibt es bei einigen Branchen bereits Berufsvertretungen und freie Foren. So sind die den Architekten berufsständisch und frei organisiert (BdA, Architekturforum des Kunstvereins) ebenso wie die Kunstschaffenden (BBK Ingolstadt/Obb. Nord). Netzwerke wie K10, das Coworking-Bureau Eineinhalb, Achtung Kultur sind schon bestehende, branchenübergreifende Vernetzungsstrukturen. Andere Branchen und ihre Akteure in den Märkten müssten sich noch finden. Daher sollen zunächst für die einzelnen Teilmärkte* Kontaktpersonen bzw. Teilmarktreferenten gefunden werden.

Dienstag, 06 Dezember 2016 21:50

localgoods348 2Ingolstadt | LOCAL GOODS geht mit Produkten aus Ingolstadt in die zweite Runde. Monika und Daniel Lichtwald ermöglichen wieder fünf Tage lang zehn Kreativschaffenden aus Ingolstadt den neuen Pop-up-Store* in Ingolstadt. Nach dem Motto „Wer was bewegen will, muss was bewegen“ gibt es dieses Jahr wieder einen neuen Laden - in der Harderstrasse Nr. 10.

Der Shop LOCAL GOODS eröffnet am Donnerstag 08.12. Uhr und ist bis Dienstag 13.12., täglich von 11-20 Uhr geöffnet.

* In Pop-up Stores und temporären Shops in Ingolstadt verkaufen DesingnerInnen, Kunstschaffende oder kleine Labels ihre Produkte und Artikel für eine kurze Zeit. Für wenige Tage oder wenige Wochen poppen diese Läden auf ... Aktuell gibt es das Studio Famos (Harderstraße 22, 8. - 17. Dezember), die LOCAL GOODs (Harderstraße 10), und ähnlich vom Forum für angewandte Kunst (FAKten e.V.) den Konzeptstore „Das gibt’s nur einmal“ in der Moritzstr. 4. Wichtig: Immer nur kurze Zeit!

 

 

Dienstag, 06 Dezember 2016 21:03

von Jott Portrait 348Ingolstadt | Die dritte Auflage des Studio Famos Pop-up-Stores lädt zwei junge Designerinnen ein, die sich an nichts halten. Weder an der Definition von Produktdesign, Kunst und Grafik, noch bei der Produktauswahl. Einig sind sich von Jott alias Julia Weber und Rosa Hirn aber bei der Herstellung. Die übernehmen die zwei Designerinnen am liebsten selbst. Und präsentieren die in grenzenlose Fantasie gehüllten Ergebnisse diesmal zusammen. Diese handeln von atomaren Verbindungen und gehen bis unter die Haut, winden sich als Illustrationen auf Papier, reflektieren über die bekannten Bauwerke der Stadt, die zu schweben scheinen und zeigen u.a. Formen und Materialien, die sich zu aufwändigem Schmuck zusammenfügen. Die Idee wird selbstverständlicher Mitspieler der Funktion, indem sie mit unseren Erwartungen bricht, unseren Blickwinkel mit Witz, Ironie erweitert und diesen mit einer eindeutigen, wiedererkennbaren Designsprache in Frage stellt.

Die gebürtige Ingolstädterin Julia Weber (Foto) arbeitet nach der Berufsfachschule für Produktdesign, dem Studium des Integrierten Designs an der Hochschule Anhalt im Fachbereich Kommunikationsdesign sowie einem Aufenthalt an der Kunsthøgskolen i Oslo, Norwegen als freie Produkt- und Grafikdesignerin. Rosa Hirn wuchs in Mannheim auf studierte nach dem Besuch der Goldschmiedeschule in Schmuckdesign in Pforzheim und lebt und arbeitet in Berlin.

Donnerstag, 01 Dezember 2016 13:09

Logo bayernkreativ348

Ingolstadt | Wie lassen sich kreative Ideen unternehmerisch umsetzen? Zu welchem Preis kann ich meine Leistungen anbieten? Am Donnerstag, 8. Dezember 2016, bietet das Bayerische Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft im Rahmen des bayernkreativTAG Antworten und Lösungsansätze auf Fragen wie diese.
Zu den kostenfreien Beratungsgesprächen sind Gründer/-innen, Freiberufler/-innen und Unternehmer/-innen der Kultur- und Kreativwirtschaft eingeladen. Die Gespräche finden im Kulturzentrum neun in Ingolstadt statt.

Am kommenden bayernkreativTAG erhalten Kultur- und Kreativschaffende im Rahmen von persönlichen und kostenfreien Beratungsgesprächen zentrale Hinweise und Tipps für ihren unternehmerischen Erfolg. Interessierte können sich zu Fragen rund um das passende Geschäftsmodell, wirksame Kundenakquise, geeignete Netzwerke oder die richtigen Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten informieren und individuell beraten lassen.

„Die Kreativen in der Region Ingolstadt stehen vor der Herausforderung ihre schöpferische Arbeit sichtbar zu machen. Die Wirtschaftskraft der Branche ist an einem Automobilstandort wie Ingolstadt schwerer wahrnehmbar. Wir von bayernkreativ wollen die Aufmerksamkeit auf die Potenziale der Branche lenken und deren Vernetzung steigern, um damit den Wirtschaftssektor nachhaltig zu fördern“, beschreibt Berater Oliver Wittmann (Foto) seine Aufgabe.

Zu den Gesprächen sind Gründer/-innen oder Kleinst- und Kleinunternehmen aus den Bereichen Architektur, Design, Musik-, Film- und Rundfunkwirtschaft, Kunst- und Buchmarkt, Software- und Games-Industrie, Darstellende Künste sowie Presse und Werbemarkt eingeladen.

Auf einen Blick
bayernkreativTAG - Beratung und Vernetzung für Kultur- und Kreativschaffende
Nächster Termin am Donnerstag, 8. Dezember 2016, Einstündige Einzeltermine finden von 11:30 bis 15:30 Uhr statt.
Kulturzentrum neun, Elisabethstraße 9a, 85051 Ingolstadt.
Das Angebot ist kostenfrei.

Anmeldung und Terminvereinbarung
www.bayern-kreativ.de/ingolstadt/


Oliver Wittmann 180Über das Bayerische Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft
bayernkreativ berät Kultur- und Kreativschaffende in individuellen kostenfreien Beratungsgesprächen und Workshops an 18 Standorten in ganz Bayern. bayernkreativ ist Kooperationspartner für Institutionen, Netzwerke und Initiativen, um die Wirtschafts- und Innovationskraft der über 40.000 bayerischen Kultur- und Kreativunternehmen zu stärken und sie untereinander sowie mit anderen Branchen der bayerischen Wirtschaft zu vernetzen. Es ist eine Initiative des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie und wird von der Bayern Innovativ GmbH in Nürnberg getragen.

Weitere Informationen
www.bayern-kreativ.de und www.facebook.com/bayernkreativ

 

 

Samstag, 26 November 2016 16:08

Kleinherne Die Aktion Buchcover 348aEs musste wohl so kommen. Kleinherne erzählt eine Geschichte. Und er erzählt viele Geschichten. Zumindest im Ansatz. Er würfelt eine Gruppe zusammen, 6 Personen, 3 Männer, 3 Frauen, unterschiedlicher Nationalität. Und anhand dieser Gruppe zeigt er, wie schwierig, oder wie unmöglich das Agieren in einer Gruppe ist. Zusammen eine Aktion planen, sie durchführen, zusammen zu bleiben, dazu braucht es Disziplin und Entschiedenheit. Aber alle sind geprägt von den vielen Geschichten, den Geschichten in ihrer Geschichte. Sie stecken in der Vergangenheit, in der Geschichte ihrer Eltern, deren Fehler sie bedenkenlos wiederholen. Bis zu den Knien im Quark der Vergangenheit, treten sie den Quark zu Käse. Jegliche Form privater Äußerung gerinnt zu Ideologie. Esse ich Fleisch oder nicht? Es ist eine politische Diskussion, und der Fleischesser ist der Klassenfeind. Treue, Monogamie? Begriffe der absterbenden Klasse. Eifersucht ist bourgeois, wir stehen darüber. Und weinen in die Kissen. Um uns herum gerät die Welt ins Wanken, aber wir kämpfen unsere kleinen Kriege. Und irgendwann verlangen die vielen durchgesoffenen Politgespräche nach einer Konsequenz. Wenn einer die Wahrheit ausspricht: Ihr redet nur, zum Handeln fehlt euch die Konsequenz, dann kann man sich nicht lumpen lassen, verabredet sich zum konspirativen Treff in einem Haus in Meeresnähe.

Erst bricht das Unheimliche in die Geschichten, tote Tiere; Männer, die nachts das Haus umschleichen. Dann bricht eine brütende Hitze aus. Die Nerven liegen bloß, die Sinne auch. Wer nicht für die Aktion ist, wird ausgeschlossen. Zum Glück gibt es Alkohol, nicht zu knapp. Später auch noch Dope.  Das Haus, das Meer, der Sex. Was wird das, ein anstrengender Urlaub, oder doch der bewaffnete Kampf. Alle sind auf sich bezogen, nicht in der Lage kollektive Entscheidungen zu treffen, und das ist vielleicht auch gut so. Der Einzelkämpfer schlägt zu. Er sprengt eine Tankstelle, es gibt Verletzte. Der Täter setzt sich ab, der Rest bleibt zurück. Mit dem letzten Joint wird auch noch ein Waldbrand verursacht. Wir tauchen erstmal alle ab, möglichst nicht Paris, besser Provinz. Wenn sich die Wolken verzogen haben, können wir neu nachdenken. Wir verstecken uns im Spießertum. War`s das? Bon jour, tristesse!

Das liest sich spannend wie ein Krimi. Es ist sehr schnell und sehr fraktal erzählt. Denn es gibt in der Personage keinen Erzähler, Kleinherne lässt sich die Fäden nicht aus der Hand nehmen. Er entscheidet, was der Leser erfährt, und was nicht. Er zeigt Aspekte der Figur, vieles ist Erinnerung. Wendet die Figuren, wie unter einer Lupe. Beschreibt Momente der Vergangenheit. Die haben vielleicht die Menschen zu dem werden lassen, was sie sind. Aber vielleicht sind sie auch nur die Produkte der 1. Welt. Zu selbstbezogen, zu egoman. Eine ziemlich illusionslose Abrechnung mit Aktionismus. Wir haben uns gefallen in der Attitude des Revolutionärs.  Was bleibt? Eine jüngere Generation, mit neuen Protestformen? Wenig Hoffnung, denn dieser Roman zeigt auch, wie unfähig wir sind, uns von der Vergangenheit zu befreien. Die Revolutionäre verschwinden im neuen Spießertum, die Leichen, die zurückbleiben, sind ein Versehen.

Donald Berkenhoff

 

 

kleinherne bild180Michael Kleinherne | Die Aktion. Bayerischer Poeten- und Belletristik-Verlag Reichertshofen 2016, 230 Seiten, 9 Euro.

"Die Aktion" ist das dritte Buch des Autors, 1964 in Westfalen geborenen, lebt und arbeitet in Eichstätt als Literaturdozent an der Uni Eichstätt, ist Mitorganisator des Festivals LiteraPUR.

2012 literarisches Debüt mit dem Erzählband "Drehpause". Buchbesprechung Drehpause hier

2014 Novellenband "Daniel" -  Besprechung der Novelle von Donald Berkenhoff hier

Nächste Lesung | Michale Kleinherne - Die Aktion. Zwei Wochen im August | Freitag, 13. Januar, 20 Uhr, Vronis Ratschhaus Ingolstadt Mit Musik von Rudi Trögl an der Gitarre.

 

 

Dienstag, 22 November 2016 23:42

gabriel engert johannes hauser 348Ingolstadt | Das Rathaus öffnet sich den Künstlern der Stadt und zeigt in seinem Foyer den Fotografen Johannes Hauser mit seiner Ausstellung „nach oben“. Hauser arbeitet auch als Journalist und ist seit 2016 Mitglied des Berufsverbandes Bildender Künstler Ingolstadt und Oberbayen Nord.

Dem Fotografen geht es darum, einen neuen Blick auf vermeintlich Bekanntes anzubieten. Ein Anspruch, den Kunst oft formuliert. Faszinierend, wie dies Johannes Hauser gelingt!

Jede der großformatigen Fotografien wird zunächst als ästhetisch schön wahrgenommen, so wie ein Kristall oder der Blick durch ein Kaleidoskop schön ist. Langsam erkennt man ein Motiv, einen konkreten Ort – das Stadttheater mit dem ungewöhnlichen Kronleuchter, den Nordbahnhof, die Harderbastei, den Dallwigk, den Rathausplatz, eine Aussegnungshalle  … Mit jedem weiteren Hinsehen erschließen sich Details, versucht man als Betrachter den Standort der Kamera einzunehmen und nach oben nachzuvollziehen. Ingolstadt - überraschend selbst für die noch mit Schutterwasser getauften Alt-Ingolstädter, die eben doch nicht jede Perspektive ihrer Stadt kennen und diese durch das Auge des Fotografen noch einmal ganz neu entdecken. Verblüffung und Begeisterung bei der Ausstellungseröffnung. Dabei sind die Bilder nicht digital verändert. „Der Kreis-Effekt ergibt sich rein optisch durch den Einsatz eines Fischaugen-Objektivs“, beschreibt Hauser den technischen Teil des Gelingens. „Durch die extreme Perspektive mag der Betrachter seinen Zugang und damit seine Haltung zu einem Ort, den er bereits auf hunderten Fotografien gesehen oder persönlich erlebt hat, neu finden.“ Hausers Blick geht dabei zunächst nach oben, also weg von unserer Alltagsperspektive. Durch das Fischauge ergibt sich ein extremer 360 Grad Rundumblick und es fängt damit auch noch unendlich viele Details am Rande mit ein. Die Ausstellung bleibt trotz dieser immer gleichen Technik spannend und faszinierend, weil Johannes Hauser immer wieder neue Situationen fokussiert und ideenreich in Szene setzt: Innenräume, Plätze, eine Gruppe von Menschen, eine Narzissenwiese … Jedes Bild eine eigene Welt, in die man lang und durchaus meditativ hineinschauen kann und in der sich immer wieder Neues erschließt.

Sonntag, 13 November 2016 00:33

paolo lumpi 348Ingolstadt | Christian Paulus aka Paolo Lumpi ist einer der neuen Künstler des Berufsverbands Bildender Künstler 2016. Seine Austellung HADERLUMPEN* Schanzer Ansichten und Aussichten ist aktuell zu sehen. Was in den Aussichten, also dem Blick in die Zukunft, schon anklingt ist seine Haltung als Künstler und Architekt: zeitkritisch, nachdenklich, politisch, heimatverbunden. Er blickt als Romantiker und Ästhet auf seine Stadt und begleitet diese Perspektive mit lakonischem Witz, ökologischem Wissen und einem breitem Themenfeld: vom Vorgarten bis zum Klimaschutz, von der historischen Stadtsilhouette bis zu den Chemtrails des energieverschwenderischen Flugverkehrs, die sich wie ein Netz über die Stadt legen, über Landschaften, Raffinerien, touristische Orte und vor Horizonten auftauchen. Bis zum 11. Dezember ist die Ausstellung in der Ladengalerie COLORIA zu sehen, auch das Buch HADERLUMPEN ist dort erhältlich. (UPDATE: Aquarelle und Buch sind dauerhaft dort zu sehen und zu erhalten.)

Donnerstag, 10 November 2016 11:50

bildermarkt 348Auch dieses Jahr lädt der BBK alle Kunstschaffenden der Region wieder zum traditionellen Ingolstädter Bildermarkt ein. Jeder, ob Profi, Nebenerwerbs- oder Hobbykünstler*in kann maximal zwei Arbeiten einreichen. Die Werke werden nicht juriert.

Zulässig sind alle Techniken. Aufhängevorrichtungen und bruchfeste Glasrahmen sind notwendig. Die Arbeiten müssen beschriftet sein, mit Kontaktdaten des Künstlers, Titel und Preis der Arbeit. Zusätzlich muss eine selbstklebende Bildbeschriftung in der Größe eines Adressaufklebers mit abgegeben werden, auf dem ebenfalls Künstler und Werk bezeichnet werden.  

Einreichung ist am Montag, 28.11.2016 von 09.00 Uhr - 17.00 Uhr

Eröffnung ist am Sonntag den 08.12.2016  mit einem Weißwurstfrühstück um 11.00 Uhr.  
 
Anlieferung der Bilder und Ausstellung:  
Harderbastei  
Oberer Graben 55  
85049 Ingolstadt  
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
0841-9312 754

Kurze Parkmöglichkeit zum Be-und Entladen im Hof der Bastei.  
Für Teilnehmer die keine Mitglieder des BBK Obb. Nord und Ingolstadt e.V. sind fällt eine Bearbeitungsgebühr von 20 € an.

 

 

Samstag, 05 November 2016 21:14

Susanne Pohl 2016km2 348Ingolstadt | Susanne Pohl ist bildende Künstlerin, lebt und arbeitet in Neuburg. Sie ist eine der Neuaufnahmen 2016 beim Berufsverband Bildender Künstler BBK Ingolstadt-Oberbayern.

Susanne Pohl befasst sich bereits seit den 1990er Jahren mit Malerei, Grafik und Radiertechniken. Sie hat zahlreich ausgestellt und ist in verschiedenen Galerien, u.a. in Salzburg, vertreten. In der Region stellte sie Arbeiten zuletzt auf der Kunstmesse 2016 in Ingolstadt aus und zeigte dort vor allem Radierungen wie Sturmwiese, Knospen, Bachlauf im Moor, nahm Flora und Landschaften in den Blick. Sie greift mit ihren Arbeiten auch innere Bilder, Gedanken und Beziehungen auf und setzt sie in ausdrucksstarke Bilder um. Die studierte Psychologin arbeitet auch kunsttherapeutisch mit der „Kunst als Weg“.

Mehr über die Künstlerinwww.pohl-kunst.de oder auf der Künstlerinnen-Seite des BBK | Susanne Pohl

Samstag, 05 November 2016 20:19

catello 348Ingolstadt | Zum 20. Jubiläum der Ingolstädter Zaubertage erfährt das Festival eine tolle Ehrung durch den Magischen Zirkel von Deutschland (MZvD). Ingolstadt darf sich demnächst „Magischer Ort“ nennen. Dies ist vor allem Sven Catello zu danken, dem Zauberkünstler und Organisator, der seit 20 Jahren Ingolstadt zur Zauberbühne macht. Die Plakette "Magischer Ort" wurde bundesweit erst fünfmal vergeben, bisher nicht an Städte sondern eher an Einrichtungen, wie beispielsweise an das Zauberschloss in Dresden. Da Ingolstadt während des Zauberfestivals an vielen Stellen zur Bühne wird, kann Oberbürgermeister Christian Lösel zusammen mit dem Zauberkünstler Catello am 12. November die Ehrung persönlich vom Vorstand des Magischen Zirkel von Deutschland in Empfang nehmen - anlässlich des „Catello Zaubermenüs“.

Am Freitag, den 11. November ist  „Zaubern im Bus“ der Auftakt der 20. Ingolstädter Zaubertage. Während diese Veranstaltung kostenlos besucht werden kann, gibt es für alle anderen Shows Karten im Vorverkauf und wohl auch an den Abendkassen. Für das „Magic Dinner“, wo man den Künstlern direkt auf die Finger sehen kann, muss man vorab reservieren. Dafür gibt es obendrein auch ein 3-GangMenü. 

Ganz nah dran sitzt man auch bei den beiden Soloprogrammen von Fabian Weiss und Siebensinn am Samstag Abend im Stadttheater. In größerem Rahmen wird Zauberkunst dann beim „Gala-Abend der Illusion“ in der Eventhalle präsentiert. Vom Gedankenlesen bis zu schwebenden Menschen ist alles dabei – Comedy und Staunen in einem Programm. Am Nachmittag zeigt an gleicher Stelle Martin Mathias, einer der besten Zauberer für Kinder sein Familienprogramm.  Um Zauberkunst in all seinen Variationen vorzustellen, kann man die Magier auch zur „Straßenzauberei“ im Westpark besuchen oder zu einem weiteren Soloprogramm in der Kleinkunstbühne Neue Welt das am Abschlussabend der Zaubertage von Martin und Jakob Mathias gestaltet wird - nicht zuletzt der 3. Platz bei der letzten Zauberweltmeisterschaft spricht für die Qualität dieser Illusionskünstler.

Alle Termine der 20. Ingolstädter Zaubertage findet man auf der Internetseite der Zaubertage oder in den Programmheften, die bei den Vorverkaufsstellen erhältlich sind.

www.zaubertage.de

 

(Foto: (c)Sven Catello)

 

 

Freitag, 04 November 2016 21:22

Ingolstadt | Welche Spuren hinterlässt Ingolstadt, welche Spuren hinterlassen wir, was bleibt? Dafür hatte das Altstadttheater seine Bühne geöffnet. Die bildende Künstlerin Eva Leopoldi und Multi-Media-Künstler Anton Tyroller, haben das akustisch beantwortet und Ingolstadt in Tönen vorgestellt. Vergängliche Geräusche, Lärm oder Melodien die zu Tonspuren werden. Eva Leopoldi und Anton Tyroller haben ihre akustische Arbeit nun für alle zur Verfügung gestellt , auch für die, die  an diesem einmaligen Abend im Altstadttheater nicht dabei sein konnten.

Den Bericht zu dem ganzen Abend im Altstadttheater, konzipiert von Leni Brem, hier lesen Viel Applaus für die "Ingolstadt Spuren.

 

 

Dienstag, 01 November 2016 22:51

Leni Brem 348Ingolstadt | Was macht ein Ort mit seinen Menschen? Was prägt, was bleibt, welche Spuren hinterlässt man selbst? Wie ist Ingolstadt? Das Altstadttheater Ingolstadt ging an seinem Eröffnungswochenende auf Spurensuche und lud zum theatralen Stadtspaziergang ein - mit echten und falschen Schanzern, freiwillig und unfreiwillig Hiergebliebenen, Durchreisenden und Rückkehrern. 15 unterschiedliche Perspektiven, auf die Bühne gebracht von Künstlerinnen und Künstlern aus Malerei, Literatur oder Theater und von Ingolstädterinnen, die als Hebamme, Vergolderin oder im Drogeriemarkt arbeiten.

Ein Abend der voll aufging und ein Erfolg war, weil er mit seinen Themen relevant war. Relevant für Ingolstadt, in dem nach wie vor um Identität gerungen wird und relevant für unsere Zeit, in der es um Zugehörigkeit, Heimat und Fremdsein geht. Er hat auch gezeigt, wie die Kunst zur Identität beitragen kann - das passiert nicht einfach so, sondern braucht Konzept, Freiräume und Kunstschaffende, die sich damit befassen wollen und die Stadt ins Altstadttheater holen.

Freitag, 28 Oktober 2016 18:51

San2 DanielGall 348San2 & His Soul Patrol waren der Liveact bei der Ausstellungseröffnung LOGO.DIE KUNST MIT DEM ZEICHEN im Museum für konkrete Kunst. Die Band begeisterte! Vor allem Frontmann Daniel Gall aka San2 wickelte das Publikum erst smart um den Finger, um es mit dem nächsten Song dann wieder mitzureissen. Er groovte zu Rhythm & Blues über die Bühne, verblüffte gleich danach mit sanftem Soul (für meinen Vater) oder innigem Gospel. Die ganze Band Rhythmus und Feeling, die Stimme pure Emotion und überhaupt: beste Bühnenperformance des hard working soulman* und der Vollblutmusiker der SOUL PATROL. Großartig!

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